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Lichtenfels
Sanierungen

Landkreis investiert viel Geld in seine Schulen

Der Landkreis Lichtenfels muss weiter viel Geld in seine Schulen stecken. Vor allem die Generalsanierung des Berufsschul-Altbaus wird aufwendig. Kreisbaumeister Stefan Weisser gab Kreisräten gestern einen Sachstandsbericht.
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Für eine Generalsanierung des Altbaus der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels werden erhebliche Mittel benötigt. Foto: Ramona Popp
Für eine Generalsanierung des Altbaus der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels werden erhebliche Mittel benötigt. Foto: Ramona Popp
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Schweigend nahmen zehn Kreisräte hin, was nicht zu ändern ist. Als Mitglieder des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport hörten sie, welche Baumaßnahmen an den fünf Schulen, für die der Landkreis als Sachaufwandsträger zuständig ist, anstehen. Die meisten Vorhaben sind bereits beschlossene Sache oder werden gerade umgesetzt. Im Kreishaushalt sind heuer rund 4,3 Millionen Euro im Einzelplan für Schulen und Schülerbeförderung vorgesehen. Aber die Summe, die in absehbarer Zeit in die Lichtenfelser Berufsschule investiert werden muss, taucht in dieser Rechnung noch nicht auf. Es gibt noch keine konkrete Berechnung, nur die Angabe des Kreisbaumeisters, "Pi mal Daumen": "Unter vier Millionen geht nix".

Der Altbau an der Goldbergstraße steht seit rund 50 Jahren, die Mängelliste umfasst etliche Posten.
Stefan Weisser zählte sie alle auf: Es gebe energetische Mängel an den Wänden und am Dach, die Fenster seien vor 15 Jahren ausgetauscht worden. Der Schallschutz lässt seinen Schilderungen zufolge zu wünschen übrig; in den Klassenzimmern gebe es einen lästigen Nachhall. Bei der Haustechnik machten sich die 50 Jahre ebenfalls bemerkbar. Es hätten schon undichte Leitungen repariert werden müssen. Den Anforderungen, die heute an den Brandschutz gestellt werden, wird das Gebäude mit seinen offenen Treppen und den Kabeln in der Decke, wie er aufzeigte, gleich gar nicht gerecht. "An dieser Schule zwickt's überall" lautete Weissers Fazit. Eine Generalsanierung muss also geplant werden.

Gleiches gilt für den naturwissenschaftlichen Bereich im Neubau des Meranier-Gymnasiums in Lichtenfels. Wobei hier schon das Wort irreführend ist, wie Landrat Christian Meißner (CSU) feststellte. Denn dieser Neubau sei "fast so alt wie der Landrat". In den Übungsräumen würden neue Schränke mit Absaugung benötigt; die Haustechnik steht auch hier auf der Mängelliste. Unterm Strich sind es rund 40 000 Euro, die investiert werden müssten. Mit der Regierung will man wegen einer Bezuschussung verhandeln.

Der Landrat hoffte, dass man stets in Bauabschnitten arbeiten kann, um auch die Belastungen aufteilen zu können. "Wir müssen die Kreisfinanzen im Blick behalten."

Von den beiden Realschulen in Bad Staffelstein und Burgkunstadt berichtete der Kreisbaumeister, dass man im nächsten Schuljahr dort insgesamt mit 100 Schülern im gebundenen Ganztagsbetrieb rechnet. Das bedeutet, jeweils 50 werden in beiden Schulen mittags verpflegt. Eine eigene Mensa hierfür sei in Burgkunstadt im Bau; derzeit würden die Schüler noch von der Mensa des nahen Gymnasiums mitversorgt. Auch energetisch werde die Schule auf den neuesten Stand gebracht. Außerdem entstehen an der Stelle, wo die Kathi-Baur-Halle abgebrochen wurde, neun zusätzliche Klassenräume, die im kommenden Schuljahr schon genutzt werden sollen. Im Moment werden zehn Klassen in Containern unterrichtet. Die Kosten insgesamt bezifferte Weisser auf 3,9 Millionen Euro. In der Viktor-von-Scheffel-Realschule, wo bereits im Juli Einweihung gefeiert worden war, hat man 750 000 Euro in die räumlichen Rahmenbedinungen für den Ganztagsbetrieb investiert.

Eine Entscheidung über die Dreifachturnhalle in Burgkunstadt, die Obermainhalle, steht noch aus. Bereits Ende vergangenen Jahres war der Kreisausschuss über die lange Mängelliste und Sanierungskosten von rund vier Millionen Euro informiert worden. Weil der Landrat diese Schulsportstätte als Teil eines Gesamtkonzeptes versteht, hat er die drei Bürgermeister von Alten- und Burgkunstadt sowie Weismain - inzwischen auch schriftlich - aufgefordert, sich bis Juli festzulegen, ob denn nun ein Lehrschwimmbecken - wie in Erwägung gezogen - gebaut wird oder nicht.

Immerhin konnte Kreisbaumeister Stefan Weisser mit dem positiven Urteil eines Sachverständigen aufwarten, der im März die Sicherheit geprüft hatte. Tragwerk und Auflager seien in Ordnung. Nichtsdestotrotz sollte laut Weisser die "ungünstige Dachform" mit ihren Rinnen und somit Schwachstellen bei einer Sanierung geändert werden.

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