Bad Staffelstein
Archäologie

Hobby-Archäologen aufgepasst!

Interessierte Bürger können die Ärmel hochkrempeln und an den wissenschaftlichen Grabungen am Staffelberg teilnehmen.
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Der archäologische Leiter Markus Schußmann zeigte zu Beginn der Grabungen im April die freigelegte Fläche, an der gearbeitet wird. Jutta Rudel
Der archäologische Leiter Markus Schußmann zeigte zu Beginn der Grabungen im April die freigelegte Fläche, an der gearbeitet wird. Jutta Rudel
Vor einem Monat ist der Startschuss für die archäologischen Grabungen für das keltische Zangentor am Staffelberg gefallen. Damals verkündete Landrat Christian Meißner (CSU): "Die Grabung ist für alle." Und daran hält sich der Landkreis Lichtenfels.

Vor einem Monat ist der Startschuss für die archäologischen Grabungen für das keltische Zangentor am Staffelberg gefallen. Damals verkündete Landrat Christian Meißner (CSU): "Die Grabung ist für alle." Und daran hält sich der Landkreis Lichtenfels.
Neben Führungen an der Grabungsstelle und einem Internetblog zum aktuellen Stand der Arbeiten haben interessierte Bürger die Möglichkeit, das Grabungsteam zu unterstützen. "Mir war von vornherein wichtig, dass wir die Ausgrabungen zusammen mit den Bürgern machen", erklärt er. Denn die archäologischen Grabungen sollen keine "abgehobene Wissenschaft" sein, sondern offen und bürgernah erfolgen.


Anders als erwartet

Die ersten Helfer waren bereits an der Grabungsstätte tätig. "Sie haben es sich anders vorgestellt, waren aber großteils sehr begeistert und mit vollem Einsatz dabei", sagt der leitende Archäologe Markus Schußmann.
Die Arbeiten erstrecken sich von Montag bis Freitag von acht bis 16 Uhr - und das zwei Wochen lang. "Das schreckt Viele ab. Man muss aber bedenken, dass man ja erst eingearbeitet werden muss, und in erster Linie muss die Grabung voran gehen. Deshalb ist die Einsatzdauer auf zwei Wochen festgelegt", erklärt der Landrat. In Ausnahmefällen sei aber auch nur eine Arbeitswoche möglich.

Wer Teil des fünfköpfigen Teams von Markus Schußmann sein will, muss seiner Meinung nach viel Enthusiasmus mitbringen: "Das Wichtigste ist, dass die Leute motiviert und körperlich fit sind. Wir arbeiten nicht mit Pinseln, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Es geht richtig zur Sache. Die Arbeit ist hart und das Gelände uneben. Natürlich werde ich aber bei der Arbeitsaufteilung Rücksicht darauf nehmen, dass sich keiner überarbeitet." Ansonsten gibt es keine Teilnahme-Beschränkungen.
Bestenfalls vier Personen sollen gleichzeitig mitarbeiten. "Bei zu vielen Leuten macht das dann ja keinen Spaß, wenn man nur rumsteht und wenig zu tun hat", sagt der Landrat.


So läuft die Arbeit ab

Einen normalen Arbeitstag gebe es nicht, so der Archäologe. Das hänge davon ab, was ansteht. Denn es werde immer wieder der selbe Arbeitszyklus durchlaufen: "Wir fangen damit an, etwa 20 Zentimeter des Erdreiches auf der gesamten Grabungsfläche abzutragen. Danach wird der Aushub nach Fundstücken durchsucht."

Die freiliegende Fläche, Planum genannt, wird dann "auf den Knien mit kleinen scharfen Kellen geputzt", so dass Steine oder eventuelle Mauergrundrisse sichtbar werden. Zuletzt erfolgt die Dokumentation. "Das heißt fotografieren, ausmessen und einen Plan erstellen", erklärt Schußmann.
Der Vorgang kann drei Tage bis zu einer Woche dauern. Danach beginnt die Arbeit von vorne. "Jeder würde also so einen Zyklus von Anfang bis Ende mitmachen", sagt er.

Die Zusammenarbeit beschränkt sich aber nicht nur auf das Graben: "Bei der Arbeit erklären wir Sachen, die für uns vielleicht selbstverständlich sind, und beantworten gerne Fragen." Dabei könne es, neben der Grabung selbst, auch um die Kelten oder andere archäologische Funde gehen.
"Behindert werden wir dadurch im Ablauf nicht, wir freuen uns, wenn Unterstützung dazu kommt", sagt Schußmann. Er ist davon überzeugt, dass sich die freiwilligen Helfer bemühen werden, die Grabungen gewissenhaft voran zu bringen.

Bis Oktober/November laufen die Arbeiten. Über diesen Zeitraum sollen durchgängig freiwillige Helfer eingesetzt werden. Einige Plätze sind noch frei. Landrat Meißner versichert: "Die Möglichkeit mitzumachen besteht bis zum Schluss."



Infos zur Anmeldung:


Dauer 2 Wochen, in Ausnahmefällen auch nur eine Woche
Arbeitszeit 8 - 16 Uhr
Gruppengröße 4 Personen
Termine werden bei der Anmeldung mitgeteilt
Anmeldung beim Landratsamt Lichtenfels unter der Telefonnummer 09571 / 18467


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