End

"Katzenjammer" sorgt für ausverkaufte Halle

Das voller Leidenschaft gespielte Stück "Katzenjammer" von Bernd Gombold sorgt in End für ausverkaufte Vorstellungen.
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Die beiden Indianer Alois (Thomas Dinkel) und Opa Otto (Tino Bechmann) sind auf Kriegspfad. Foto: Gerd Klemenz
Die beiden Indianer Alois (Thomas Dinkel) und Opa Otto (Tino Bechmann) sind auf Kriegspfad. Foto: Gerd Klemenz
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von unserem Mitarbeiter Gerd Klemenz

End — Für Katzenjammer kann es die verschiedensten Ursachen geben, und nur in wenigen Fällen ist eine richtige Katze beteiligt. Häufig wird dabei auch der süffisante Name "Kätzchen" von Menschen falsch interpretiert und dann auf junge Damen bezogen. Diese Dinge reichten dem fleißigen Theaterstückeschreiber Bernd Gombold aus, um drumherum ein Stück zu entwerfen. Das Geschehen verlegte Gombold auf den Schwodlerhof, der natürlich in End steht. Und zwar auf der Bühne im Sportheim des Schwabthaler SV, wo ihn die fleißigen Kulissenbauer Realität werden ließen.

Authentische Kulisse

Die Bühnenbildner geben sich große Mühe, um eine authentische Kulisse zu schaffen, vor der die Theatergruppe dann spielt.
Da fehlen weder das Klohäuschen mit ausgesägtem Herzchen noch der Holztisch oder der Brunnen im Hof. 43 Hektar, 60 Milchkühe, 150 Schweine und drei "Bulldogs" gehören zum Schwodlerhof, und der gehört der Bank. "Nur weil der Kurt unsere Brigitte kurz vor der Hochzeit sitzen gelassen hat und mit den gesamten Ersparnissen abgehauen ist", erklärt Otto, der Opa der gutmütigen Jungbäuerin Brigitte, die den Hof alleine bewirtschaftet und nun verkaufen muss. Otto, sein Freund Alois und Knecht Resi verbringen ihre Tage damit, der Arbeit aus dem Weg zu gehen und Streiche gegen den im Altenteil hausenden Künstler Friedbert auszuhecken, der sich alles, was er zum Leben braucht, vom "Fräulein Brigittchen" ausleiht.
 
Nie wieder Koteletts?

Bis sich telegrafisch Kaufinteressentin Henneliese von Guttenberg mit ihrem 17-jährigen Kätzchen Charlotte anmeldet. In Erwartung eines flotten Teenagers werfen sich die alten Herren in Schale. Zu ihrem Leidwesen entpuppte sich das Kätzchen tatsächlich als schwer vom Rheuma geplagte Katze, die schnellsten im Gülleloch zu ertränken ist. Die nächste Hiobsbotschaft aus dem Mund der arroganten Adeligen ließ nicht lange auf sich warten: Das Anwesen soll in einen vegetarischen Versuchshof umgewandelt werden. Nie wieder Koteletts, nie wieder Schlachtschüssel, hallte es durch die Köpfe von Alois, Otto und Resi, stattdessen künftig nur noch Kartoffeln, Gemüse und Salat. Daraufhin beschließen sie: "Die Spinatwachtel muss weg".
Eine Schlachtung wird inszeniert, Charlotte verschwindet, stattdessen tauchen gebratene "Katzenschlegel" und ein Fell um den Bauch des mit "Feuerwasser" abgefüllten und als Indianer verkleideten Friedbert auf. Henneliese fällt von einer Ohnmacht in die nächste und reist schließlich samt frisch verliebtem Lebenskünstler ab. "Ich will einen Hof mit Bäuerin kaufen, egal wie er aussieht", verkündet der stotternde Junggeselle Gräble, bevor er von den Schwodlerhof-Männern in das Bett der betagten Damen Kreszenz und Roswitha geschickt wird. Diese hatten den Hof für ihren über umsorgten Neffen "Büble Peterle" als Mitgift für seinen Eintritt ins Kloster und seine spätere Karriere als "Erzabt" ausersehen. Ein Mannsbild, das den Herren auf dem Hof und auch der Bäuerin gefallen könnte, wäre da nicht dieser fürchterliche hindernde Umstand gewesen, dass er das katholische Priesterseminar besucht. Da "Bübli Peterle" schon vor zwei Jahren das Priesterseminar abgebrochen hat, seitdem heimlich Landwirtschaft studiert, sich in Brigitte verliebt und sofort mit Otto, Alois und Resi verträgt, gibt es dann doch noch ein Happy End.

Strapaziöse Proben

Die Schwabthaler Theatergruppe spielt den "Katzenjammer" noch am Freitag, Samstag und Sonntag jeweils um 19 Uhr in Sportheim in End. Hierfür gibt es keine Karten mehr! Als Schauspieler wirkten mit: Sabine Kargoll als die hübsche Bäuerin Brigitte, Tino Bechmann als Opa Otto und für jeden Streich zu haben, Thomas Dinkel als der trinkfeste Nachbar Alois. Den Knecht Resi spielt Petra Engert, den Lebenskünstler Friedbert spielt Christian Schauer, die überheblich und arrogante Adelige Henneliese spielt Monika Dinkel. Die betagte Frau Kreszenz verkörpert Eva-Maria Dusold, ihre schwerhörige Schwester ist Nina Andert sowie deren schlagfertiger Enkel Peter spielt Michael Schauer. Bernd Schramm spielt den Junggesellen Gräble. Als Souffleuse fungiert Simone Baumann. Die Darsteller verkörperten ihre Personen mit voller Leidenschaft. Durch den Applaus des Publikums lassen sich die Strapazen der Proben in den vergangenen Wochen vergessen. Für den Aufbau der Bühne waren Sven Stöckert, Stefan Heidenreich und Heiko Andert verantwortlich. Die Möbel auf der Bühne stellte Karlheinz Gründel bereit. Michael und sein Cousin Christian Schauer standen erstmals gemeinsam in End auf der Theaterbühne im Sportheim. Seit 1996 wird in End bereits Theater gespielt.

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