Modschiedel
Umwelt

Kampfbereite Windkraft-Gegner

Auch im Jahr 2014 will sich der Verein Pro Heimat Fränkischer Jura gegen Windräder einsetzen und Druck auf Kommunalpolitiker machen.
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Umzingelt von Windrädern: So wie auf dieser Fotomontage könnte die Energiewende für den Weismainer Stadtteil Buckendorf enden - eine Horrorvision für viele Bürger. Der Widerstand dagegen ist deshalb groß und ungebrochen. Fotos: Stephan Stöckel
Umzingelt von Windrädern: So wie auf dieser Fotomontage könnte die Energiewende für den Weismainer Stadtteil Buckendorf enden - eine Horrorvision für viele Bürger. Der Widerstand dagegen ist deshalb groß und ungebrochen. Fotos: Stephan Stöckel
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"Der Jura darf nicht zum größten Schrottplatz Deutschlands werden", sagte Edwin Bergmann, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Pro Heimat Fränkischer Jura. Ganz von ihrer kämpferischen Seite zeigten sich die Windkraftgegner im Vier-Landkreis-Eck (Bamberg, Bayreuth, Kulmbach und Lichtenfels) am Mittwochabend im Gasthaus "Herold" in Modschiedel. Ihren Worten wollen sie Taten folgen lassen: "Wir müssen den Verantwortlichen in der Kommmunalpolitik gehörig auf die Finger klopfen, in dem wir zum Beispiel einen Serienbrief an alle Mitglieder der Planungsverbände Oberfranken Ost- und West schreiben. Sie müssen den Unmut der Bevölkerung spüren", forderte Ralf Neumüller aus Reuth bei Kasendorf im Landkreis Kulmbach, der den Nerv der Zuhörer, im bis auf den letzten Platz gefüllten, Gasthaus traf.

Schnelles Handeln ist gefragt

Bei der Versammlung freute man sich über die errungenen Erfolge des vergangenen Jahres - mehrere Vorrangflächen auf dem Jura zwischen Azendorf und Wattendorf waren gestrichen worden - doch auf den Lorbeeren ausruhen möchte man sich nicht. Schnelles Handeln ist angesagt, rückt doch die Kommunalwahl am 16. März immer näher. Für die Zeit danach sehen die Windkraftgegner ihre Felle davonschwimmen. Warum? "Weil die Kommunalpolitiker, jetzt wo es um jede Stimme geht, viel zugänglicher für unsere Argumente sind, als hinterher", begründete Bergmann seine Ansicht.
Eine wichtige Bedeutung misst Bergmann dem Kreistag in den einzelnen Landkreisen zu: "Es ist das speisende Gremium für die beiden regionalen Planungsverbände Oberfranken Ost und West." Wenn sich der Kreisrat auf naturschutzrechtlichen Belangen fußend für die Streichung aller Vorranggebiete ausspreche, dann komme auch der Verband nicht mehr umhin, sich diesem Votum zu verschließen.
Enttäuscht zeigte sich Bergmann vom Weismainer Bürgermeister Udo Dauer. Der Stadtrat hatte sich im Herbst ein weiteres Mal gegen die Ausweisung von vier Vorrangflächen bei Buckendorf, Geutenreuth, Großziegenfeld und Modschiedel ausgesprochen. "Mit Udo Dauer war daraufhin ausgemacht, dass das Thema im Kreistag kurz vor Weihnachten angesprochen wird. Der Punkt wurde aber auf die Sitzung im März verschoben."
Dieser Zeitpunkt liegt für Bergmann zu nah an der Verbandsversammlung, die am 8. April stattfinden soll, und zu nahe am Wahltag. Die Windkraftgegner, die insgesamt 6700 Unterschriften auf dem gesamten Jura gesammelt haben, fordern deshalb die Mitglieder des Kreisausschusses auf, per Beschlussvorschlag die Vorranggebiete auf den Weismainer Jurahöhen zu streichen.
Ein klares "Ja" sagten die Teilnehmer zur 10-H-Regelung, die einst vom bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer ins Spiel gebracht worden war: Sie besagt, dass der Abstand eines Windrades zur Wohnbebauung das Zehnfache seiner Höhe betragen muss. "Sie muss kompromisslos auf dem Jura durchgesetzt werden", stellte Bergmann klar.

Postkarten für Seehofer

Ganz in diesem Sinne beteiligt sich der Verein an einer Postkartenaktion seines Dachverbandes "Allianz Gegenwind Bayern". Vorsitzender Hans-Peter Zahner aus Wonsees verteilte Karten, die an den bayerischen Ministerpräsidenten geschickt werden. Zudem sollen in den von den Vorrangfächen betroffenen Gebieten Handzettel an alle Haushalte verteilt werden.
Die Windkraftgegner befürchten durch die geballte Konzentration von Windrädern auf dem Jura negative Auswirkungen auf seltene Vogelarten, eine Minderung der Immobilienwerte um 50 bis 70 Prozent, Schattenschlag und eine Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit durch Infraschall. "Die Verantwortung für die Zerstörung unserer Heimat tragen ausschließlich die Bürgermeister mit ihren aktuellen Stadträten und das für die nächste 30 Jahre", zitierte Bergmann aus einem aktuellen Flugblatt für den Raum Hollfeld und fügte hinzu: "Deshalb müssen wir die Komunnalpolitiker im Wahlkampf nerven ohne Ende."
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