Altenkunstadt
Erweiterung

Kleine Lösung für das Pfaffendorfer Baugebiet

Der Altenkunstadter Gemeinderat entschied sich für eine Stichstraße und lediglich sechs Bauparzellen. Die große Variante wurde mehrheitlich abgelehnt.
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Neuer Wohnraum für Pfaffendorf: Im oberen Teil des Felds wird im Anschluss an die Wohnbebauung ein Baugebiet mit sechs Parzellen erschlossen. Die Erschließungskosten belaufen sich auf rund 385 000 Euro.  Foto: Stephan Stöckel
Neuer Wohnraum für Pfaffendorf: Im oberen Teil des Felds wird im Anschluss an die Wohnbebauung ein Baugebiet mit sechs Parzellen erschlossen. Die Erschließungskosten belaufen sich auf rund 385 000 Euro. Foto: Stephan Stöckel

In punkto Baugebiet bleibt in Pfaffendorf alles beim Alten. Bereits vor einem Jahr hatte der Altenkunstadter Gemeinderat nach einem rein informativen Vortrag zu einer kleinen Lösung mit einer Stichstraße und sechs Bauparzellen tendiert. Jetzt wurde daraus ein konkreter Beschluss: Mit acht zu vier Stimmen wurde die große Variante, die zwölf Parzellen vorsieht und Gesamtkosten von 652 000 Euro verursacht hätte, abgelehnt. Damit wurde der Weg freigemacht für die kleinere und günstigere, die die Gemeinde rund 385 000 Euro kostet.

"Wir brauchen keine Lösung, die Pfaffendorf aufbläht und bei der wir künstlich Leute herholen, sondern eine, die dem Vereinsleben und der Gemeinschaft guttut." Mit dieser Aussage traf Zweiter Bürgermeister Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile den Nerv der Pfaffendorfer Zuhörer, die spontan Beifall klatschten.

Bürgermeister sieht es anders

Im vergangenen Jahr hatte es geheißen, dass junge Leute aus dem Ort in den Startlöchern stünden und bauen wollten. Für diese müsse man, sagte Deuerling, möglichst schnell Wohnraum schaffen.

Bürgermeister Robert Hümmer (CSU), der zum unterlegenen Flügel im Gremium zählte, sah die Sache etwas anders: "Frisches Blut hat noch keinem Ort geschadet", lautete seine Erwiderung. Für ihn wäre die große Lösung ein wunderbarer Lückenschluss für Pfaffendorf gewesen.

Bauingenieur Manuel Kellner aus Bad Staffelstein und der Weismainer Architekt Georg Dietz hatten die drei verschiedenen Varianten, von denen zwei in die engere Diskussion kamen, vorgestellt. Errichtet werden soll das Wohnareal oberhalb der Staatsstraße zwischen der bestehenden Bebauung und der Straße zum Kordigast, die als Zufahrt dienen wird.

In unmittelbarer Nähe zu dem Baugebiet steht ein Rinderstall. Um eine Geruchsbelästigung zu vermeiden, muss ein gewisser Mindestabstand eingehalten werden. Ursprünglich waren 35 Meter vorgesehen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass dieser nicht ausreichend ist. "In dem Stall leben 34 Tiere. Es können aber bis zu 56 untergebracht werden. Aus diesem Grund muss der Abstand 42,5 Meter betragen", erklärte Dietz.

Zugleich wies er darauf hin, dass das Straßenbauamt Bamberg an der Einmündung von der Staatsstraße in die Straße zum Kordigast ein Sichtdreieck mit einer Breite von 70 Metern vorschreibe. In diesem Bereich, sagte der Experte, dürfe keine Bebauung oder Bepflanzung erfolgen. Im Falle einer großen Lösung hätte die Bebauung bis an die Staatsstraße gereicht, was den Bau einer begrünten und drei Meter hohen Lärmschutzwand mit sich gebracht hätte.

"Hinter einer Mauer, die Schatten wirft, möchte ich nicht wohnen", sprach Walter Limmer von der Jungen Wähler-Union (WU) so manchem Ratsmitglied aus der Seele.

Weiterentwicklung gesichert

In den vergangenen Monaten wurden im Rahmen mehrerer Workshops Ideen für eine Weiterentwicklung Altenkunstadts entworfen. Der Gemeinderat vollzog nun einen weiteren Schritt, damit diese einmal umgesetzt werden können: Bei der Regierung von Oberfranken beantragte er, im Rahmen der bayerischen Förderinitiativen "Flächenentsiegelung" und "Innen statt außen" folgende Projekte anzumelden beziehungsweise im Programm zu belassen: die Gestaltung des Raiffeisenplatzes inklusive Renaturierung der Weismain und die Entwicklung und Revitalisierung der leerstehenden Gebäude Gerbergasse 2 und 10 sowie Theodor-Heuß-Straße 17 und 19. Auch die Neumühle, die von einem Privatmann saniert worden war, und die Erneuerung seines Mühlrades durch die Gemeinde zählen dazu.

