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Hochbehälter Markt Ebensfeld: Kleines Leck in großer Leitung

Der Hochbehälter bei Ebensfeld versorgt die umliegenden Gemeinden mit Trinkwasser. Noch für ein Jahr finden dort Bauarbeiten statt.
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Alte Rohre sollen neuen weichen. Foto: Mirjam Stumpf
Alte Rohre sollen neuen weichen. Foto: Mirjam Stumpf
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Von der Autobahnstrecke zwischen Bad Staffelstein und Ebensfeld aus ist die Baustelle auf der Anhöhe gut einsehbar. Dass aktuell Arbeiten am Wasserhochbehälter, gelegen am Fuße des Veitsberg unweit des Wanderparkplatzes, in Gange sind, davon bekommen die Bewohner der umliegenden Ortschaften dagegen wenig mit.

Eine Fernleitung führt dort in den Hochbehälter, der unter anderem die Wasser für die Gemeinde Ebensfeld speichert. Ende vergangenen Jahres habe man vor diesem einen kleineren Rohrbruch festgestellt, sagt Günther Rehlein, Betriebsleiter der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO). "Die Versorgung der Kunden ist aber gewährleistet", denn vor allem im Sommer sei der Tank benötigt, der sich dann nachts fülle und am Tag das Wasser abgebe.

Größter Versorger der Region

Eigenen Angaben zufolge verteilt die FWO als größter Wasserversorger in Oberfranken rund 20 Prozent des hiesigen Trinkwassers. "14 Millionen Kubikmeter Wasser verkaufen wir etwa pro Jahr", sagt Rehlein. Diese Wassermengen gingen aber nicht direkt in die Leitungen der Verbraucher. "Wir geben das Wasser nicht an den Endkunden ab, sondern an die Gemeinde", sagt Rehlein. Die Gemeinden seien dann wiederum zuständig für die Verteilung auf die einzelnen Haushalte.

Den Hochbehälter bei Ebensfeld, der etwa 6.000 Kubikmeter Wasser umfasse, haben die Bauarbeiter vorerst stillgelegt, so Rehlein weiter. Der betroffene defekte Abschnitt wurde daraufhin freigelegt, um die entsprechende Rohrstrecke auszubauen und die Zu- und Ableitungen auszutauschen. Die Fernleitungen habe man dann in einem Schacht wieder miteinander verbunden, sagt Rehlein. Der Kostenpunkt liegt bei "ein paar Hunderttausend Euro".

Die FWO als Zweckverband bezieht das Wasser von Fernstellen. Durch die Fernleitungen fließt es von dort aus mittels Pumpwerken an die einzelnen Orte in Oberfranken. In den 25 Hochbehältern im Versorgungsgebiet wird das Trinkwasser zwischengespeichert. Das unbehandelte Wasser der sogenannten Ködeltalsperre, der es entnommen wird, wird aufbereitet und das Trinkwasser anschließend an die Kunden verteilt. Im Verband FWO befinden sich acht Landkreise und sieben Städte in der Region Oberfranken, darunter Coburg, Bamberg oder Lichtenfels.

Das Amt agiert als Fachbehörde

In Bayern gebe es lediglich zwei Trinkwassertalsperren, erläutert Frank Haderlein die Hintergründe zum bestehenden Wassernetzwerk. Er ist Fachbereichsleiter für Wasserversorgung, Grundwasser- und Bodenschutz am Wasserwirtschaftsamt in Kronach und als Sachgebietsleiter für den Landkreis Lichtenfels zuständig. Von der Ködeltalsperre im Frankenwald beziehe die FWO hauptsächlich das Fernwasser. Die Sperre gehöre rechtlich gesehen dem Freistaat Bayern und dieser werde durch das Wasserwirtschaftsamt vertreten.

"Ebensfeld betreibt einen erlaubnispflichtigen Tiefbrunnen", sagt Haderlein. Das Wasserwirtschaftsamt prüfe deshalb als Fachbehörde, ob an der jeweiligen Stelle Wasser entnommen werden dürfe. Außerdem schaue die Behörde, welche Auswirkungen das auf den Grundwasserspiegel habe. "Man darf nicht mehr entnehmen als nachfließt", so Haderlein.

Bei Ebensfeld soll der Hochbehälter Mitte des Jahres als Speicher wieder aktiv sein, sagt FWO-Betriebsleiter Rehlein. Andere Bauvorgänge, die unter anderem die Zufahrt und die Errichtung einer Stützmauer betreffen, würden dann bis Ende des Jahres fertig gestellt werden.

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