Bad Staffelstein
Wirtschaft

IBC-Solar baut Anlagen in Japan und anderen Ländern Asiens

Japan, Indien und Myanmar: IBC-Solar baut vermehrt Solaranlagen im Ausland. Solche Projekte bergen Risiken, zahlen sich für das Unternehmen aber aus. Die Neuaufstellung nach dem Stellenabbau scheint zu glücken.
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Von Bad Staffelstein in die Welt: IBC-Solar baut Photovoltaikanlagen in Japan und will verstärkt in Asien Projekte vorantreiben.  Foto: Tobias Kindermann
Von Bad Staffelstein in die Welt: IBC-Solar baut Photovoltaikanlagen in Japan und will verstärkt in Asien Projekte vorantreiben. Foto: Tobias Kindermann
Es könnte auch einer Werbekampagne entsprungen sein: Photovoltaik und Solaranlagen-Spezialist IBC-Solar baut drei Großprojekte im Land der aufgehenden Sonne. Mit seinem Engagement in Japan und anderen Ländern Asiens will sich das Unternehmen neu aufstellen.

Noch Anfang des Jahres kündigte IBC-Solar einen Personalabbau an. Im März war von 72 Mitarbeitern die Rede, von denen ein Großteil in eine Transfergesellschaft wechselte. Grund sei damals, laut Firmenchef Udo Möhrstedt, das Schrumpfen des deutschen Solarmarktes gewesen. Gleichzeitig sprach er auch von einer Neuaufstellung der Firma.

Diese scheint nun mit den Japan-Projekten auf einem guten Weg zu sein. "In Japan ist IBC-Solar derzeit an drei Großprojekten beteiligt.
Im Projekt "Sakura" übernehmen wir nicht nur den Bau, sondern auch die Finanzierung und den späteren Verkauf an einen Investor", sagt Finanzvorstand Jörg Eggersdorfer.

Die Anlange in Sakura, nahe Tokio, soll eine Leistung von 2,3 Megawatt haben. Dort habe der Bau bereits begonnen. Für zwei weitere Projekte in Japan, die IBC schlüsselfertig errichten will, ist der Baubeginn für Juni oder Juli geplant.

IBC-Solar trägt Risiko

Eine Neuaufstellung, die zumindest in Sakura mit einem hohen Eigenrisiko verbunden ist, wie Finanzvorstand Eggersdorfer erklärt: "Die gesamte Planung und Ausführung des Projekts und damit auch alle Risiken im Entwicklungszyklus eines solchen Großprojekts liegen bis zum Verkauf bei IBC-Solar." Das deutsche Unternehmen kümmere sich unter anderem um Pacht- und Kaufverträge für das Grundstück, Genehmigungen der Einspeisevergütungen sowie Bau und Lieferung der einzelnen Komponenten. "Unser Ziel ist die maximale Wirtschaftlichkeit des Projekts", sagt Eggersdorfer. In Japan seien die Bedingungen für Photovoltaik momentan hervorragend, so der Finanzvorstand.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima will die dortige Regierung auf erneuerbare Energien umstellen. Eine hohe Einspeisevergütung für Photovoltaik-Strom mache Solar-Großprojekte für Investoren attraktiv. Beim IBC-Park in Sakura liege diese Vergütung bei 40 Yen - also 29 Cent - pro Kilowattstunde, garantiert auf 20 Jahre.
Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Einspeisetarif für ähnliche Analgen aktuell bei zehn Cent. 2011 waren es noch 21 Cent. Die Anlage in Sakura scheint schon so gut wie verkauft. Laut Eggersdorfer arbeite man mit mehreren japanischen Unternehmen zusammen.

Auch europäische Investoren haben Interesse am Kauf des Solarparks. "Aufgrund der guten Eigenkapitalausstattung von IBC-Solar können wir die Vorfinanzierung im Moment aus eigener Kraft selbst übernehmen", betont Eggersdorfer. Funktioniere dieses Geschäftsmodell zukünftig weiter, dann wolle sich IBC-Solar Finanzierungspartner suchen.

Keine instabilen Weltregionen

Neue Märkte für dieses Modell hat das Unternehmen schon ins Auge gefasst und teilweise auch erschlossen: Auf einer Reise mit Bundespräsident Joachim Gauck hat Firmenchef Möhrstedt Myanmar und Indien und besucht. An der Grenze zu Pakistan entsteht ebenfalls eine Anlage. Einige solcher Regionen bergen ein hohes sicherheitspolitisches Risiko. Grundlage für die Auswahl von Zielmärkten sei bei IBC-Solar immer eine Einzelfallentscheidung. Grundsätzlich sei eine stabile wirtschaftliche und politische Situation in einem Land entscheidend, erklärt Stefan Golla, Leiter Recht und Personal.

50 Prozent haben neue Arbeit

Trotz der Erfolge im Ausland plane IBC-Solar heuer keine Personalaufstockung. Man wolle 2014 nutzen, um eine stabile Ausgangsposition für die kommenden Jahre aufzubauen, so Golla. Auch für rund die Hälfte der rund 60 Mitarbeiter, die durch den Stellenabbau in die Transfergesellschaft gewechselt sind, sieht es wieder nach aufgehender Sonne aus: Sie haben bereits eine neue Arbeit gefunden.

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