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Kloster Banz
Ehrung

Lammert lobt auf Kloster Banz Arbeit von unschätzbarem Wert

Der Landkreis Lichtenfels hatte seine ehrenamtlich engagierten Bürger zum Empfang eingeladen. Bundestagspräsident Norbert Lammert kam als Ehrengast.
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Bundestagspräsident Norbert Lammert betonte im Kaisersaal den hohen Wert des Ehrenamts. Foto: Jann Weckel
Bundestagspräsident Norbert Lammert betonte im Kaisersaal den hohen Wert des Ehrenamts. Foto: Jann Weckel
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Einen Moment habe er ernsthaft überlegt, ob er nicht lieber etwas länger in der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen bleiben sollte, statt es bei einer Stippvisite zu belassen. "Ich wollte früher Musiker werden und bin ein paar Jahre Organist gewesen", erzählt Norbert Lammert (CDU), seit 2005 Präsident des Deutschen Bundestages, der geladenen Polit-Prominenz im kleinen Sitzungssaal des Landratsamts in Lichtenfels. Als er gesehen habe, dass um 15 Uhr dort ein Orgelkonzert stattfindet, sei das sehr verlockend gewesen. Noch dazu, weil der Domorganist aus Soest an den Tasten und Pedalen sitzen würde, was nur rund 60 Kilometer von Lammerts Heimatstadt Bochum entfernt liegt.

Doch am Ende kam doch alles so, wie geplant: Um 15 Uhr stand Norbert Lammert im Kaisersaal von Kloster Banz vor 103 ehrenamtlich engagierten Bürgern und lobte sie für ihren vorbildlichen Einsatz. Zuvor hatte er sich im Landratsamt ins goldene Buch des Landkreises eingetragen.


Ehrenamtskarte als Ticket

Zum Ehrenamtsempfang war jeder eingeladen, der Inhaber einer Ehrenamtskarte ist, die der Landkreis an engagierte Bürger vergibt. Zwar hätten aufgrund der Größe des Kaisersaals und einer Beschränkung auf 150 Personen nicht alle 602 Kartenbesitzer kommen können, doch bei insgesamt 130 Anmeldungen "nach dem Windhundprinzip", wie Landrat Christian Meißner (CSU) bemerkte, musste zur Freunde der Veranstalter niemand abgewiesen werden.

Als Bundestagspräsident kam Norbert Lammert in seiner Begrüßungsrede nicht umhin, die Lichtenfelser Ehrenamtler in einen bundespolitischen Kontext zu setzen. Denn um die Wichtigkeit des Ehrenamts herauszustellen, holte er etwas weiter aus.


Von Verfassung und Engagement

Der 1. September sei, zumindest indirekt, ein wichtiger Tag für das Ehrenamt: "Am 1. September 1948 trat der Parlamentarische Rat zusammen, um einem geteilten Land eine vorläufige Verfassung zu geben." Darüber, wie selbstverständlich die Demokratie mittlerweile geworden sei und dass immer der Staat als Problemlöser gefordert werde, kam er zum Ehrenamt.

Denn manche nehmen die Dinge selbst in die Hand, so Lammert. 15 Millionen Menschen würden sich hierzulande ehrenamtlich engagieren. "Das ist mehr, als einige EU-Mitgliedsstaaten Einwohner haben", sagte Lammert. Im Schnitt leisten diese drei bis fünf Stunden gemeinnützige Arbeit im Monat. Zwei Millionen Menschen würden aber sogar 40 Stunden pro Monat ehrenamtlich arbeiten. "Das sind 500 Stunden im Jahr", so Lammert. Ein unschätzbarer Wert für die Gemeinschaft. "Wie sollte das aus öffentlichen Kassen finanziert werden?" Rund 40 Milliarden Euro würde das den Staat kosten. "Um das in Relation zu setzen: Der Verteidigungsetat beträgt 37 Milliarden." Deshalb betonte Lammert im Namen der Parlamentarier in Berlin an die Lichtenfelser Ehrenamtler gerichtet: "Sie sollen wissen: Uns ist das schon bewusst."

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