Vierzehnheiligen

"Ihr könnt stolz auf euch sein"

Oberhalb des Hauses Frankenthal reaktivierten Ministranten und ihre Helfer ein vor 14 Jahren angelegtes Labyrinth.
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Blick auf das neue Labyrinth mit Stadtpfarrer Georg Birkel, der Projektleiterin Schwester Katharina sowie den "UFOS"-Ministranten und den Betreuern  Fotos: Gerd Klemenz
Blick auf das neue Labyrinth mit Stadtpfarrer Georg Birkel, der Projektleiterin Schwester Katharina sowie den "UFOS"-Ministranten und den Betreuern Fotos: Gerd Klemenz
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Von Donnerstag bis Sonntag fand die 72 Stunden-Aktion "Uns schickt der Himmel" des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in ganz Deutschland statt. Hier setzten sich junge Menschen ehrenamtlich für einen guten Zweck ein. Auf dem Grundstück oberhalb des Hauses Frankenthal in Vierzehnheiligen wurde im Rahmen des Weltjugendtages 2005 ein Labyrinth gelegt. Trotz der Pflege waren die Steine inzwischen eingesunken und der Weg verwachsen. So war es inzwischen nur noch mühsam begehbar.

Im Rahmen der BDKJ-Aktion wurde dieses Labyrinth von den "UFOS"-Ministranten erneuert. Dabei handelt es sich nicht um kleine grüne, außerirdische Männchen, sondern um die Ministranten aus Uetzing, Frauendorf, Oberlangheim und Stublang. Einige Ministranten pendelten zwischen der 72 Stunden-Aktion und als Messdiener in ihren Kirchen hin und her.

"Um das Labyrinth möglichst vielen Nutzern zugänglich zu machen und trotzdem die Wiese nicht zu "versiegeln", haben wir uns nach Rücksprache mit dem Bayerischen Familienministerium für eine Rasenfläche entschieden. Somit können auch Rollstuhlfahrer das Labyrinth nutzen. Für Blinde wird es eine Tafel mit einem Modell zum Ertasten geben", erklärte die Projektleiterin Gemeindereferentin Schwester Katharina.

Hilferuf im Radio

Nach der Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend in der "Heiligen Familie" in Lichtenfels trafen sich dann die 35 "UFOS" im Alter zwischen 9 bis 18 Jahren am Wallfahrtsort, um mit den Erdarbeiten zu beginnen. Bis zum Aufstellen der Palisaden mussten zunächst 40 Tonnen Schotter von den Helfern verarbeitet werden.

"Am Freitagfrüh war ich mit einen Notruf beim Lokalsender "Radio 1" auf Sendung. Denn es standen noch 3000 Palisaden für unser Labyrinth in Marktrodach", erzählte Emely Huber. "Anfang der Woche hatte unser Lieferant abgesagt", fügte Schwester Katharina an. Unter Applaus und einer Laola-Welle wurde der Lkw-Fahrer vom Sägewerk Wich/Schwarz am Samstagvormittag am Wallfahrtsort begrüßt.

Nun galt es, bei sommerlichen Temperaturen diese Palisaden in dem im Vorfeld ausgearbeiteten Plan entsprechend zu setzen. Bis Sonntagmittag wurden in schweißtreibender Arbeit auf einer Länge von 260 Metern insgesamt 4862 kurze und 78 lange Palisaden verarbeitet sowie aus 26 Sitzbrettern 13 Bänke erstellt.

Zum Durchlaufen dieser Strecke benötigt man vier Minuten. Eine besondere Aufgabe kam auf den Uetzinger Oberministrant Niklas Lazarz zu. Der Maurerlehrling erstellte aus Spezialmörtel eine Platte, auf der Blinde den Weg ertasten können.

Schutzig und stolz

Im Rahmen eines Open-Air-Gottesdienstes segnete Stadtpfarrer Georg Birkel schließlich am Sonntagnachmittag dieses Mammutprojekt. Sehr beeindruckt zeigte sich Schwester Katharina von der Zusammenarbeit der "UFOS" untereinander. "Die Kleinen haben auf die Großen geschaut und die Großen auf die Kleinen. Wenn jemand etwas brauchte war gleich einer zur Stelle, du brauchst noch eine Schaufel - hier ist eine. Ein ganz tolles Miteinander in dieser UFOS Gruppe. Ihr könnt stolz auf euch sein. Das Labyrinth wird so lang es hier besteht immer mit euch im Verbindung sein", so Schwester Katharina zu den erschöpften, schmutzigen aber stolzen Arbeitern.

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