Kloster Banz
Ausbildung

In Kloster Banz kochen Tschechen und Deutsche gemeinsam

In Kloster Banz werden an diesem Wochenende deutsche und tschechische Köche sowie Hotel- und Restaurantfachleute gemeinsam ausgebildet. Von dem grenzüberschreitenden Projekt profitierien Tschechen und Deutsche.
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Alexander Gebelein (links) vom Reha-Zentrum der BfA in Bad Steben und Timo Lanzendorfer vom "Schweizer Hof" in Ziegelhütten haben viel Spaß am gemeinsamen Kochen in der Küche der Hanns-Seidel-Stiftung.
Alexander Gebelein (links) vom Reha-Zentrum der BfA in Bad Steben und Timo Lanzendorfer vom "Schweizer Hof" in Ziegelhütten haben viel Spaß am gemeinsamen Kochen in der Küche der Hanns-Seidel-Stiftung.
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Wer den Fernsehapparat einschaltet und ein wenig zappt, landet schnell bei einer Koch-Show. Kochen liegt im Trend. Doch lohnt es sich für junge Leute, den Beruf des Kochs zu lernen? Alexander Gebelein aus Bad Steben und Timo Lanzendorfer aus Ziegelhütten meinen: ja, unbedingt! Koch sei ein Beruf, der Spaß macht und Zukunft hat, sagen die beiden Auszubildenden und schälen weiter munter Kartoffeln.

Auch Heinrich Ling aus Bad Steben bringt viel Engagement in das IHK-Seminar in Kloster Banz ein. Warum er Koch geworden ist? "Wegen der Kreativität", antwortet er. Die vergleichende Abschlussprüfung im Dualen System bezeichnet er als "eine tolle Vorbereitung auf die Prüfung, denn ich kann überprüfen: was kann ich, was können die anderen?"

Voneinander lernen

Seit einem Jahrzehnt gibt es diese gemeinsamen deutsch-tschechischen Seminare in Kloster Banz.
Bernd Rehorz, der den Bereich Berufliche Bildung der IHK in Bayreuth leitet, bestätigt, dass beide Seiten voneinander lernen: "Bei uns ist Kreativität in der Ausbildung sehr gefragt, in Tschechien wird viel Wert auf Standard gelegt."
Vier deutsche und vier tschechische Köche, zwei deutsche Restaurantfachleute und zwei tschechische Servicekräfte zeigen an diesem Nachmittag in Kloster Banz, was sie bisher gelernt haben. Für die Köche bedeutet das: Aus einem Saibling und einem Kalbsrückenstück etwas zu zaubern. Natürlich mit Beilagen und Nachspeisen.
Während die Köche Kartoffeln schälen und das Fleisch in der Pfanne brutzeln, bereiten die Servicekräfte die Salate vor, dekorieren die Tische und legen das Besteck auf. Auch das Öffnen einer Flasche Sekt vor dem Gast wird geübt, erklärt Torsten Schmidt, der Leiter des Referats Prüfungswesen bei der IHK in Bayreuth.

Gut fürs berufliche Fortkommen

Die deutschen und tschechischen Azubis können sich dabei ohne Notendruck auf ihre Abschlussprüfung vorbereiten. Das Seminar bringt ihnen viel für ihr berufliches Fortkommen, denn sie erhalten Zertifikate, die ihren Leistungsstand bescheinigen.

Jiri Neumann, der Direktor der Berufsschule Karlsbad, sieht in dieser Kooperation ebenfalls eine gute Möglichkeit, voneinander zu lernen. Die gemeinsame Ausbildung mit der IHK Bayreuth sei nur eines von mehreren Projekten, die seine Schule verfolge. Die Ausbilder profitierten, weil sie vergleichen könnten, wo die Stärken der verschiedenen Ausbildungssysteme liegen und wie vergleichbar die Abschlüsse sind.

Leichtere Küche liegt im Trend

Die Unterschiede der böhmischen und der fränkischen Küche seien nicht allzu groß, sagt Jiri Neumann. Gleichwohl gebe es in Tschechien in den vergangenen Jahren neue gastronomische Trends: Die Leute legen größeren Wert auf leichtere Küche sowie auf regional erzeugte Lebensmittel. Rinder- und Schweinebraten seien auch in Tschechien klassische Gerichte. In letzter Zeit steige aber die Nachfrage nach kalorienärmerer Kost, also nach Fisch und Putenfleisch.

"Bei uns lautet die Regel: Alles, was auf den Teller kommt, kann man auch essen", sagt Bernd Rehorz. In Tschechien sei hingegen eine Dekoration auf dem Teller möglich. Was das Auflegen des Bestecks und das Eindecken der Tische betrifft, werde in Tschechien größerer Wert auf Akkuratesse gelegt als hierzulande.

Der Leiter der Hanns-Seidel-Stiftung, Michael Möslein, sieht in der deutsch-tschechischen Kooperation eine gute Möglichkeit der Völkerverständigung und des Jugendaustauschs. Mit einem solchen Seminar lasse sich aber auch der Wert der gastronomischen Ausbildung hervorheben, der in beiden Ländern sehr hoch sei, fährt Möslein fort, der Vorsitzender der gastronomischen Berufe bei der IHK ist.

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