Bad Staffelstein
Einzelhandel

Längere Öffnungszeiten? Das sagen die Bad Staffelsteiner

Hubert Aiwanger (FW) hat an zwei Tagen im Jahr längere Öffnungszeiten gefordert. Was aber, wenn man dauerhaft dazu übergehen würde?
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Könnte am Abend mehr los sein in Bad Staffelstein als an einem Mittwochmittag? Foto: Niklas Schmitt
Könnte am Abend mehr los sein in Bad Staffelstein als an einem Mittwochmittag? Foto: Niklas Schmitt

In Bayern gilt das Ladenschlussgesetz des Bundes. Eine eigene Regelung wurde noch nicht getroffen. Hubert Aiwanger (FW) forderte bereits im März eine Liberalisierung der verkaufsoffenen Sonntag und hat vor kurzem "lange Verkaufsnächte" ins Spiel gebracht.

Gemeint ist damit keine dauerhafte Änderung der Öffnungszeiten, wie sie im März noch Martin Hagen, Fraktionschef der FDP im bayerischen Landtag, für wichtiger hielt. Vielmehr will Aiwanger die Möglichkeit für den Einzelhandel, zweimal im Jahr seine Geschäfte ohne Anlass - wie etwa Stadtfeste - zu öffnen.

Die CSU lehnt den Vorstoß ab. Seit der Föderalismusreform von 2006 dürfen die Länder die Ladenöffnungszeiten selbst festlegen. Damals hatte es innerhalb der CSU für die Erweiterung keine Mehrheit gegeben. Seitdem wurde eine Änderung der Öffnungszeiten nicht mehr in Frage gestellt.

Was wäre wenn?

Dennoch wird immer wieder über eine Erweiterung über die bisher geltende Ladenschlusszeit 20 Uhr hinaus diskutiert. Aber wie sieht man das in Bad Staffelstein?

Da sind sich CSU und Freie Wähler einig. Winfried Ernst, Fraktionssprecher im Stadtrat für die Freien Wähler, sagt: "Ich halte es nicht für gut." Meint aber auch, dass es sicherlich eine Diskussion wert sei.

Andreas Pfarrdrescher (CSU) ist ebenso dagegen. "Ich denke, dass bei uns auf dem Land die Öffnungszeiten bis 20 Uhr ausreichend sind."

Damit trifft er einen Punkt, den die meisten vorbringen. Bernhard Werner, der verschiedene Edeka-Läden im Landkreis betreibt, sieht keinen Bedarf an längeren Öffnungszeiten. "Das mag vielleicht in einer Großstadt gehen, aber auf dem Land sehe ich das schwierig."

Das sind jedoch nicht die einzigen Schwierigkeiten, die er bei einer Änderung der Öffnungszeiten sieht. "Die Kosten laufen davon und der Umsatz kommt nicht mit." Schließlich bräuchte er dann auch mehr Personal, da Mindestruhezeiten bei längeren Arbeitszeiten gelten. Außerdem gelten um bei späteren Uhrzeiten andere Tarife. All das würden die Kosten steigern.

Auch Nadine Engelmann, die bei Mode-Dinkel arbeitet, hält nicht viel von der Änderung: "Das kommt bei uns ohnehin nicht in Frage." Dann würde sich alles nur verschieben, meint sie. Manche würden dann eben später einkaufen, aber mehr würden es dadurch nicht werden.

Ihre Kollegin Christine Reinhardt sagt deutlich: "Ich will noch nicht mal bis 20 Uhr arbeiten." Ihr Geschäft hat in der Woche bis 18 Uhr und am Samstag bis 13 Uhr geöffnet, das sei ausreichend, meinen beide.

So ist man sich in Bad Staffelstein einig. In der Stadt seien längere Öffnungszeiten vielleicht eine Option, auf dem Land hingegen nicht. Die Kosten für die Ladenbesitzer seien zu hoch und die Arbeitnehmer würden zu sehr belastet werden. Um das in Kauf zu nehmen, sei der Nutzen nicht hoch genug, den eine Liberalisierung bringen würde.

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