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Bad Staffelstein
Stadtrat

"Jein" zum Gemeinschaftshaus in Uetzing

Hohe Kosten lassen das Gremium erst nach langer Diskussion zustimmen.
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So stellen sich die Planer das Gelände um das Gemeinschaftshaus in Uetzing vor.
So stellen sich die Planer das Gelände um das Gemeinschaftshaus in Uetzing vor.

Beim Thema Geld wird's mitunter ein wenig emotionaler, das liegt in der Natur der Sache. Die Planungen für den angedachten Gemeinschaftshaus-Neubau in Uetzing sorgten für Diskussionen in der jüngsten Stadtratssitzung.

Zunächst die Vorgeschichte: Im Vorjahr wurden mit dem Ziel einer Förderung über das Eler-Förderprogramm die Kosten für den Gebäudeteil des geplanten Gemeinschaftshauses in Höhe von 400 000 Euro beim Amt für ländliche Entwicklung (ALE) eingereicht. 30 erreichte Punkte waren allerdings zu wenig für die Aufnahme ins Förderprogramm. Nun haben sich mit Jahresbeginn Auswahlkriterien und Punktevergabe geändert. Nach jüngsten Gesprächen mit ALE-Vertretern stand nun die Möglichkeit eines erneuten Antrags zur Debatte.

Mit Spiel- und Bolzplatz

Allerdings sehen die nun vorgelegten Planungen vor, neben dem Gebäudeteil auch die Errichtung von Außenanlagen mit einer Hoffläche mit Stellplätzen sowie eines Spiel- und eines Bolzplatzes mit einzureichen. Weiterhin kam zur Sprache, dass die Gebäudeteil-Kosten der aktuellen Marktsituation am Bausektor angeglichen werden müssen und hier ein Kostenansatz von statt ursprünglich 400 000 nun 500 000 Euro zu bilden sei. Für die gesamte Maßnahme inklusive Gemeinschaftshaus-Ausstattung und Baunebenkosten ergäben sich Gesamtkosten von knapp 1,2 Millionen Euro. Bei einer möglichen Förderung von 60 Prozent hätte die Stadt einen Eigenanteil von rund 480 000 Euro zu tragen.

"Ich weiß, dass das eine Riesenhausnummer ist", räumte der die Sitzung leitende Zweite Bürgermeister Hans-Josef Stich ein. Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass sich die Uetzinger Dorfbevölkerung in Sachen Eigenleistung, wie schon im Zuge der Feuerwehrhaus-Errichtung zu beobachten, nicht lumpen lassen werde, so Stich weiter.

Winfried Ernst ist "entsetzt"

Winfried Ernst, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, konnte sich mit der ausgeweiteten Kostendimension des angedachten neuerlichen Förderantrags allerdings in keiner Weise anfreunden, machte seinem Unmut Luft: "Wir brauche in Uetzing ein Gemeinschaftshaus, da stimme ich vollkommen zu. Aber dieser Vorschlag mit Gesamtkosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro überzieht die Grenzen, ist völlig überdimensioniert". Vor allem die hohe Summe des Kostenbestandteils "Errichtung von Außenanlagen" mit rund 320 000 Euro für die Errichtung einer Hoffläche mit Stellplätzen entsetze ihn.

Stadtbaumeister Andreas Ender gab zum Thema Kostenansatz zu bedenken, dass das potenzielle Baugrundstück mit 7000 Quadratmeter recht groß sei und zudem eine Gefälle aufweise, woraus sich die Notwendigkeit einer kostenintensiven Begradigung ergibt. Ernsts Parteikollege, der in Uetzing wohnhafte Manuel Schrüfer, zeigte Verständnis für dessen Einwand, betonte aber eine in der Diskussion mehrfach angeführte Möglichkeit, die Kosten durch das Engagement der Ortsbevölkerung noch ein wenig drücken zu können "Wir haben 1200 Stunden Eigenleistung in das Feuerwehrhaus gesteckt. Auch beim Gemeinschaftshaus wäre da sicher Dampf dahinter."

