Bad Staffelstein
Dienstjubiläum

Karl Heinz Hofmann ist seit 40 Jahren Lehrer

Seit 40 Jahren arbeitet Karl Heinz Hofmann als Lehrer. Dabei hat er viel erlebt, vor allem aber der technische Fortschritt begeistert den Bamberger.
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Karl Heinz Hofmann in seinem Element: "Ich sehe, wie die Kinder heranreifen und helfe ihnen dabei, einen adäquaten Ausbildungsberuf zu bekommen. Dazu beizutragen, das ist schon eine Genugtuung für einen Lehrer."  Foto: Jan Koch
Karl Heinz Hofmann in seinem Element: "Ich sehe, wie die Kinder heranreifen und helfe ihnen dabei, einen adäquaten Ausbildungsberuf zu bekommen. Dazu beizutragen, das ist schon eine Genugtuung für einen Lehrer." Foto: Jan Koch
Bei der Frage, was ihn an seinem Beruf fasziniert, holt Karl Heinz Hofmann tief Luft, blickt an die Zimmerdecke, fährt sich mit der rechten Hand durch das graue Haar und hält inne. Er überlegt, schließlich muss er sich die vergangenen 40 Jahre vor Augen rufen. Eine Zeit mit Höhen und Tiefen, weil er mit Menschen gearbeitet hat. Kein Tag sei da wie der andere.

Seit 40 Jahren unterrichtet Karl Heinz Hofmann an Grund- und Mittelschulen - 30 Jahre an der Johann-Puppert-Schule in Michelau und seit 2005 an der Adam-Riese-Schule in Bad Staffelstein. 40-mal hat er seinen Schülern schöne Sommerferien gewünscht, zig Proben korrigiert und tausende Male hat er einen Schulgong läuten gehört. Für diese 40 Jahre wurde er gestern geehrt. Eine Ehre, die Karl Heinz Hofmann nicht viel bedeutet. Vier Jahrzehnte.
Für ihn ist das nicht mehr als "eine Gegebenheit, die sich glücklicherweise so ergeben hat". "Einerseits, weil es mir gesundheitlich gut geht", sagt Hofmann und klopft dabei dreimal auf den Tisch, "und andererseits, weil mir der Beruf noch so viel Spaß macht."

Die vergangenen 40 Jahre lässt Karl Heinz Hofmann Revue passieren, um auf den Punkt zu bringen, was ihn an seinem Beruf fasziniert: "Ich sehe, wie die Kinder heranreifen und helfe ihnen dabei, einen adäquaten Ausbildungsberuf zu bekommen. Dazu beizutragen, das ist schon eine Genugtuung für einen Lehrer." Um sein Ziel zu erreichen, setzt Karl Heinz Hofmann darauf, "dass sich die Kinder bei mir wohl fühlen". Seine Schüler sollen Spaß an der Schule haben. Deshalb komme es ihm nicht darauf an, viele Proben zu schreiben oder viele Hausaufgaben zu geben. Hofmann will auf die Probleme der Kinder eingehen. Aber: "Was sein muss, muss sein, daran führt kein Weg vorbei." Letztlich stehe bei ihm immer das Kind im Mittelpunkt.

Damit er seinen Schülern gerecht werden kann, müsse er während seiner Arbeit ruhig bleiben. Eine Eigenschaft, die gerade jungen Kollegen heute kaum mehr zugestanden wird, kritisiert Karl Heinz Hofmann: "Wenn ich genau plane, dass nach 17 Minuten das kommt und nach 23 Minuten ein Medieneinsatz, kann ich im Unterricht nicht mehr improvisieren." Doch genau das erfordere sein Beruf manchmal: Improvisation. Auch deshalb, weil Hofmann in seinem Arbeitsleben ein Alleskönner sein musste. Englisch, Mathe, Deutsch, Musik, Sport und Kunst - um nur einige Fächer zu nennen, die er gibt. Lediglich Religion sowie Werken und Textiles Gestalten unterrichtet er nicht. "Ich mag eigentlich alle Fächer", sagt er.


Klassen wurden kleiner

Geübt hat er dafür schon seit seiner Grundschulzeit. Sein Lehrer war sein Vorbild. So sehr, dass er ihm nacheiferte: "Ich habe als Kind eine Standtafel bekommen und habe meine Stofftiere unterrichtet." Mit zehn Jahren war für Karl Heinz Hofmann dann klar: Er wird Volksschullehrer.

Anfang der 70er Jahre setzte er diesen Plan in die Realität um. Seither, betont er, hat sich einiges verändert, nicht nur, dass aus der Haupt- die Mittelschule wurde. "Meine erste Hauptschulklasse in Michelau hatte 43 Schüler, heute sind es im Schnitt die Hälfte." Auch Störendes sei dabei: "Früher haben die meisten Kinder schon im Elternhaus gelernt, wie man sich benimmt. Heute wird der Anteil derer, die es er noch in der Schule lernen müssen, größer." Normalitäten seien das, wie zum Beispiel, dass man grüßt. Das haben ihm Kollegen, die an Stadtschulen unterrichten, erzählt. In Michelau und auch in Bad Staffelstein, betont Karl Heinz Hofmann, sei das Problem aber kaum vorhanden. Das ist ebenfalls ein Grund dafür, weshalb er sich nie nach Bamberg versetzen ließ. Außerdem sei in Michelau und Bad Staffelstein die Ausstattung der Schulen besser.

Beim Gedanken an die technische Entwicklung muss Hofmann schmunzeln: Als er in der Grundschule war, schrieb er noch mit Griffel und Schiefertafel. Zu Beginn seiner Lehrerkarriere seien Tageslichtprojektoren "absoluter Luxus" gewesen. Und auch die in den 80er-Jahren aufkommenden Computer seien "absolutes Neuland" gewesen. Heute sind Beamer und Computer in der Schule Alltag.

Bald wird Karl Heinz Hofmann 63 Jahre alt. Zwar habe er abseits des Klassenzimmers "genug Interessen", aber zwei Jahre möchte er noch arbeiten. Mit 65 soll Schluss sein. Dann kann er sich einem seiner Hobbys widmen. Basketball zum Beispiel. Das habe er auch immer gerne gespielt, weswegen er an der Adam-Riese-Schule auch Streetball-Turniere organisiert. "Als Bamberger muss ich den Staffelsteinern doch Basketball ein bisschen näher bringen", sagt Hofmann und lacht dabei.
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