Redwitz
Primiz

"Großer Bahnhof" für den Redwitzer Neupriester

Glaube und Zuversicht gingen von Christian Müllner bei seinem ersten Gottesdienst im Heimatort Redwitz aus.
Artikel drucken Artikel einbetten
Franz Wachter von der Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Katja Quidenus überreichen Christian Müllner eine Torte mit seinem Bild von der Priesterweihe sowie eine Urkunde, auf der alle Geschenke gelistet waren; rechts hinten Dekan Lars Rebhan. Fotos: Thomas Micheel
Franz Wachter von der Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Katja Quidenus überreichen Christian Müllner eine Torte mit seinem Bild von der Priesterweihe sowie eine Urkunde, auf der alle Geschenke gelistet waren; rechts hinten Dekan Lars Rebhan. Fotos: Thomas Micheel
+3 Bilder
"Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich!" Dieser Primizspruch für Neupriester Christian Müllner zog sich durch dessen beeindruckenden Primizgottesdienst in der St.-Michaels-Kirche.
Besonnen und bedacht, gleichzeitig offen und freudig, vollzog Müllner seine Handlungen im Gottesdienst, und man merkte ihm seine Berufung als Priester an. Glaube und Zuversicht gingen von ihm aus und übertrugen dabei Freude und Hoffnung.


Messgewand gesegnet

Vor dem Gottesdienst war der Primiziant von seinem Elternhaus in der Siedlung abgeholt worden. Ehe sich der Festzug in Bewegung setzte, segnete Dekan Lars Rebhan das neue Messgewand des Neupriesters. In einem langen Zug zogen Priester, Gäste von Pfarreien aus nah und fern sowie Ortsvereine, Nachbarn, Eltern und Verwandte zusammen mit der Blasmusik Modschiedel zur Kirche.
Als "Ortspfarrer" begrüßte Dekan Lars Rebhan Primiziant Müllner, der 20 Jahre in dieser Kirche Ministrant gewesen war. Ein bewegender Moment war dann die Eröffnung des Gottesdienstes durch den Neupriester. Dieser freute sich, in seiner Heimatgemeinde die Primiz feiern zu können. Doch dürfe man dabei nicht vergessen, dass es Gottes Werk sei, dass er seiner Berufung gefolgt sei. Pfarrer Gerhard Möckel aus Weismain wusste eingangs seiner Primizpredigt, dass der Primizspruch viel über das Leben, die Berufung und die Person selbst des Neupriesters aussage. Als Neugeweihter sei es verlockend und interessant, in die Praxis einer Gemeinde einzutreten. Jeder Neuanfang werde von einem gewissen Zauber begleitet und Möckel hob das gute Gefühl hervor, gemocht, gebraucht, geschätzt und geliebt zu werden. Das sei alles sehr wichtig und sehr wohltuend, brauche aber viel Energie und Kraft. Und daher appellierte Möckel an Müllner gemäß dessen Primizspruches, immer wieder aufzustehen und zu essen. Ebenso wusste Möckel, dass die Zeit komme, in der ihn und Gemeinde die Mittelmäßigkeit beherrsche. Das Ausräumen von Missverständnissen sowie falscher Ehrgeiz und Eifersüchteleien um ihn herum verschlängen viel Energie und was anfangs als Frühling begann, werde nun wie die Vertreibung aus dem Paradies erlebt. Doch mache der Primizspruch Mut, als Priester im Weinberg des Herrn zu arbeiten. Man dürfe nicht in Resignation verfallen, wenn im Leben nicht alles so laufe, wie man es sich vorstelle. Für viele sei es wichtig, so Möckel, Erfolg in Zahlen zu messen. Doch sei das Verweilen in der meditativen Stille sowie im Beten mindestens genau so wichtig. Jesus wolle keine Leistungen, sondern Vertrauen.
Nach den Fürbitten waren dann alle zur Kommunion geladen. Stellvertretender Landrat Helmut Fischer betonte im Grußwort mit seiner Anwesenheit, wie wichtig das christliche Fundament im Landkreis Lichtenfels sei und gestaltet werde. Er gratulierte Müllner zu seiner Entscheidung und wünschte ihm die notwendige Kraft und Gesundheit in seinem Tun. Er habe selbst gespürt, wie wichtig ein Primizgottesdienst für eine Gemeinde sei.
Bürgermeister Christian Mrosek wusste, dass sich viele Redwitzer mit dem Primizianten freuen und auch Stolz zeigen. Den Beruf des Priesters werde nun von einem Menschen ausgeführt, der sich berufen und auch gebraucht fühle. Die Kirche mit ihrer zweitausendjährigen Geschichte gelte als Hort der Stabilität und sie habe sich immer als fähig erwiesen, neue Entwicklungen in ihr Denken aufzunehmen oder die Botschaft in eine zeitgemäße Form zu kleiden. Kirche und Politik seien ein weites Feld, doch haben sie auch einiges gemeinsam. Für die Zukunft wünschte er Müllner Kraft, Glück und vor allem Gottes Segen. Grüße übermittelte Dekan Rebhan vom evangelischen Pfarrer Daniel Steffen Schwarz, der wegen einer Veranstaltung in seiner Kirchengemeinde verhindert war zu kommen.
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Katja Quidenus, freute sich, dass nach Jahren der Vorbereitung nun ein Meilenstein in der Bestätigung zu Gott erreicht worden sei. Die übernommenen Aufgaben seien nicht leicht, deshalb wünschte sie ihm Kraft im Alltag. Franz Wachter, Vertreter der Redwitzer Kirchenverwaltung, zollte Müllner Respekt: "Es erfüllt mich mit Stolz und Freude, dass ein richtiger Redwitzer nun hinter dem Altar steht."
Neupriester Müllner dankte seinen Wegbegleitern und sprach besonders den Menschen seinen Dank aus, die es ermöglicht hätten, dass er an diesem Tag an dieser Stelle stehen könne. Ein großer Moment war es dann, als Müllner den Primizsegen zum Abschluss des Gottesdienstes erteilte. Die Orgel im Gottesdienst hatte Fabian Brand gespielt und die Blasmusik Modschiedel unter der Leitung von Simon Ehnes hatte diesen musikalisch ausgestaltet. Nach dem Auszug spielten im Festzelt die Unterlangenstadter Blechbläser auf.
. Immer wieder trafen sich alte Weggefährten und gerne wurde die Zeit zu einem kurzen Plausch genutzt. Gern kamen die Gäste auch zu einem Gespräch mit Neupriester Müllner zusammen. Nach dem Mittagessen erteilte Müllner den Primizsegen. Mit Kaffee und Kuchen gestaltete sich der weitere Nachmittag vor der Kirche und im Festzelt. Eine Dankandacht schloss sich an, bevor sich dieser besondere Tag seinem Ende zu neigte.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren