Bad Staffelstein

Glaube hilft beim Gesundwerden

In der Schön-Klinik wurde die 200. "Bibel zum Mitnehmen" vom Gideon-Bund gespendet. Schon viele haben sich ein Exemplar gesichert, sagt Pfarrerin und Seelsorgerin Anja Bautz. Sie weiß auch, dass sich in dem Buch viele Schätze befinden.
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Seit 2013 ist Pfarrerin Anja Bautz auch Seelsorgerin an der Schön-Klinik und nimmt sich dort Zeit für die Patienten. Foto: Theresa Schiffl
Seit 2013 ist Pfarrerin Anja Bautz auch Seelsorgerin an der Schön-Klinik und nimmt sich dort Zeit für die Patienten. Foto: Theresa Schiffl
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"Der Glaube gibt dem Leben einen Sinn und beantwortet die großen Fragen", sagt Pfarrerin Anja Bautz, die für die ökumenische Kur- und Urlauberseelsorge in Bad Staffelstein arbeitet. Seit 2013 ist sie dort als Seelsorgerin tätig und hat schon vielen Patienten in der Schön-Klinik Trost gespendet und ihnen Mut gemacht. Dass der Glaube in der Klinik eine besondere Rolle spielt und gepflegt wird, zeigt sich an den "Bibeln zum Mitnehmen": Am 11. Januar 2017 wurde der Klinik die erste Bibel vom Gideon-Bund gespendet. Und am 11. September 2019 wurde die 200. Bibel übergeben.

Glaube fördert Gesundheit

"Es gibt mittlerweile sogar Studien, die belegen, dass Glaube die Gesundheit fördert." So wirke das Beten mit seinen teilweise sich wiederholenden Sätzen beruhigend. "Die Atmung wird gleichmäßiger und der Puls geht runter. Das merke ich bei mir selbst", erzählt Bautz.

In den letzten Jahren sei auch das Bewusstsein für Zufriedenheit und Ruhe mehr gewachsen. Gerade in Krankenhäusern spiele die Seelsorge eine wichtige Rolle für die Genesung der Patienten.

Der Raum der Stille ist ebenfalls ein wichtiger Ort: "Wir besuchen die Patienten zwar auch auf den Zimmern, aber es ist etwas Besonderes, wenn man selbst entscheidet diesen Ort aufzusuchen und selbst hingehen kann."

Sie müsse die Menschen immer erst sehen und etwas besser kennenlernen. "Dann kann ich mich besser darauf einstellen, was die Menschen brauchen." Die Seelsorge der Klinik arbeite auch ökumenisch, damit sie möglichst alle Menschen, egal welcher Religion sie angehören, erreichen kann.

Individuelle Gespräche

Es gebe keine Standardgesprächsverläufe, so Bautz. Sie bringe zwar das Thema Gott mit, aber das müsse nicht automatisch das Gesprächsthema sein. "Manche fragen mich aber sogar, ob ich für sie bete oder ob wir gemeinsam beten können."

Der Glaube könne helfen, weil man einen Adressaten für seine Probleme hat. "Man darf vor Gott ruhig einmal klagen."

Die Bibel hat außerdem eine wichtige Aufgabe, weil sie als Hilfe dient und die Rituale sinnstiftend sein können. "Außerdem fördern Rituale die Gemeinschaft und Gesellschaft", sagt die Pfarrerin.

Zudem gebe sie den Menschen ein Gefühl von Sicherheit. "Übergänge sind immer mit Unsicherheit verbunden." Was als Nächstes kommt und wohin man geht, aber auch woher man kommt und welche Aufgabe man hat, seien wichtige Fragen, auf die sich in der Religion Antworten finden ließen.

Anja Bautz versucht den Menschen einen neuen Blickwinkel zu geben: "Es gibt nicht nur Leid und Tod. In unserem Leben ist vieles, wofür wir dankbar sein können." Alle denen sie die Frage stelle, wofür sie heute dankbar sind, haben bisher eine Antwort gefunden. "Und wenn es nur das ist, dass eine nette Schwester ihnen den Kaffee noch einmal aufwärmt." Aber sie versucht die Patienten auch aufzumuntern und feiert mit ihnen Fortschritte. "Die Bibel beinhaltet viele Schätze, die dem Betroffenen wieder Mut machen und ihm sagen, dass er wichtig und wertvoll ist", sagt Bautz.

Sie selbst liest oft in der Bibel und findet dort Trost und neue Kraft. "Ich lese meistens bestimmte Stellen, bei denen ich weiß, dass sie mir helfen."

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