Lichtenfels
Umwandlung

Hotel in Lichtenfels soll Asylbewerber aufnehmen

Der Besitzer des City-Hotels am Lichtenfelser Bahnhof möchte den Betrieb aus gesundheitlichen Gründen aufgeben und steht bereits mit der Regierung in Kontakt. Am Dienstag wird es ein Thema im Bauausschuss sein.
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Das Hotel der Familie Ostrecha soll bald Asylbewerber aufnehmen. Fotos: Tobias Kindermann
Das Hotel der Familie Ostrecha soll bald Asylbewerber aufnehmen. Fotos: Tobias Kindermann
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"Kommen Sie ruhig herein", sagt Walfried Ostrecha. Nein, hier ist nichts heruntergekommen, wirkt nichts abgewohnt. Darauf legt er Wert - und führt durch die Hotelzimmer und den Frühstücksraum.

Trotzdem, im City-Hotel Garni am Bahnhof sollen nach den Wünschen der Besitzer bald Asylbewerber wohnen. Auf der Tagesordnung des Bauausschusses der Stadt Lichtenfels, der am kommenden Dienstag tagt, steht ein entsprechender Antrag: "Nutzungsänderung eines Hotels zur sozialen Nutzung am Bahnhofsplatz 5", steht dort.
Was bedeutet das: Die Stadt wird prüfen, ob es baurechtlich zugelassen ist, dort Asylbewerber unterzubringen, erklärt Günther Lorenz von der Bauverwaltung der Stadt Lichtenfels. Dies wird wohl eher eine Formsache sein, denn bei der Umwandlung des Gebäudes, das früher der Bahn gehörte, wurden bereits sicherheitsrelevante Vorschriften umgesetzt, wie Walfried Ostrecha anführt.
Auch Polizei und Landratsamt sind ebenfalls bereits mit seinen Plänen vertraut.

Gebäude 1994 gekauft

1994 kauften er und seine Frau Annette das Gebäude von der Bahn. Sie führte das Haus als gelernte Hotelfachfrau. Es sei auch eine Art Traum gewesen, den man sich damit erfüllt habe. Er betrieb sein eigenständiges Gewerbe weiter. Nun sei er 69 Jahre alt, seine Frau wolle aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. Auch seien die Belastungen, ein Hotel zu führen, im Laufe der Jahre nicht geringer geworden.

Mit der Auslastung sei man zufrieden gewesen. Zum Teil habe man auch Dauer-Kontingente an die Bahn vermietet, es lägen sogar schon Reservierungen für das kommende Jahr vor. 27 Zimmer besitzt das Haus und insgesamt 57 Betten.

Zufriedene Gäste

Die Bewertungen des Hotels auf Hotelportalen spiegeln wider, dass die Gäste zufrieden waren: Das freundliche Personal wird gelobt, das gute Frühstück - und oft wird auch angemerkt, dass die Geräuschkulisse für ein Hotel am Bahnhof gut gewesen sei: "Ja, wir haben damals extra besonders schalldichte Fenster einbauen lassen." Ob es da einem nicht leid tut, so ein Haus in ein Wohnheim umzuwandeln? Für die Familie Ostrecha ist es die beste Lösung: Verkaufsbemühungen hatten keinen Erfolg, auch eine Verpachtung lief nicht so wie erwartet. "Es gab eigentlich immer nur unqualifizierte Bewerber." Mit den Einnahmen aus der Vermietung werde man über die Runden kommen. Auf jeder Etage werde wohl eine Gemeinschaftsküche eingerichtet, sagt Ostrecha: "Diese Kosten würde aber die Regierung übernehmen"

Andere Unterkünfte besichtigt

Wann die ersten Asylbewerber einziehen könnten, steht noch nicht fest. Walfried Ostrecha hat sich aber bereits die Unterkünfte in Weismain und Coburg angeschaut. Ja, da seien die Menschen in Lichtenfels in seinem Haus schon besser untergebracht, sagt er, aber er gibt auch zu bedenken: "Wir möchten sie als Gäste behandeln, nicht als Fremde. Man muss auch geben können und nicht immer nur nehmen." Deshalb mag Walfried Ostrecha auch den Begriff Asylbewerber nicht: "Es sind Kriegsflüchtlinge."
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