Ebensfeld
Verkehr

Lärmschutz lässt auf sich warten

An der Autobahn A 73 gibt es immer noch eine Lücke zwischen Wall und Ausfahrt. Die Gemeinde hat der Autobahnverwaltung einen neuen Kompromiss vorgestellt.
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Es wird noch dauern, bis an der A 73 weiterer Lärmschutz für Ebensfeld kommt. Im Hintergrund ist der bereits bestehende Wall zu sehen. Foto: Tobias Kindermann
Es wird noch dauern, bis an der A 73 weiterer Lärmschutz für Ebensfeld kommt. Im Hintergrund ist der bereits bestehende Wall zu sehen. Foto: Tobias Kindermann
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Bad Staffelstein bekommt Lärmschutz, Zapfendorf und Ebensfeld nicht. "Wenn man auf der Autobahn vorbeifährt, versteht das kein Bürger", sagt der Ebensfelder Bürgermeister Bernhard Storath (CSU). Den Wall, der kurz hinter der Ausfahrt Ebensfeld in Fahrtrichtung Norden liegt, hat die Gemeinde schon selber bezahlen müssen. Rund 100 000 Euro kostete er. Dabei kam sie noch vergleichsweise günstig davon, denn dazu konnte Abraum aus dem Bau der ICE-Trasse verwendet werden. "Das ist wenigstens ein kleiner Trost dafür gewesen, dass die neue Strecke den Ort durchschneidet", sagt Storath.
Das Problem: Berechnungen der Autobahndirektion hatten ergeben, dass nur fünf Häuser im Ort Anspruch auf Lärmschutz hätten. Trotzdem hatte die Gemeinde geklagt, dazu ein Bürger. Denn man wollte sich mit diesem Ergebnis nicht zufrieden geben. Inzwischen liegt das Verfahren beim Verwaltungsgerichthof in München, der gewährt immer wieder Aufschub in der Hoffnung, dass sich zwischen Autobahndirektion und den Klägern doch noch ein Vergleich finden wird.
Das Thema Lärmschutz hat Storath noch von seinem Vorgänger Bernhard Kasper (FW) übernommen. Die ganze Angelegenheit zieht sich also seit über zehn Jahren hin. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
Denn der Teil zwischen der Unterführung, durch die die Straße in Richtung Prächting führt, und der Ausfahrt Ebensfeld fehlt noch. Das sind etwa 700 Meter Länge. Nun unternimmt die Gemeinde einen neuen Anlauf, um zu einer Lösung zu kommen. In rund drei bis vier Jahren wird eine Sanierung anstehen, dann werden die Leitplanken ausgetauscht. Hier könnte man stattdessen 1,15 Meter hohe Leitwände aus Beton montieren, so der Vorschlag. Doch die allein würden nicht reichen, um den Lärm deutlich zu verringern, betont Storath. Immerhin: Die Kosten dafür würde die Autobahndirektion tragen. Damit würde zudem eine Basis für einen weiteren Aufbau von Lärmschutzeinrichtungen geschaffen. "Man könnte zum Beispiel Wände aus Kunststoff daran verankern." Solche Systeme seien zum Lärmschutz an Autobahnen zugelassen. Aber auch andere Lösungen seien denkbar.
Doch wer zahlt dafür? Momentan würde es auf die Gemeinde Ebensfeld herauslaufen. Je nach gewählter Variante würden auf die Gemeinde Kosten von 300 000 bis 500 000 Euro zukommen. Doch man verweist in der Gemeinde auf den starken Anstieg des Verkehrs. Direkt bei Ebensfeld befindet sich eine Zählstelle, die alle vorbeifahrenden Autos und Lastwagen erfasst. "Wir liegen schon jetzt auf dem Niveau, das erst für 2025 vorhergesagt wurde", sagt Storath. Das möchte Ebensfeld schon bei den Verhandlungen berücksichtigt wissen.
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