Lichtenfels

Gewerbegebiet wächst enorm

An der Zeil im Lichtenfelser Stadtteil Schney werden weitere 38 Hektar für Unternehmen zur Verfügung gestellt. Vor allem die Entwässerung ist aufwendig.
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Die Grafik zeigt die Dimension der Ausdehnung der Gewerbeflächen "An der Zeil" Das neue Gebiet "An der Zeil II" wird größer als das bereits bestehende.
Die Grafik zeigt die Dimension der Ausdehnung der Gewerbeflächen "An der Zeil" Das neue Gebiet "An der Zeil II" wird größer als das bereits bestehende.
Die Weichen sind auf Wachstum gestellt. Um rund 38 Hektar kann sich nach aktuellem und einstimmigem Beschluss des Stadtrates das bestehende Gewerbegebiet "An der Zeil" vergrößern. Damit ist der neue Teil, "An der Zeil II" benamt, ist größer als der bestehende. Besonders aufwendig gestaltet sich bei der Erschließung die Entwässerung. Da Starkregenereignisse zunehmen, wurde genau geprüft und gerechnet. Aus der genannten Fläche, von der gut 60 Prozent befestigt beziehungsweise versiegelt werden, wäre eine Niederschlagsmenge von 4100 Litern pro Sekunde abzuleiten. Die könnte weder der kleine Bachlauf dort noch die vorhandene Kanalisation aufnehmen. Aus diesem Grund muss eine gesonderte Leitung bis zum Main gebaut und ein Regenrückhaltebecken angelegt werden. Die Leitung verläuft zum Teil verrohrt, etwa unter der Friedrich-Ebert-Straße, zum Teil als offener Graben.
Etwa einen Kilometer lang wird die neue Erschließungsstraße sein, die hinter dem dortigen Fischweiher gebaut wird. Die Kosten für Straße und Kanal wurden mit rund fünf Millionen Euro beziffert.
"Es steckt was Enormes dahinter", erklärte Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) die neuerliche Gewerbeflächenerschließung. Da das Großvorhaben der Firma Concept Laser die verfügbaren Flächen im Gewerbegebiet an der A 73 vereinnahmt, fehlen der Stadt Angebotsmöglichkeiten für andere Interessenten. "Die Flächen waren schneller weg, als gedacht", so Hügerich. "Wir müssen jetzt weitermachen." Deshalb die geplante Erweiterung auf die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Dies geht einerseits mit einer Wertsteigerung einher: aus Wiese oder Acker wird jetzt Gewerbefläche. Andererseits kommen auf die Anlieger Erschließungskosten zu. Hier merkte der Bürgermeister an, die Stadt sei aber sehr interessiert, diese Grundstücke zu erwerben und habe alle Eigentümer angeschrieben. Zusammenfassend sprach er von einem "ganz, ganz großen Projekt für unsere Stadt".
Die Wortbeiträge aus dem Stadtrat lauteten ähnlich. Es handele sich um eine zukunftsweisende Maßnahme. "Pack' mers an!" , ermunterte Stefan Hofmann (Freie Wähler).
Im April soll mit der Erschließung begonnen werden. Gerechnet wird mit einer 16-monatigen Bauphase. Positiv aufgenommen wurde es im Gremium, dass entlang der Coburger Straße auch ein Rad- und Fußweg mit vorgesehen ist.
Neben den genannten fünf Millionen Euro sind weitere 500 000 Euro für die Gas- und Wasserversorgung des Gebietes veranschlagt. Wegen der Zunahmen an Gewerbe muss im Stadtgebiet insgesamt die Gasversorgung mit einer zusätzlichen Leitung nach Schney verstärkt werden, wie dargelegt wurde. Hierfür sind rund 800 000 Euro vorgesehen.
Es ist angedacht, die Kosten auf mehrere Haushaltsjahre zu verteilen.

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