Lichtenfels
Abfall

Landkreis Lichtenfels: Der Gelbe Sack wird erstmal nicht abgeschafft

Im Umweltausschuss ging es vor allem um den Müll im Landkreis: Wie wird er abgeholt, wie kann man ihn vermeiden?
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Ab Anfang kommenden Jahres sollen die dickwandigeren Gelben Säcke zur Verfügung stehen.Imago
Ab Anfang kommenden Jahres sollen die dickwandigeren Gelben Säcke zur Verfügung stehen.Imago

Alles bleibt beim Alten. Trotz des seit Anfang des Jahres geltenden neuen Verpackungsgesetzes ändert sich für die Bürger im Landkreis nichts: die Leichtverpackung in den Gelben Sack, Glas in den Container und Papier in die Grüne Tonne. Das klingt beruhigend, bedeutet aber auch, dass die Abholung des Plastikmülls mittels Gelber Säcke bestehen bleibt. Das verkündete Landrat Christian Meißner (CSU) im Umweltausschuss.

Zurück geht das auf eine Entscheidung aus dem Jahr 1999. Damals hatte der Landkreis sich gegen die Gelbe Tonne, wie es sie in den Landkreisen Kronach und Coburg gibt, entschieden.

Der Gelbe Sack wird dicker

Das Duale System, das weiterhin für die Abfallentsorgung zuständig ist, hat einen Wechsel auf die Gelbe Tonne abgelehnt. Dennoch konnte Meißner Positives berichten.

Die Säcke sollen dickwandiger werden - statt 19 werden sie 22 Mikrometer dick sein. Diese Veränderung solle man nicht unterschätzen, meinte der Landrat.

Der Wermutstropfen ist, dass die neuen Gelben Säcke nicht vor dem neuen Jahr in Umlauf gebracht werden. "Mich regt der Gelbe Sack auch auf", sagte Meißner und fügt hinzu: "Wir haben getan, was wir können." Das heißt, in den nächsten Jahren wird sich nichts ändern. Beibehalten werden aber die roten Iglus für Dosen, die mit ihren scharfen Kanten häufig die Säcke einrissen. Außerdem, so gab der Landrat noch einen praktischen Rat, gebe es nach wie vor die Möglichkeit, zwei Säcke zu verwenden.

Wolfgang Schneider, Leiter der Abfallwirtschaft, stellte eine Analyse der Verpackungsanteile in der Grünen Tonne vor.

Wesentlich mehr Verpackung

72 Prozent - 39,5 Prozent mehr als noch Mitte der 1990er-Jahre - beträgt der Volumenanteil von Verpackungen. Darunter fallen etwa Voll- und Wellpappe sowie Einweggeschirr im Gegensatz zu Zeitungen, Flyern und sonstigem Altpapier.

Das Müllaufkommen im Landkreis ist nach den Zahlen, die Schneider vorstellte, in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben. "Der Wert ging dezent, aber nicht nennenswert nach unten", sagte Schneider. 2018 fielen pro Einwohner 214 Kilogramm Restmüll an, im Vorjahr waren es hingegen 216 Kilo. Der Wert von 29 Kilo Sperrmüll ist im Vergleich zu 2017 gleich geblieben. Allerdings befindet sich der Landkreis mit diesen Zahlen jeweils hinter der Stadt Coburg und vor den angrenzenden Landkreisen Coburg und Kronach.

Für Valentin Motschmann (Grüne) bedeutet das vor allem, dass der Landkreis in Zukunft mehr Aufklärung für Müllvermeidung betreiben müsse. Das hieße aber, er müsste mehr und vor allem professionelles Personal einstellen.

Eine im Grunde schon angelaufene Aktion stellte Michael Stromer, Leiter der Umweltstation, vor: den Obermainbecher. Statt sich beim Bäcker immer wieder einen neuen Becher für den Kaffee geben zu lassen, könne man einmalig für fünf Euro den Obermainbecher kaufen, der immer wieder verwendet werden könne. Dadurch, so Stromer, soll eine Bewusstseinsbildung für das Nichtwegwerfen geschaffen werden - gerade bei Schülern, denn diese griffen häufig zu den Einwegbechern. Daher müssten die Becher auch an den weiterführenden Schulen zur Verfügung stehen.

Das Konsumverhalten ändern

Die Aufklärung nicht nur im Hinblick auf Müllvermeidung, sondern auch auf Mülltrennung, müsse stärker werden, so Stromer. Dafür soll ein Umwelttipp nicht nur regelmäßig in den Amtsblättern die Haushalte über Möglichkeiten der Nachhaltigkeit informieren. Auch die sozialen Medien sollen miteinbezogen werden.

Hinzu komme die Aktion "Walking for future", in der Schüler als P-Seminar einen nachhaltigen Stadtspaziergang organisieren sollen. Diese orientierten sich an den bisherigen historischen Spaziergängen, sollen den Fokus jedoch auf den veränderten Lebensstil legen.

Eine weitere Aktion an Schulen stellte der Leiter der Umweltstation vor. Dafür solle der Müll eines Vierfamilienhaushaltes von zwei Wochen gesammelt und gereinigt werden. Die Menge werde dann vor der Klasse ausgeschüttet. "Das ist erstmal eine ganz plakative Aktion", fügte er an. Der Landrat sah darin vor allem kleine und interessante Schritte, deren Wirksamkeit beobachtet werden sollte.

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