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Lichtenfels
Hauptausschuss

Hausarztpraxis im Lichtenfelser Stadtmuseum?

Könnte eine barrierefreie Hausarztpraxis in den Räumen, in dem sich heute noch das Stadtmuseum befindet, angesiedelt werden?
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Vorschlag der Stadtratsfraktion der Jungen Bürger und Stadträtin Emmi Zeulner: Könnte nach dem Umzug des Stadtmuseums ins Stadtschloss hier nicht eine barrierefreie Hausarztpraxis untergebracht werden?Gerda Völk
Vorschlag der Stadtratsfraktion der Jungen Bürger und Stadträtin Emmi Zeulner: Könnte nach dem Umzug des Stadtmuseums ins Stadtschloss hier nicht eine barrierefreie Hausarztpraxis untergebracht werden?Gerda Völk
Was die Versorgung mit Hausarztpraxen angeht, ist die Region nicht gerade auf Rosen gebettet. Könnte ein Antrag der Stadtratsfraktion der Jungen Bürger und Stadträtin Emmi Zeulner auf Unterbringung einer barrierefreien Hausarztpraxis in den Räumen, in dem sich heute noch das Stadtmuseum befindet, da Abhilfe bringen? Ein Vorschlag, der auf der Tagesordnung der Hauptausschusssitzung am Mittwoch stand.
Bei ihren Antrag ging es im Kern um die Hausarztversorgung im ländlichen Raum, berichtete Christian Barth (JB) zu den Hintergründen des Vorschlags. Das Stadtmuseum Lichtenfels könnte mit neuem Nutzungskonzept in den derzeit ungenutzten Räumen des Stadtschlosses umziehen. Letzteres ist im Zuge der "Umstrukturierungsmaßnahme in der Verwaltung" ohnehin vorgesehen, wie Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) mitteilte. Geplant ist, das Stadtmuseum und die Flechtkurse in das Stadtschloss zu integrieren. Damit erhofft sich die Stadt eine bessere Auslastung des Gebäudes und eine touristische Aufwertung als "kulturelles Zentrum" sowie regelmäßige Öffnungszeiten. Wie Bürgermeister Hügerich weiter mitteilte, laufen aktuell die Planungen und Vorbereitungen für den Umbau und Umzug der Stadtbücherei, der Tourist-Information sowie der Verwaltung (Amt für Wirtschaft, Tourismus und Kultur) in das Gebäude Marktplatz 10. Dabei werden auch die Fördermöglichkeiten für die Umgestaltung im Rahmen der Städtebauförderung in Absprache mit der Regierung von Oberfranken geprüft.
Am heutigen Freitag geht es um die "Sicherstellung der ärztlichen Versorgung". Ein Thema, zu dem die Stadt neben dem Kommunalbüro für ärztliche Versorgung auch Ärzte und Apotheker eingeladen hat. Als Arbeitgeber bietet die Stadt Lichtenfels ihren Mitarbeitern ab Januar 2018 eine persönliche Gesundheitskarte in Kooperation mit der Initiative Gesunder Betrieb (i-gb) an. "Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern. Je gesünder desto leistungsfähiger sind sie", machte Hügerich deutlich. Mit der Gesundheitskarte können die Mitarbeiter der Stadt kostenfrei oder vergünstigt die Leistungen und Angebote von über 570 Partnern in ganz Franken nutzen. Zum Gesundheitsnetz der i-gb zählen in Lichtenfels und Umgebung zahlreiche Dienstleister, wie Fitnessstudios, Bäder und Physiotherapeuten, sagte Kathrin Schubert. Mittlerweile wird die Gesundheitskarte der i-gb von 12 500 Mitarbeitern in 120 Firmen genutzt. Das Angebot ist frei kombinierbar. Bei 250 Mitarbeitern, drei Aktivitäten pro Monat und einer Auslastung des Angebots von 20 Prozent geht die Verwaltung von Kosten in der Größenordnung von knapp 26 000 Euro aus. Bei einer höheren Auslastung der Karte könnte auf die Stadt allerdings Kosten in der Größenordnung von 54 000 Euro zukommen. Die Sinnhaftigkeit der Gesundheitskarte stand für Ausschussmitglied Bernhard Christoph (Bündnis 90 / Die Grüne) außerfrage. "Dagegen stehen die Kosten für den Steuerzahler." Sollte die Stadt nicht schon bei der Einstellung Wert auf gesundes Verhalten legen und beispielsweise Nichtraucher einstellen?", gab er zu bedenken. Christoph regte auch die Anschaffung eines Dienstfahrrads an. Die Stadt sollte sich davor hüten, bei der Einstellung ein Gesundheitszeugnis zu verlangen, sagte Rudi Breuning (SPD). "Ob jemand raucht oder Bier trinkt, ist seine Privatsache."
Die Stadt habe nicht vor, ein Gesundheitszeugnis zu verlangen, stelle Bürgermeister Andreas Hügerich klar. Dafür wurde Christophs Vorschlag angenommen, nach einem Jahr zu prüfen, ob sich die Maßnahme bewährt habe. Das wäre dann zum Jahres Ende 2018 der Fall.
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