Kloster Banz
Schaustand

In Banz die Welt der Bienen entdecken

Das alte Bienenhaus bei Kloster Banz wird mit Leben erfüllt und zu einem Projekt besonderer Art. Am Freitag, 23. Mai, wird Einweihung gefeiert.
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Andrea Musiol (links), Biologin, Imkerin und Mitarbeiterin der Umweltstation des Landkreises, begleitet die Bienen-AGs an mehreren Grundschulen und nimmt dabei Kindern die Angst vor dem direkten Kontakt zu den nektarsammelnden und generell nicht angriffslustigen Insekten. Das Bild entstand in der Dr.-Roßbach-Schule in Lichtenfels. Foto: Ramona Popp
Andrea Musiol (links), Biologin, Imkerin und Mitarbeiterin der Umweltstation des Landkreises, begleitet die Bienen-AGs an mehreren Grundschulen und nimmt dabei Kindern die Angst vor dem direkten Kontakt zu den nektarsammelnden und generell nicht angriffslustigen Insekten. Das Bild entstand in der Dr.-Roßbach-Schule in Lichtenfels. Foto: Ramona Popp
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Ein Bienenvolk ist eine faszinierende Welt für sich. Vor einigen Jahren haben Andrea Musiol und ihre Kollegin Kerstin Schmidt, beide Hobby-Imkerinnen und Mitarbeiterinnen der Umweltstation des Landkreises in Weismain, damit begonnen, Schulkindern Einblicke in diese Welt zu ermöglichen. Nach ersten positiven Erfahrungen an der Weismainer Grundschule gibt es inzwischen Schul-Bienen auch in Mainroth, Ebensfeld, Vierzehnheiligen und Lichtenfels. Lehrer Helmut Scholz von der Dr.-Roßbach-Schule ist es wichtig, dass die Kinder ohne Angst an die Bienen herangeführt werden, und das klappt auch: "Im ersten Jahr wurde kein einziges Kind gestochen." Langfristiges Ziel ist es, dass sich die Imkerinnen der Umweltstation von den Bienen-AGs zurückziehen und Lehrer die Betreuung selbstständig fortführen.

Bei verschiedenen Veranstaltungen hat das Team der Umweltstation festgestellt, dass das Interesse an Bienen sehr groß ist. "Da kommen viele Fragen, auch von Erwachsenen", erzählt Andrea Musiol.

Ergebnis der Überlegungen, wie man dauerhaft etwas zeigen und erklären kann, ohne selbst immer anwesend zu sein, ist ein Schaustand, an dem man Bienen hinter Glas beobachten können wird. Er entsteht in Kloster Banz. Das Grundstück ist frei zugänglich für die Öffentlichkeit, was auch seitens des Eigentümers, der Hanns-Seidel-Stiftung, begrüßt wird. Deren Leiter, Michael Möslein, sieht in dem Vorhaben eine stimmige Ergänzung zum Lehrauftrag der Bildungsstätte und ist Michael Stromer, Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege und gleichzeitig Leiter der Umweltstation, für dessen Initiative dankbar.

Das Bienenhaus stand schon, als die Hanns-Seidel-Stiftung die Anlage 1979 von der "Gemeinschaft von den heiligen Engeln" übernommen hatte. Zwischendurch war es an einen Imker verpachtet, der sich aber aus gesundheitlichen Gründen nicht länger darum kümmern konnte. Kreisfachberater Stromer war im August vergangenen Jahres auf das sanierungsbedürftige Bienenhaus nahe dem einstigen Kloster aufmerksam geworden und erkannte die Chance, dort ein Projekt besonderer Art zu verwirklichen.

Bienen sollen nicht gestört werden

Besucher sollen das Häuschen betreten dürfen, zumindest einen Teilbereich davon, so dass die Bienen nicht gestört werden. Es werden nicht mehr so viele Völker wie früher dort untergebracht, genug aber, um Interessierten einen Einblick in das Leben der Honigbiene geben zu können. Auf der Wiese entsteht ein Spiel, bei dem Fragen zu Bienen beantwortet werden müssen. Unter Einsatz von Murmeln kann man die richtigen Antworten erfahren.

Eine Zusammenarbeit mit örtlichen Imkern ist ebenfalls angedacht. "Wir wollen denen anbieten, dass sie an Wochenenden, wo hier viele Gäste sind, für eine Stunde als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und natürlich auch ihren Honig verkaufen können", sagt Andrea Musiol. Es soll eine Art Marktplatz sein, wo man sich informieren und auch ein bisschen verweilen kann. Organisieren wird das die Umweltstation.

Der Standort des Bienenhauses und die jahrhundertealte Streuobstwiese sollen künftig als Einheit wahrnehmbar sein. "Die Arbeit ist noch nicht zu Ende", betont Michael Stromer. Aber vieles ist schon geschafft, mit vereinten und vor allem ehrenamtlichen Kräften. Das Dach musste komplett erneuert werden. Arbeiter des Kreisbauhofes trugen Erdreich ab, das sich bis an die Rückseite des Bienenhauses schob, und beseitigten Spuren der Verwilderung in dem Garten. Die Jugendgruppe des Gartenbauvereins Redwitz half dabei, Stauden zu pflanzen. Eine Bienenweide wurde angelegt. Die Jugendgruppe des Gartenbauvereins Weismain schraubte Bretter an, Lichtenfelser Konfirmanden halfen beim Abschleifen. Drei Lehrlinge der Baufirma Raab übernahmen das Ausmauern der Gefache und Überputzen mit Lehmputz. Stromer und seine Mitarbeiter erledigten den Farbanstrich. Die Investitionen des zu 70 Prozent vom Umweltministerium geförderten Projektes beziffert er auf 20 000 bis 25 000 Euro. Nächste Woche soll schon offizielle Eröffnung sein.

Die Welt der Bienen entdecken

Schaubienenstand Wie kann man Garten oder Balkon bienenfreundlich und gleichzeitig ästhetisch gestalten? Wie geht es im Bienenvolk zu? Nahe dem Parkplatz von Kloster Banz entsteht ein Projekt der Umweltstation des Landkreises, das Fragen wie diese beantwortet. Eröffnung: 23. Mai, 12.30 Uhr.

Honig schleudern Zuschauen, wie Honig gewonnen wird, kann man u.a. beim "Tag der offenen Tür" des Lichtenfelser Imkervereins am 1. Juni (10 bis 16 Uhr) auf dem Vereinsgelände mit Lehrbienenstand gegenüber der Herzog-Otto-Schule.

Bienen halten Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich selbst den Bienen zu widmen, der findet bei den Imkervereinen im Landkreis Rat und Hilfe. Schnupperkurse sind möglich.
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