Bad Staffelstein
Naturschutz

Im Frühjahr soll es wieder blühen

Noch vor einigen Monaten waren Blühwiesen ein großes Thema. Auch in Bad Staffelstein ging man ein Projekt an - mit eher ernüchternden Ergebnissen.
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Eine einzige Blume steht noch auf dem Areal am Kreisel zur Obermain-Therme.  Fotos: Tobias Kindermann
Eine einzige Blume steht noch auf dem Areal am Kreisel zur Obermain-Therme. Fotos: Tobias Kindermann
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Es hat sich ausgeblüht, zumindest bis zum Frühjahr. Im April starteten die Stadt Bad Staffelstein und der Bayerische Bauernverband die Aktion "Unsere Stadt blüht auf". Ein Areal am Kreisel zur Obermain-Therme wurde mit speziellem Saatgut zur potenziellen Blühwiese umgestaltet. Zudem bot die Stadt an, Spenden einzusammeln und rief Besitzer von brach liegenden Flächen auf, sie für die Aktion zur Verfügung zu stellen.

Großen Teil umgepflügt

Inzwischen wurde die Fläche zwischen Bahndamm und Straße umbrochen, auf der anderen Seite, zwischen Straße und Seniorenheim, stehen noch Pflanzen. "Wir haben den größeren Teil umgepflügt, weil es optisch nicht mehr schön aussah", sagt Hans-Jürgen Rebelein. Mittlerweile ist die Fläche wieder grün, doch blühen wird hier im Herbst nichts mehr. Das kommt im Frühjahr wieder. "Eventuell müssen wir auch noch etwas nachsäen", sagt Rebelein.

Als ganz ideal erwies sich die Fläche nicht: Sie ist sehr steinig und trocken, was durch die geringen Regenmengen in diesem Jahr noch stärker als sonst zu Tage trat.

Doch das ist eher zweitrangig, denn die Aktion von BBV, Stadt und Raiffeisenbank als Spender des Saatgutes sollte einen Impuls geben, dass andere mitziehen. Die Resonanz ist eher dürftig: "Die Tür hat man uns nicht gerade eingerannt", sagt Wolfgang Hörath, geschäftsführender Beamter der Stadt Bad Staffelstein. An zwei Grundstücksangebote kann er sich erinnern, das war es dann schon.

Im Februar hatten sich über 1,7 Millionen Stimmberechtigte in Bayern in Listen für das Volksbegehren "Rettet die Bienen" eingetragen, weit mehr als die erforderlichen 950 000. Zu einem Volksentscheid kam es aber nicht, da der Landtag im Juli ein Gesetz beschloss, das wesentliche Inhalte der Initiatoren aufnahm.

Die Anlage von Blühflächen war ein Thema, das im Frühjahr durch diese Diskussion viel Raum bekam - aber wohl eher in Gesprächen als in der Realität.

Denn nicht nur die Aktion in Bad Staffelstein fand kaum Resonanz, auch ein Angebot vom Bayerischen Bauernverband selber hatte wenig Erfolg. Für 30 Euro Spende bot man an, 100 Quadratmeter Wiese anzulegen und zu pflegen. Der stellvertretende Kreisobmann Lothar Teuchgräber stellte dafür eine Fläche bei Stublang zur Verfügung. Man wartete beim BBV auf Spender ähnlich vergebens wie auf ausreichende Niederschläge in diesem Jahr. "Wir haben die Aussaat immer wieder hinausgeschoben, weil die Resonanz so gering war, es muss sich ja lohnen, mit den Maschinen aufs Feld zu gehen", sagt Rebelein. Rund 20 Personen nahmen am Ende die Offerte an, das reicht für 2000 Quadratmeter. 4300 Quadratmeter groß ist die Fläche, die Teuchgräber anbietet. "Ich werde die zweite Hälfte der Fläche nun auf eigene Kosten ansäen", sagt Teuchgräber.

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