Weismain

"Herbert und Schnipsi" in Weismain: Ein Gag jagte den anderen

Das facettenreiche Beziehungsgeflecht zwischen Mann und Frau offenbarten "Herbert und Schnipsi" den Zuschauern in der Weismainer Stadthalle.
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Hüttenzauber an Silvester, das haben sich "Herbert und Schnipsi" schon lange gewünscht. Doch die Realität sieht anders aus. Foto: Klaus gagel
Hüttenzauber an Silvester, das haben sich "Herbert und Schnipsi" schon lange gewünscht. Doch die Realität sieht anders aus. Foto: Klaus gagel

Als Vorzeigeehepaar präsentierten sich "Herbert und Schnipsi", die nach 35 erfolgreichen Bühnenjahren zu ihrem "Best of-Rückblick" eingeladen hatten, am Samstag in der Weismainer Stadthalle. Für die Zuschauer war es eine ergötzliche Zeitreise, bei der ein Gag den anderen jagte.

Es sind die Szenen, die ans wirkliche Leben erinnern. Voller Absurdität und Situationskomik strapazieren sie im Saal die Lachmuskeln. Das beginnt schon mit dem Erlebnisurlaub in der Wildnis Schwedens, wo Herbert als begeisterter Angler die unterschiedlichsten Köder testet, während sein geliebtes Weib als Quasselstrippe die Fische verscheucht.

Aus dem Solo wird nichts

Im Chaos der Wildnis ist Ordnung geboten, und so hat Herbert alle Gegenstände im Zelt alphabetisch geordnet. Doch warum liegt dann der Dosenöffner beim Büstenhalter? Na klar: Büstenhalter - Büchsenöffner.

Ganz am Anfang stand Herbert noch allein auf der Bühne. Damals vertonte er Meldungen aus der Bildzeitung wie "Grüne Kugeln verfolgten sieben Passagierflugzeuge". Doch aus dem musikalischen Solo wird nichts: Unvermittelt mischt sich der Sopran von "Schnipsi" aus dem Off in die männliche Tenorstimme. Seine bessere Hälfte kann's eben nicht lassen, sich immer wieder in den Vordergrund zu spielen. Auch gegenüber ihren Geschlechtsgenossinnen nicht, bei einem Sketch, in dem "Schnipsi" binnen weniger Minuten vom Kind zur siebzigjährigen Greisin altert.

Und gibt es das wirklich, dass eine Frau ihren Ehemann einkleidet, damit er nicht immer so "lätschert" ausschaut? Soll's tatsächlich geben, und nicht nur bei "Herbert und Schnipsi" auf der Bühne ...

Musikalisch erweisen sich "Herbert und Schnipsi" als Multitalente. "Muatta, i bin a Guckuck", als eines der ersten Lieder, das die beiden auf die Bühne brachten, sorgt für Stimmung im Saal und weckt die Erkenntnis, dass Erziehung im Grunde sinnlos ist.

Dabei haben es die beiden faustdick hinter den Ohren, weil sie das Publikum einspannen. "Schnipsi" hat einen Korb voller Bügelwäsche einschließlich langer Unterhose dabei, die schrankfertig zusammengelegt werden muss. Die Wäsche wird per Luftpost verteilt, und man glaubt es kaum: Die Stück kommen ordentlich gefaltet zurück.

Ein "frisch Verstorbener"

Auch die dunklen Seiten des Lebens erschrecken die beiden nicht. Herbert feilt eifrig an der Grabrede für seinen Onkel und findet sich im nächsten Sketch als "frisch Verstorbener", ausgestattet mit Gummihandschuhflügeln, im Himmel wieder.

Doch der Aufenthalt ist nur von kurzer Dauer: Die Wiedergeburt als Kind in der Sahelzone ruft. Doch was gibt's Schöneres als Silvester auf einer Hütt'n? Bloß blöd, wenn keine Streichhölzer fürs Feuer mehr da sind und sogar der Sekt tiefgefroren ist. Da vertreibt man sich die Zeit am besten mit Schinkenklopfen aufs Hinterteil der Ehefrau, und die muss dann raten, wer da "aufighaut" hat.

"Wie lang is'n noch bis Zwölfe?" Im Saal biegen sich die Zuschauer vor Lachen. "An Filsefter fragt man sich einfach: Was könnte mein Leben für einen Sinn haben?" Herbert beschleichen trübsinnige Gedanken. "Wie lang is'n noch bis Zwölfe?" Die Zeit will überhaupt nicht vergehen. Kein Wunder, wenn die Armbanduhr stehengeblieben ist.

Zum Schluss 'ne Liebeserklärung

Das Schlusslied "Was wär i ohne di?" ist eine Liebeserklärung für 35 Jahre gemeinsame Jahre Bühnenerfahrung. "Keiner von uns Zwaa wäre ohne den andern dahin gekommen, wo wir heit san", erkennt Herbert. "Ja", haucht "Schnipsi" ins Mikrophon: "Nach Weismain."

Stürmisch fordert das Publikum seine Zugaben. Und Herbert reimt: "Wir ohne eich, wär'n wie a Krimi ohne Leich."

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