Lichtenfels
Ausstellung

Kunst in Schney auf dem Weg nach oben

Die Franken-Akademie will vermehrt und regelmäßig Menschen über die Kunst in Austausch miteinander bringen.
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Der Kunst nach oben verhelfen will in seinem Haus auch Geschäftsführer Martin Lang. Malerin Claudia Scheler und er sind auf diesem Bild auf dem Weg zum Sängersaal. Foto: Markus Häggberg
Der Kunst nach oben verhelfen will in seinem Haus auch Geschäftsführer Martin Lang. Malerin Claudia Scheler und er sind auf diesem Bild auf dem Weg zum Sängersaal. Foto: Markus Häggberg
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Geht es nach Martin Michael Lang, dann wird das Kommende keine Ausnahme sein. Dem Geschäftsführer der Franken-Akademie schwebt da etwas Quartalsmäßiges vor. Kunst und Kultur in einer politischen Bildungsstätte? Eine Frage, die in seinem Fall auch das Demokratieverständnis streift.

Claudia Scheler steht auf einer Leiter im Sängersaal und ist gerade dabei, einen Schrank abzudecken. Es ist Mittwoch und noch zwei Tage hin bis zu ihrer Vernissage am heutigen Freitag um 18 Uhr im ersten Stock. Titel: "Claudia Scheler - Miteinander reden." 27 Bilder, Gedichte bzw. Installationen sind dafür ausgesucht worden. Die Frau, die ursprünglich aus Essen stammt und in der Schney heimisch wurde, hat die Werke dazu, "wir haben die Räumlichkeiten", ergänzt Lang zu zwei Zimmern im Schloss.

Doch die Kunstausstellung hat noch weitere Elternschaften, mitunter sogar kuriose. Hardy heißt wirklich Hardy mit Vornamen und Rothe mit Nachnamen. Er arbeitet als Hausmeister in der Franken-Akademie. Ein guter Geist des Schlosses, wenn man so will. Und gäbe es nicht seit kurzem dieses neue Programm der Bundeszentrale für politische Bildung mit Namen "Miteinander reden", dann hätte Lang seinen guten Geist gar nicht erst gefragt, ob er jemanden wüsste, der in dieses Programm gut reinpassen würde. Der Mann wusste, der Mann ist zufällig mit der Familie Scheler befreundet und empfahl Claudia Scheler.

Empfehlung des Hausmeisters

Die 63-jährige Rentnerin studierte an der Freien Kunstakademie in Essen, übte sich in unterschiedliche Techniken ein, benutzt Ölfarben, aber auch Naturmaterialien und Mischtechniken. 2002 zog sie nach Lichtenfels und ihre Bilder wurden mehrfach ausgestellt. Das wusste Hardy Rother, das meldete er auch. Auf die Empfehlung verließ sich Lang und entschloss sich, die Bilder in Augenschein zu nehmen.

Und Scheler? Die Frau ist seit drei Jahren auch im Hospizwesen als Helferin tätig und unterstützt Familien dabei, dass deren Angehörige daheim sterben können. Sie ist dem Hospizwesen verbunden und sichert zu, eventuelle Verkaufserlöse der Ausstellung ganz an einen Hospizverein abzuführen. "Das Thema Sterben ist bei uns in der Gesellschaft außer Blickweite geschoben worden", sagt sie. Miteinander reden könnte da helfen. Begibt man sich auf die Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung (BPZ), dann begegnet man dort einem interessanten Satz: Für die "politische Bildungsarbeit in den ländlichen Räumen müssen wir neue Wege gehen", heißt es da. Und weiter: "Mit klassischen Seminarangeboten erreichen wir nicht die Menschen und die politische Bildung muss innovative Bildungsformate entwickeln." Ein Satz, der den Leiter der politischen Bildungsstätte Franken-Akademie anspricht. "Meine Auffassung von Demokratie ist auch, dass man Leute miteinander ins Gespräch bringt und nicht sagt: So, hier, das ist Demokratie und nun macht mal."

Gespräche über Bilder soll es geben, auf diese Weise kann Kunst dazu dienen, Brücken zwischen Menschen zu bauen. Doch im Rahmen des BPZ-Programms will Lang nun etwas forcieren. Die Franken-Akademie soll vermehrt Menschen über die Kunst in Austausch miteinander bringen. "Mindestens vierteljährlich und im Eintritt kostenlos", so der Mann. Das würde bedeuten, dass seine Einrichtung zu einem Anlaufpunkt für Kunst im Landkreis würde. "Ich hoffe es doch sehr!", bestätigt Lang beharrend. Die Eintritte werden frei sein, so wie heute Abend um 18 Uhr. Dann wird in das Werk Claudia Schelers auch durch einen Doktor der Philosophie eingeführt. Öffnungszeiten: Nahezu täglich von 8 bis 16 Uhr, empfohlen wird aber vorheriger Anruf unter 09571/9750-0.

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