Lichtenfels
Auftritt

Ist ein dicker Korbmacher korbulent? Böttcher weiß die Antwort

Ist der Schutzheilige der Korbmacher der heilige Korbinian? Nennt man einen dicken Korbmacher korbulent? Böttcher kennt die Antworten.
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Bei den Texten von Chris Boettcher hatte auch die Lokalprominenz ihren Spaß. Foto: Markus Häggberg
Bei den Texten von Chris Boettcher hatte auch die Lokalprominenz ihren Spaß. Foto: Markus Häggberg
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Die Fragen stellte Juxvogel und Hörfunkmoderator Chris Boettcher schon vor Beginn des Korbmarkts in Grußworten an Lichtenfels. Am Korbmarktsamstag war er livehaftig zu sehen, gegen Mittag auf der Bühne des Marktplatzes. Ein beiderseitig willkommenes Hallo.

Skurrile Texte

Jeans, blauweißes Hemd, ein Mikrofon und ein in Kuhfellmusteroptik gehaltenes Keyboard - mehr war beim Auftritt des 54-jährigen gebürtigen Ingolstädters auf der Bühne nicht zu sehen. Das, was zu einem vollkommenen Eindruck fehlte, erledigten Boettchers skurrilen Texte und sein vergnüglicher Hang zur mimischen Untermalung.

Der Marktplatz war voll, leicht gedrängt. Man wollte den Comedian sehen, der Schirmherr war und sich unheimlich darüber freute, als solcher angefragt worden zu sein. Schon im Programmheft des Flechtkulturfestivals, wie der Korbmarkt eigentlich heißt, machte er seine Scherze - sogar zweisprachig, wie eine in englischer Sprache gehaltene Seite zeigt.

Vom Sex im Alter

Nun aber ging der Moderator beim Bayerischen Rundfunk (BR) auf bayerisch zu Werke und präsentierte Lieder voller Wortwitz. Er rechnete mit der Pubertät ab, die nur darum gottgewollt stattfände, damit das Abschiednehmen der Eltern von ihren Kindern nicht so schmerzhaft wird. Auch Sex im Alter sollte ihm ein Thema werden, dann aber deftig.

Falls die Kräfte des altgewordenen Liebhabers nicht reichen, gibt es den Vibrator im Bett, falls das alles auch noch zu anstrengend wird, gibt es auch einen Defibrilator. Die Lehre: Sex im Alter ist möglich, man muss sich halt vorbereiten. Selbst 15 Mal sind drin - allerdings Toilettengänge. Das Publikum goutierte diese humorig-trüben Aussichten rund eineinhalb Stunden lang.

Doch um 14.03 Uhr sah Boettcher, der sich in einem Lied, gewidmet den letzten lebenden Howard-Carpendale-Fans sogar in eine Art ostpreußischen Dialekt begab, seine Zeit zum Gehen gekommen. Nicht ruhig und bescheiden, sondern mit einem in Richtung Verstörung und Selbstironie gehenden Witz: "Wir sind schon fast am Ende, denn jetzt sind meine 10 000 Euro (Gage) fast schon aufgebraucht. Oder waren es 20 000?" Großer Applaus brandete auf und so stellte der um 14.05 Uhr auf die Bühne tretende Korbmarkt-Moderator ans Publikum eine entscheidende Frage: "Wollt ihr alle eine Zugabe?" Die Antwort kam aus Hunderten von Kehlen: "Jaaa."

Ein bisschen verliebt

Und Boettcher sang seinen Hit "10 Meter geh", eine Abrechnung mit den Model- und Casting-Shows: "Warum braucht's eine Jury für a Sach, die kann a jeder? Ganz einfach: D'Models san scho blöd, doch d'Jury is noch bleeder." Und am Ende nahm er sich auch die neue Korbstadtkönigin Alicia I. vor und gestand ihr, sich ein bisschen in sie verliebt zu haben.

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