Weismain
Ferienprogramm

Kinder lernen Weidenflechten in Weismain

Beim Flechtkurs in Weismain wurde den Kindern von Schreinerin Steffi Schreiber auch das Bewusstsein für Naturmaterialien nähergebracht.
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Annika und Christoph (vorne) haben schnell den Bogen heraus und helfen anschließend den anderen Kindern beim Weidenflechten.  Foto: Roland Dietz
Annika und Christoph (vorne) haben schnell den Bogen heraus und helfen anschließend den anderen Kindern beim Weidenflechten. Foto: Roland Dietz
Im Rahmen des Sommerferienprogramms zeigte Steffi Schreiber Kindern ab acht Jahren in Weismain, wie große bunte Windlichter geflochten werden. Es war verblüffend, welche Wirkung das Weidenflechten auf die Teilnehmer hatte.


Neues ausprobieren

Manche Kinder waren zu Beginn lustlos, weil es nicht so recht klappen wollte, doch am Ende waren sie nicht mehr von ihren Windlichtern wegzubekommen. Immer wieder fiel ihnen etwas Neues ein, das man noch dazuflechten könnte. "Handwerk ausüben bedeutet Lösungen finden und Neues ausprobieren", sagte die gelernte Schreinerin Schreiber. Und das taten die Kinder mit großer Hingabe.

Die Veranstaltung fand am Wasserspielplatz in Weismain statt. Die Kinder erstellten zunächst ein Fundament. Auf einer kleinen Holzplatte mit Löchern werden die Weidenruten mit etwas Leim eingesteckt. Die ersten Ruten werden dann um die gesteckten herumgezogen. Die Weiden hat Schreiber in Wasser eingelegt, damit sie biegsam und geschmeidig sind. Immer wieder entgegengesetzt werden sie eingeflochten. Wenn man weitere Weiden über Kreuz dazu fügt, erhält das Gebilde eine gute Festigkeit. Nina hat den Dreh schnell heraus. Beim gegenseitigen Beobachten entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Den Kindern, die sich noch schwer tun, wird von den anderen geholfen.

Dann kommt der kreative Teil. Andere Farben von Ruten und Weidenrinde, aber auch der Einbau von Fenstern wird nun ausprobiert - und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Dabei sind alle erstellten Arbeiten grundverschieden. "Auch das ist eine tolle Sache beim Flechten, es kommt immer wieder etwas anders heraus", erklärt Schreiber. Christoph hat schnell den Bogen heraus und flechtet Fenster ein. Er habe das schon in der Schule gemacht und es habe ihm gut gefallen. Seine Schwester Annika flechtete beim Schulfest, auch sie habe großen Spaß daran.



"Flechten ist wie Musik"

Zum Schluss leben alle ihre kreative Ader aus. Es sind tolle Windlichter entstanden, in die man Teelichter stellen kann. "Flechten ist wie Musik, es entsteht Rhythmus und die Weiden schwingen wie Töne", sagt Schreiber. "Es ist damit ein Erspüren des eigenen Gefühls besonders bei Kindern. Ich möchte ihr Bewusstsein schärfen für einfache Naturmaterialien." Genaues Betrachten und Formen der Flechtstrukturen schärfe den Blick und schaffe einen Bezug zur
Natur.
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