Bad Staffelstein
Vorhaben

Hier soll Scheffel Platz finden

Ein Modell in der Bahnhofstraße zeigte den Mitgliedern des Bauausschusses die Wirkung des Denkmals am geplanten Standort.
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Hier soll der Platz für das neue Scheffel-Denkmal in der Bahnhofstraße sein, anhand eines Modells machte sich der Bauausschuss ein Bild von der Wirkung. Der Blick von Scheffel wird Richtung Kloster Banz weisen.
Hier soll der Platz für das neue Scheffel-Denkmal in der Bahnhofstraße sein, anhand eines Modells machte sich der Bauausschuss ein Bild von der Wirkung. Der Blick von Scheffel wird Richtung Kloster Banz weisen.
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Für ein paar Stunden saß er schon einmal da, wo er künftig seinen Platz finden soll, Victor von Scheffel. Der Bauausschuss der Stadt schaute sich den Standort in der Bahnhofstraße nahe der Kreuzung zum Unteren Lauterdamm an, den der Künstler favorisiert. Auch der Stadtrat hat bereits diese Stelle auserkoren, doch einen endgültigen Beschluss wird es erst in der Sitzung am Dienstag, 18. September, geben.

Vom selben Künstler

Es wird das zweite Denkmal sein in der neu gestalteten Bahnhofstraße. Am Eingang in der Nähe des Rathauses steht bereits eine Skulptur, die Adam Riese mit einem Schüler zeigt. Beide hat Andreas Krämmer gestaltet, der sein Atelier in Seßlach hat.

Von der Figur des Victor von Scheffel gibt es bereits einen Abguss aus Bronze im Maßstab 1:10. Um sich ein Bild von der Wirkung zu machen, diente den Stadträten eine Konstruktion aus Styropor und Sperrholz.

Scheffel weilte 1859 in Banz, wo er das Frankenlied schrieb - heute die inoffizielle Hymne der drei fränkischen Regierungsbezirke. 33 Jahre war er damals alt, also ein durchaus noch verhältnismäßig junger Mann.

Scheffel wird deshalb die Aufgabe, den Bürgern und Besuchern von Bad Staffelstein als Denkmal zu erscheinen, mit jugendlichem Elan übernehmen. Mit dem Charme eines Studenten wird er auf dem Platz sitzen, in lässiger Haltung, die Umgebung studierend - von der er während seines Aufenthalts am Obermain sehr beeindruckt wurde. "Ich will ihn im Aufbruch seiner Jugend darstellen", sagte Krämmer. Ob Scheffel in dem Augenblick sich nun Notizen mache oder gemalt habe, lässt er offen. Scheffel war 1852 als Landschaftsmaler nach Rom gereist, doch erkannte er dort, dass sein Talent mehr auf der Dichtkunst lag.

Scheffel sitzt lässig da, als würde er bei einer kurzen Pause auf einem großen Stein sitzen. Die Figur wird aus Bronze gegossen werden, eine etwa 5 Millimeter starke Hülle. Die Säule besteht aus Stein, der Sockel, der auch als Anfahrschutz dient, aus dem selben Material. "Er soll die Höhe bekommen, dass er über die Autos schauen kann, aber doch nicht so hoch sein, dass man sich nicht mehr mit ihm fotografieren lassen kann", sagte Krämmer. Auf einer Seite der viereckigen Säule werden Teile des Frankenliedes auf einer Bronzeplatte zu lesen sein.

"Wir planen auch, die Figur in der Nacht zu beleuchten", sagte Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU). Wenn der Stadtrat den Standort exakt festgelegt hat, werden auch noch restliche Elemente wie Fahrradständer auf dem Platz ergänzt.

Vor Ort war keine Kritik an dem geplanten Platz für das Scheffel-Denkmal von Stadträten zu hören.

In der Sitzung selber ging es überwiegend um private Bauanträge, acht an der Zahl und um die Nachfolge für den Tedi-Markt in der Lichtenfelser Straße. Tedi ist in den ehemaligen Lidl in die Bamberger Straße gewechselt.

Takko will kommen

Nun soll am alten Standort der Textildiscounter "Takko" einziehen. Die Stadträte haben nichts dagegen ("das ist mir lieber als ein Leerstand" - Walter Mackert, CSU).

Nur die Regierung Oberfranken soll noch sagen, ob eine Ansiedlung im Konflikt mit dem Einzelhandelsgutachten stehe, das die Stadt vor einiger Zeit hat erstellen lassen.



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