Lichtenfels

Hasch in der Tasche - 41-Jähriger vor Gericht

Hasch in der Tasche, ein Messer zuhause: Ein 41-Jähriger, nach 21 Berufsjahren entlassen, ohne Glück bei der Stellensuche, sackte ab - und saß nun vor dem Amtsgericht Lichtenfels.
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Archivfoto: Jan Koch
Archivfoto: Jan Koch
Ein Arbeiter aus Lichtenfels war am 22. April 2012 nach Krappenroth unterwegs - mit zehn Gramm Haschisch in der Tasche. Das war unerlaubt viel. Im Dezember kam die Polizei zu dem Mann nach Hause und fand ein Butterfly-Messer. Das war unerhört verboten. Wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln und Waffen hatte sich der 41-Jährige am Dienstag vor dem Amtsgericht zu verantworten.

"Ich hab mit Waffen nix am Hut. Das war ein Werbegeschenk", erklärte der Angeschuldigte. Auf diesen Einwand ging Richter Thomas Pohl nicht sonderlich ein und bemerkte lediglich, dass die Klinge zu lang und daher nun mal nicht erlaubt sei. Genauso wie der Besitz von zehn Gramm Marihuana. Pohl versuchte zu ergründen, ob der Beschuldigte ein Drogenproblem hat.
Der Angeklagte bestritt, ein solches zu haben, und schilderte sich als jemanden, der sich schon vor langer Zeit von jedweden Drogen verabschiedet hat.

Richter Pohl lagen allerdings Dokumente vor, die wohl ein genaueres Bild von der "Abstinenz" des Beschuldigten zeichneten. "Na, wie kommt dann das Amphetamin und Methamphetamin in Ihr Blut?", erkundigte sich Pohl. Keine Antwort.

Jedoch räumte der Beschuldigte ein, dass er in der letzten Zeit "ein wenig abgesackt" sei. Beruflich habe er kein Glück, nach 21-jähriger Betriebszugehörigkeit sei ihm gekündigt worden, und ein neuer Job ist schon seit längerem nicht in Aussicht.

Einige Bewährungsauflagen

Für eine Bewährungsstrafe, wenngleich eine kurze, sprach sich Staatsanwalt Christian Gillot aus. Auch darum, weil der Angeklagte schon siebenmal unangenehm in Erscheinung getreten ist: beleidigend, sich unerlaubt von einem Unfallort entfernend, fahrlässig den Straßenverkehr gefährdend und dergleichen. Es sei "unerlässlich zur Einwirkung auf den Angeklagten", argumentierte Gillot. Drei Monate und zwei Wochen Haft auf Bewährung erschienen sowohl Gillot als auch Richter Pohl angemessen kurz genug.

Auch bei den Bewährungsauflagen folgte Pohl den Forderungen der Staatsanwaltschaft: Die hatte sich dafür ausgesprochen, achtmal jährlich ein Drogen-Screening vom Beschuldigten einzufordern. Eine Aufgabe für die Drogenberatung. Bei der wird der Verurteilte in diesem Jahr noch zehnmal anderweitig vorstellig werden müssen, um seine Entfernung von Drogen prüfen und dokumentieren zu lassen. Zudem hat der Verurteilte noch 50 gemeinnützige Arbeitsstunden abzuleisten.

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