Vierzehnheiligen
Umbau

Halbzeit in Haus Frankenthal

Die große Sanierung geht planmäßig voran. Innen sieht es noch aus wie in einem Rohbau, doch man hat wichtige Hürden genommen.
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Für den Biergartenbetrieb entsteht ein neuer Anbau am Gasthof. Fotos: Tobias Kindermann
Für den Biergartenbetrieb entsteht ein neuer Anbau am Gasthof. Fotos: Tobias Kindermann
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"Es ist sogar etwas mehr als Halbzeit", sagt Raimund Hümmer, Geschäftsführer der Bildungshäuser in Vierzehnheiligen, als er durch die Baustelle läuft. Wirklich? Das Haus Frankenthal sieht von innen aus wie ein Rohbau. An der Decke laufen Lüftungsschächte und Kabel entlang, die Wände sind unverputzt, Bauarbeiter sind dabei, Ständerwände zu errichten, Kabel zu verlegen, Fliesen zu schneiden. Auf einem Flur liegen noch zwei Stahlträger, die dort eingezogen werden, wo es die Statik nötig macht.

Die Statik - das ist auch das Thema, das Raimund Hümmer optimistisch macht. Seit März vergangenen Jahres läuft der Umbau im Haus Frankenthal, der über eine Generalsanierung hinausgeht. In Teilen wird das Haus neu zugeschnitten, Wände wurden rausgebrochen, die Decke der Hauskapelle herausgenommen, damit künftig der Dachstuhl einbezogen werden kann. Die Gaststätte "Goldener Hirsch" bekommt einen vergrößerten Anbau für den Biergartenbetrieb und eine neue Küche.

"Wenn man ein bestehendes Haus so umbaut, kann man immer wieder Überraschungen erleben", sagt Hümmer und meint hier vor allem eben die Statik. In die bestehenden Decken wurden viele neue Löcher gebohrt, um Leitungen für Lüftungsanlage und Sanitäreinrichtungen verlegen zu können. Das erforderte in einigen Teilen Verstärkungen - und die sind gesetzt. "Die Erfahrungen aus dem Umbau mit dem Diözesanhaus zeigen, dass es ab jetzt eher schneller vorangeht an man denkt".

Komplett neue Einrichtung

Das weiter unter am Hang liegende, 1968 errichtete Bildunghaus wurde bei laufendem Betrieb zwischen 2010 und 2015 für zehn Millionen Euro saniert. Jetzt folgt das 1978 gebaute, kleinere Haus Frankenthal. Etwa acht Millionen Euro wird es kosten, das Haus technisch auf den neusten Stand zu bringen. Das Bildungshaus wird komplett neu eingerichtet, die beiden Seminarräume mit aktueller Technik ausgerüstet. Die Zimmer erhalten neue Bäder. "Wichtig war uns auch die Barrierefreiheit", betont Hümmer. Im Erdgeschoss gibt es nun sechs rollstuhlgeeignete Doppelzimmer. Dazu kommt ein größerer Aufzug und ein neuer Zugang zur Hauskapelle. Sechs Zimmer im dritten Stock hat man aufgegeben, um Platz für neue Haustechnik zu bekommen, von verbliebenen 42 Zimmern sind neun Einzelzimmer.

Die Zimmer in Haus Frankenthal stehen auch nichtkirchlichen Gästen zur Verfügung. "Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu Hotels. Der Bedarf in Bad Staffelstein ist größer als das Angebot", sagt Hümmer. Die Erzdiözese Bamberg als Träger von Haus Frankenthal und dem Diözesanhaus hat sich hier geöffnet - und sieht das auch als Möglichkeit, ihr Angebot so anderen Menschen näher zu bringen. Auf rund ein Viertel der Übernachtungsgäste schätzt Hümmer ihre Zahl - die übrigens zeitgemäß buchen können - über Hotelportale.

Anfang 2020 soll Haus Frankenthal wieder öffnen - und auch die Gaststätte "Goldener Hirsch". Auf ein exaktes Datum möchte sich Hümmer noch nicht festlegen: "Aber es wäre schön, wenn wir zum Beginn der Saison im April den Umbau abgeschlossen haben."

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