Kleinziegenfeld
Natur

Kleinziegenfelder Tal: Radweg durch unberührte Natur - was ist möglich?

Durch das Kleinziegenfelder Tal soll ein Rad- und Wanderweg gebaut werden. Wegen der einzigartigen Beschaffenheit des Geländes wird es allerdings keine gewöhnliche Strecke geben.
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Im Herbst hat das Kleinziegenfelder Tal seinen besonderen Reiz.
Im Herbst hat das Kleinziegenfelder Tal seinen besonderen Reiz.
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Der Wunsch, einen Rad- und Wanderweg durch das Kleinziegenfelder Tal zu verwirklichen, ist schon länger vorhanden. Nun scheint dies tatsächlich möglich zu sein. Vor kurzem gab es einen Termin in Kleinziegenfeld mit Bundestagsabgeordneter Emmi Zeulner (CSU) und dem Weismainer Bürgermeister Udo Dauer (CSU). Die Bundestagsabgeordnete stellte gleich unmissverständlich fest, dass es keinen klassischen Radweg im üblichen Sinne, also geteert und über zwei Meter breit, in diesem schützenswerten Bereich geben wird. Wichtig dabei werde aber auch die Perspektive von Wanderern und Radfahrern bleiben. Es gelte, einen ersten Schritt zu machen, der zu einem Interessens-ausgleich führen wird. Der hochsensible Naturschutzbereich müsse im Einklang mit einem sanften Tourismus erfolgen.

Entlang des Trampelpfads

Es wäre ein zielführendes Modellprojekt entlang eines bestehenden Trampelpfads. Hier sei nur eine angemessene Erweiterung für Fahrradfahrer und Wanderer möglich.

Mit dem Bund Naturschutz wurden bereits dazu erste vielversprechende Gespräche geführt. Bei einer Bürgerversammlung in Kleinziegenfeld soll dies demnächst zusammen mit den anwohnenden Bürgern, heimischer Gastronomie, dem Landkreis Lichtenfels, der Stadt Weismain, Kletterern, Fahrradfahrern und Wanderern vertieft werden.

Der wichtigste Grundsatz dabei ist, dass der naturbelassene Charakter des Kleinziegenfelder Tales gewahrt bleibt. Dies sah Bürgermeister Udo Dauer ähnlich. Alle müssen mit ins Boot genommen werden. Wenn man will, das in der Freizeit nicht nur das Auto bewegt werden soll, sondern auch die eigenen Beine beim Wandern und Radfahren, muss dafür auch etwas getan werden. Er bemerkt, dass sogar in der Regionalplanung Bayern - Oberfranken West von Umgehungen der Juraortschaften Modschiedel und Wunkendorf steht, dass nach der dortigen Fertigstellung der Schwerlastverkehr aus dem Kleinziegenfelder Tal herausgenommen werden soll.

Einklang mit der Umgebung

Udo Dauer ist der Meinung, dass es durchaus möglich ist, dass alle im positiven und erhaltenswerten Einklang mit dem Kleinziegenfelder Tal leben können. Emmi Zeulner erklärte zur Finanzierung, dass sie mit diesem Modellprojekt die vielversprechendsten Förderungen anstreben wird.

Das Kleinziegenfelder Tal wird von Mischwäldern dominiert. Im Tal wächst eine Vielzahl verschiedener Blumen, Gräser und Farne. Einige der Pflanzen sind sehr selten, sind gefährdet und deshalb geschützt.

Ein Beispiel für ein Tier, das in dem schützenswerten Tal lebt, ist der Apollofalter. Das Insekt findet hier optimale Lebensbedingungen vor. Dies ist untrennbar mit offenen Kalkfelsen verknüpft, die ohne Büsche bestehen. Die gefährdeten Falter sind auf die Weiße Fetthenne als einzige Futterpflanze angewiesen, die nur dort wächst.

Über Jahrhunderte entstanden

Bei Kleinziegenfeld und Wallersberg befinden sich große Trocken- und Halbtrockenrasenhänge mit gleichmäßigem Wacholderbewuchs. Diese Hänge sind über mehrere Jahrhunderte entstanden. Ursächlich für die einzigartige Natur war die intensive Beweidung mit Schafen der Bewohner der Juradörfer. Dadurch konnte sich keine üppige Vegetation entwickeln. Insgesamt mit den darin liegenden Mühlen und angrenzenden Orten kann man das gesamte Tal als ein besonders liebenswertes und erhaltenswertes Stück Heimat bezeichnen.

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