Lichtenfels
Schließung

Kein Leerstand im Möbelhaus

Die Tage des Schmolke-Centers sind gezählt, aber es geht mit einem Küchenstudio in der Nähe weiter. Und am bisherigen Standort wird ein Leerstand vermieden.
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Das Schmolke-Möbel-Center in Lichtenfels schließt, doch ein Nachmieter ist bereits gefunden.
Das Schmolke-Möbel-Center in Lichtenfels schließt, doch ein Nachmieter ist bereits gefunden.
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"Nur noch wenige Tage, dann ist Schluss!!!" So ist die jüngste Anzeige der Unternehmensgruppe Stark überschrieben, die auf den Räumungsverkauf im Möbelcenter Schmolke hinweist. Die Schließung des traditionsreichen Hauses nahe der B 173/Ausfahrt Lichtenfels-Mitte war bereits im alten Jahr angekündigt worden. Geschäftsführer Raimund Stark hatte seinen Schritt mit einer geplanten Neustrukturierung des Unternehmens im Hinblick auf ein allgemein verändertes Kaufverhalten begründet. Hochwertige Einrichtung sei weniger gefragt als "öfters mal was Neues, dafür aber günstig". Dass auf den rund 8000 Quadratmetern kein Leerstand entsteht, war Stark wichtig. Ohne einen Nachmieter gefunden zu haben, habe er die Veränderung nicht angehen wollen, sagt er.

SB-Möbel-Filialist zieht ein

Inzwischen sei gesichert, dass mit Boss SB-Möbel dort ein hochwertiger Mitnahmemöbelmarkt einziehen wird. Das Unternehmen mit Sitz in Porta Westfalica hat deutschlandweit über 100 Filialen.

Der Hauptgeschäftsbereich von Möbel-Schmolke, die Küchen, wird nicht weit entfernt, in der Robert-Koch-Straße 7, fortgesetzt. Raimund Stark hat die Immobilie, in der sich zuletzt das "Kaufland" befand, im November gekauft. Im Obergeschoss plant er ein Küchenstudio unter dem Namen "StarKüchen". Eröffnung soll bereits im Mai sein. Der Name Schmolke wird nicht verschwinden, sondern im künftigen Geschäftslogo noch auftauchen. Denn auch die "Schmolke-Küchenprofis" werden weiter an Bord sein: Fast alle bisherigen Mitarbeiter, rund 30, wechseln mit; Stark hat zugesagt, sie weiterzubeschäftigen. Und: Um bisherige Kunden werde man sich auch in Sachen Reparaturen und Gewährleistung weiterhin kümmern.

Für den Rest der Fläche im Obergeschoss und für das Erdgeschoss bemüht sich der Geschäftsmann um Mieter. Bis zu acht verschiedene Geschäfte kann er sich vorstellen, Details möchte er noch nicht nennen. "Wir haben sehr viele Interessenten, sind aber weiter gern gesprächsbereit."

Die Nutzungsmöglichkeiten sind durch Vorgaben der Bauleitplanung der Stadt eingeschränkt. Beispielsweise ist dort weder ein weiterer Lebensmittelmarkt noch eine Gaststätte erlaubt. Der Vorbesitzerin (Koch-Invest-Unternehmensgruppe, Nürnberg) hatte dieser seit 2016 bestehende Beschluss nicht gefallen; sie hatte eine juristische Prüfung angestrengt. Es blieb aber bis heute bei diesen Rahmenbedingungen. Das Gebäude war in den 1980er Jahren von einem heimischen Investor errichtet und 2006 versteigert worden.

Nach über einem Jahr Leerstand soll bald wieder Leben einziehen. Einen neuen Namen gibt es schon: "Leuchsenbach-Center". Im bisherigen Schmolke-Gebäudekomplex an der Ecke Theodor-Heuss-/Viktor-von-Scheffel-Straße befinden sich ebenfalls neben dem Möbelbereich weitere Geschäfte, und das wird auch so bleiben. Der Grundstein für diese Immobilie wurde in den 1970er-Jahren gelegt, zunächst für ein Küchenhaus, das auf die 1951 in Michelau gegründete Schreinerei von Karl Schmolke zurückging. Sein Sohn Siegbert machte das Geschäft zu einer der ersten Adressen für Küchen in der Region. Durch bauliche Erweiterung entstand in den 1990er-Jahren das Möbelzentrum, wie man es heute kennt. Als sich der Inhaber 1994 zurückzog, wurde das Haus Teil der Unternehmensgruppe Stark. Deren Firmengeschichte hatte ihren Anfang übrigens ebenfalls in einer Schreinerei - in Oberhaid im Landkreis Bamberg.

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