Grundfeld
Ausbildung

Helga Dressel aus Grundfeld zeigt die Vielfalt ihrer Tomaten als Gästeführerin

Helga Dressel ist bekannt als "Tomaten-Frau". Jetzt darf sie sich auch "Gästeführerin" nennen. Sie möchte nun vielen Menschen ihr Gartenparadies zeigen.
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Helga Dressel aus Grundfeld ist stolz auf ihre Facharbeit, die sie zur Gästeführerin gemacht hat. Bei den Führungen darf ihr Hut nicht fehlen. Foto: Dominic Buckreus
Helga Dressel aus Grundfeld ist stolz auf ihre Facharbeit, die sie zur Gästeführerin gemacht hat. Bei den Führungen darf ihr Hut nicht fehlen. Foto: Dominic Buckreus
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Sie hat ein kleines Zimmer im Gottesgarten. So beschreibt Helga Dressel ihren Gästen immer den Garten, der das Haus am Ortsrand mit Blick auf Vierzehnheiligen umringt. Durch dieses kleine Zimmer wird sie nun offiziell alle Menschen führen, die sich für ihre kleine Idylle und vor allem für ihre vielen verschiedenen Tomaten interessieren.

"Gästeführerin Gartenerlebnis Bayern" darf sie sich nun nennen. Diese Qualifizierung bietet die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau an. Zwischen Januar und Mitte Juni musste sie dafür insgesamt zehn Mal nach Veitshöchheim reisen. Dort hat sie vieles über die Gartenkunst von der Antike an gelernt. Dazu einiges über das Pflanzen und die Bewirtschaftung des Gartens. Aber auch die rechtlichen Grundlagen und wie sie ihren Garten richtig vermarkten kann.


Überraschender Zuspruch

Auf die Idee, ihren Garten für Besucher zu öffnen, habe sie Michael Stromer, Kreisfachberater für Gartenbau, bei einem Tag der offenen Tür gebracht. Für Dressel war der Garten früher einfach ein Ort, um die Sorgen des Alltags zu vergessen. "Der Garten war mein Zufluchtsort", sagt sie. Doch es seien an diesem Tag unglaublich viele Leute gekommen. "Plötzlich war es ein Garten, in dem sich viele wohlgefühlt haben", erzählt Dressel. Daraufhin fasste sie einen Entschluss: "Ich zeige den Menschen, wie schön die Natur ist und was man mit einem Garten alles machen kann." Bevor Helga Dressel aber in den Kreis der Gästeführer aufgenommen wurde, musste sie eine Facharbeit schreiben. "Meine Tomaten sind meine Rosen" hat sie die 28-seitige Arbeit genannt. "Die Rose ist die edelste Pflanze überhaupt und Tomaten sind genauso edel", erklärt sie den Titel. Ihr Werk sei als eine der besten Facharbeiten ihrer Gruppe gewertet worden, obwohl sie so etwas noch nie geschrieben habe, sagt sie: "Da bin ich schon stolz drauf."


Die richtige Strategie

Darin dreht sich alles um die Tomate, von der sie knapp 200 verschiedene Sorten besitzt. Die Geschichte, die Aussaat und die richtige Pflege, die Zucht und das Konzept, das sie für ihren eigenen Garten vorgesehen hat.
Wenn die Gäste ankommen, bekämen diese zunächst ein "Versucherle". Dann dürfen sie sich in Ruhe umschauen und ihre Fragen loswerden. Die Besucher können auch mal einen Blick durch das Refraktometer werfen. Dies misst den Säure-Zucker-Gehalt einer Tomate. Dadurch lasse sich feststellen, ob die Frucht reif genug zur Verarbeitung ist, erklärt Helga Dressel. Auf einer großen Karte zeigt sie, woher die Tomate stammt und wie sie im Laufe der Jahrhunderte von Südamerika nach Europa gekommen ist. Am Ende gibt es eine Blindverkostung mit Tomaten aus Dressels Garten und aus dem Supermarkt. "Bis jetzt hat jeder den Unterschied herausgeschmeckt", sagt die Grundfelderin.

Von Mitte Juli bis Mitte September öffnet sie ihr Tomatenparadies für Besucher. Teilnehmen können zwischen sechs und 15 Personen. Die Kosten teilt Helga Dressel auf Anfrage mit. Bisher habe sie schon mehrere Führungen gemacht. Ihre Gäste seien ganz unterschiedlich, sagt sie. Viele Vereine schauen vorbei, aber auch Geschäftsleute, und Urlauber.

In Zukunft möchte sich Helga Dressel noch weiterbilden in Sachen Gartenkultur. Sie möchte ihre Führungen dabei nicht auf ihren eigenen Garten beschränken, sondern die Besucher auch durch öffentliche, größere Gärten begleiten. Zum Beispiel durch den Kurgarten oder den Klostergarten auf Vierzehnheiligen.


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