Wie Winfried Ernst hatten allerdings auch andere Gremiumsmitglieder "Bauchschmerzen" angesichts der finanziellen Dimension. Bei zwei Gegenstimmen konnte sich der Stadtrat schließlich aber mehrheitlich durchringen, die Gesamtmaßnahme per Beschluss durchzuführen und den Antrag beim Amt für ländliche Entwicklung zur Antragstellung vorzulegen.

Wesentlich entspannte gestaltete sich die Behandlung eines weiteren Tagesordnungspunktes mit ebenfalls beträchtlicher finanzieller Relevanz: Der erfreuliche Anstieg der Geburtenzahlen erfordert die Erweiterung der Kindertagesstätte in Uetzing. Architekt Johannes Morhard stellte die Planungen vor. Der Neubau zur Errichtung einer Flexigruppe für 18 Kinder soll in eingeschossiger Bauweise 16 Meter südöstlich des bestehenden Kindergartens errichtet und mit diesem mittels eines Gangs verbunden werden. Vorgesehen sind unter anderem Schlafraum, Gemeinschaftsraum, Sanitärräume für Kinder und Personal, Küche und Speiseraum. Eine Bezuschussung der Maßnahmen wurde in Aussicht gestellt mit einem maximalen Förderung von bis zu 90 Prozent. Von den Gesamtbaukosten von 836 570 Euro sind 517 225 Euro förderfähig. Unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Regierung von Oberfranken ergäbe sich ein Eigenanteil von 319 344 Euro. Ein erfolgreiches bürokratische Prozedere vorausgesetzt, stünde im Frühjahr die Überplanung an, im zweiten Quartal des kommenden Jahres dann der Beginn der Rohbauarbeiten. Ein Abschluss der Maßnahme wird für Ende 2019 anvisiert. Zweiter Bürgermeister Stich ergänzte, mit den kirchlichen Vertretern sei dahingehend Einigung erzielt worden, dass die Stadt Bad Staffelstein Maßnahmenträger ist, also Bestandsgebäude und Baugrundstück übernimmt und den Neubau selbst errichtet. Das Gremium erteilte das gemeindliche Einvernehmen. Als notwendig erkannte der Stadtrat nun 110 Kinderkrippen-, 355 Kindergarten-, 145 Hort- sowie zehn Kindertagespflegeplätze an.

Nach langen Planungen und unter Einbeziehung der Bürger befinden sich die die vorbereitenden Untersuchungen zu den beiden Sanierungsgebieten "Altstadt Bad Staffelstein" und "Bahnhofstraße - Gründerzeitviertel" in der finalen Phase. Es erfolgte nun die Abwägung der im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangenen Stellungnahmen. Stadtplaner Franz Ullrich ging noch einmal anschaulich auf Qualitäten und Potenziale ein, zeigte die vorhandenen Konflikte und Mängel auf. Die seitens der Behörden eingegangenen Stellungnahmen warfen keine großen Hindernisse auf. Eine Bürgerin thematisierte den Bereich Stadtgraben. Wie Stadtbaumeister Michael Hess erläuterte, sehen die Planungen auch den Erhalt und die Wiederbegehbarmachung sowie die Sanierung des dort noch vorhandenen Stadtmauerrestes vor. Die Umgestaltung des Stadtgrabens als auch der Ringstraße ist nach Erwerb der restlichen Grundstücke im Wallgraben angedacht. Zu gegebener Zeit wird die Schaffung von Stellplätzen in der Ringstraße mit geprüft werden. Der Stadtrat beschloss einstimmig das Ergebnis der vorbereitenden Untersuchungen hinsichtlich der beiden Sanierungsgebiete unter Berücksichtigung der eingegangenen Stellungnahmen.

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