Erfreulich: Der Freistaat hat Förderbeträge für Altenkunstadt reserviert. In den allgemeinen Landesmitteln für die Städtebauförderung sind es 640 000 Euro, im Fördertopf "Innen statt außen" 725 000 Euro.

Grundschüler müssen wochenlang in die Mittelschule ausweichen

Während der Generalsanierung der Grundschule werden die Kinder in Containern unterrichtet. Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) teilte bei der Gemeinderatssitzung mit, dass sich bei der Lieferung der Ersatzräumlichkeiten Probleme ergeben hätten, die die Hortkinder betreffen: "Die Container stehen zum Hortbeginn am 23. August nicht zur Verfügung. Sie sollen bis spätestens 18. Oktober aufgestellt sein", sagte Hümmer.

Ausweichmöglichkeiten

Bis die Container stehen, werden die Buben und Mädchen übergangsweise in der Mittelschule untergebracht. Dort stehen nach Auskunft des Redners zwei Klassenzimmer, ein Hausaufgabenraum und eine Essensausgabe zur Verfügung. Zu den jeweiligen Schulschlusszeiten (11.20, 12.05 und 12.50 Uhr) steht ein Schulbus zur Verfügung, der die Hortkinder von der Grundschule zur Mittelschule bringt.

56 Grundschüler wollen im nächsten Schuljahr den Hort besuchen. Plätze sind aber nur für 47 Kinder vorhanden. Als Ausweichmöglichkeit bietet das BRK Räumlichkeiten im Jugendzentrum "PINS" an. Laut Hümmer würden fünf Eltern ihre Kinder gerne in der Einrichtung betreuen lassen. Derzeit werde vom BRK geprüft, wie die Kindertagespflege genau auszusehen habe. "Eine Betreuung ist ab dem 1. Oktober möglich", sagte Hümmer.

Die Mainecker Malzfabrik ist in ihrem derzeitigen Zustand für viele ein Schandfleck. Die Gemeinde Altenkunstadt kann mit den Planungen für eine Nachnutzung beziehungsweise Revitalisierung des maroden Geländes beginnen. Das Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg gab grünes Licht für einen vorgezogenen Maßnahmenbeginn.

Im Zuge der Dorferneuerung wurde die Weidnitzer Straße in Strössendorf neu gemacht. Die Anwohner hatten sich aufgrund der Straßenausbeitragssatzung, die inzwischen nicht mehr angewendet wird, an der Maßnahme finanziell beteiligen müssen.

Auf Härtefallfonds hingewiesen

Jan Riedel (parteilos) hatte in der vergangenen Sitzung darauf hingewiesen, dass zwischen dem Brunnen und dem ehemaligen Raiffeisenbankgebäude erste Schäden am Asphalt aufgetreten seien, und eine Beseitigung verlangt. Daraufhin kam es zu einem Ortstermin und zu einem Beschluss. Die Schiedsstelle am Amt für ländliche Entwicklung hielt das Aufbringen einer komplett neuen Deckschicht für unverhältnismäßig und die bereits durchgeführten partiellen Ausbesserungen für ausreichend.

Riedel gab sich damit aber nicht zufrieden. Er beantragte, dass sich der Bauausschuss vor Ort ein Bild machen sollte, was mehrheitlich abgelehnt wurde.

Riedel machte auch darauf aufmerksam, dass es einen Härtefallfonds für die Straßenausbaubeiträge gebe. Dieser komme den Beitragszahlern zugute, die zu Straßenausbaubeiträgen im Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2017 herangezogen und durch diese unzumutbar belastet worden sind. Dafür stelle, so Riedel, der Freistaat insgesamt 50 Millionen Euro zur Verfügung.

Hümmer nahm den Hinweis dankend zur Kenntnis und versicherte, im Amtsblatt die Bürger darauf hinzuweisen.

Gedenken an Robert Fiedler

Zu Beginn der Sitzung hatten sich die Räte im stillen Gedenken an Robert Fiedler (FBO) erhoben, der am 13. Juli gestorben war. Der Ehrenmedaillenträger aus Maineck war ein Urgestein des Gemeinderates, in dem er 30 Jahre lang, von 1984 bis 2014, verdienstvoll gewirkt hatte.

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