Lichtenfels
Tierquälerei

Kater Jimmy überlebt Schüsse aus Luftdruckgewehr

Anfang Februar schoss ein Unbekannter in Mainroth mit einem Luftdruckgewehr auf Kater Jimmy. Die Kugel verfehlte nur knapp die Lunge und musste operativ entfernt werden.
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Das Fell von Kater Jimmy wird schon bald wieder in seiner vollen Pracht glänzen. Foto: Anja Schreinert
Das Fell von Kater Jimmy wird schon bald wieder in seiner vollen Pracht glänzen. Foto: Anja Schreinert
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Der Kater Jimmy sitzt auf dem Küchentisch und gähnt. Er hat seine Verletzung gut überstanden. Das Fell, das für die Operation abrasiert wurde, wächst schon wieder nach. Er schaut sich noch einmal um, ob alles in Ordnung ist, dann will er raus in den Garten.

Als Astrid Münch am 4. Februar um 16.15 Uhr von der Arbeit nach Hause kam, saß Jimmy auf der Mauer vor dem Haus. Er sprang herunter und folgte ihr humpelnd ins Haus. Astrid Münch dachte zunächst, der Kater sei irgendwo heruntergefallen und unglücklich gelandet, aber als sie ihn streichelte, hatte sie auf einmal Blut an der Hand. Erschrocken rief sie ihren Sohn, der den Kater gerade eine halbe Stunde zuvor aus dem Haus gelassen hatte.

Die beiden fuhren mit Jimmy in die Tierärztliche Klinik Stadtsteinach, wo er untersucht und geröntgt wurde. Die Diagnose: Der Kater wurde angeschossen. Die Kugel eines Luftgewehres steckte in seiner rechten Schulter.
Damit habe keiner gerechnet, sagt Astrid Münch. Weder die Tierärzte noch sie. Gleich am nächsten Morgen operierten die Tierärzte den Kater und entfernten die Kugel. Die Munition hatte den Kater von vorn getroffen und die Lunge nur um knapp zwei Zentimeter verfehlt.

Familie Münch ist der Tierärztlichen Klinik Stadtsteinach für die schnelle und gute Versorgung ihres Katers sehr dankbar. "Hut ab vor den Tierärzten dort", sagt Astrid Münch.

Anzeige gegen Unbekannt

Wer den Kater angeschossen haben könnte, weiß Astrid Münch nicht. Die Nachbarn wüssten, dass der Kater zu Ihnen gehört, und bisher habe es noch keine Beschwerden gegeben. Im nahegelegenen Wald könne es aber auch nicht passiert sein. Jimmy war nur eine halbe Stunde draußen, und der Weg wäre für den verletzten Kater zu weit gewesen.

Astrid Münch erstattete also Anzeige gegen Unbekannt. Leider nehme die Polizei das nicht ganz so ernst, beklagt sie. Der Gebrauch eines Luftdruckgewehrs ist auf dem eigenen Grundstück erlaubt. Trotzdem kann Astrid Münch nicht nachvollziehen, wer auf Jimmy schießen sollte, und vor allem nicht warum. "Ein großer Hund macht einem vielleicht Angst, aber eine Katze macht ja nichts", bemerkt sie. Die Polizei glaube, dass es ein Katzenhasser gewesen sein könnte oder auch ein dummer Jungenstreich.

Die Wunde ist inzwischen gut verheilt. Es hat sich zum Glück nichts entzündet. Die Fäden wurden am vergangenen Freitag gezogen. Jimmy genießt es, wieder zu Hause zu sein. "Als ich ihn aus der Tierklinik abgeholt habe, war er sehr sehr schmusig", berichtet Astrid Münch. "Noch mehr als sonst." In den ersten Tagen hatte Jimmy Hausarrest, und das gefiel ihm gar nicht. Genauso wie die Antibiotika. "Die hat er immer wieder ausgespuckt", sagt Astrid Münch. Sie hat inzwischen viele Tricks gefunden, mit denen er die Antibiotika doch frisst.

Teil der Familie

Jimmy ist vor fünf Jahren zu Familie Münch gekommen. Erst kam er nur ab und an zu Besuch. Irgendwann entschied er sich, zu bleiben. "Katzen suchen sich ihre Familie", lächelt Astrid Münch. Er ist nun ein Familienmitglied und hat sich an den Rhythmus der Familie angepasst. So bringt er den Sohn Lukas morgens zum Schulbus und ist rechtzeitig zurück, bevor Astrid Münch zur Arbeit fährt. Den Tag verbringt er im Haus und macht einen Nachmittagsspaziergang, wenn Lukas von der Schule zurück kommt.

Als er am Sonntag nach zwei langen Tagen im Haus seinen ersten Spaziergang draußen machen durfte, hat Astrid Münch ihn begleitet: "Er hat sich immer wieder umgeschaut, ob ich noch da bin." Er sei schreckhafter und vorsichtiger geworden. Aber es gehe bergauf.

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