Horsdorf
Kräuterwanderung

Gesunde Genusszutaten

Resi Alin informierte eine interessierte Teilnehmergruppe über Ur-Lebensmittel aus der Natur.
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Resi Alin gab nicht nur Tipps zum Erkennen von Wildkräutern, sondern auch zur Verarbeitung in der Küche. Fotos: Corinna Tübel
Resi Alin gab nicht nur Tipps zum Erkennen von Wildkräutern, sondern auch zur Verarbeitung in der Küche. Fotos: Corinna Tübel
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Allerlei altbekannte und neue Wildkräuter sammelten die Teilnehmer der Kräuterwanderung mit Resi Alin am Samstag bei Horsdorf - von Giersch über Gänseblümchen und Vogelbeere. "Schon der Homo sapiens hat sich von Wildkräutern ernährt", begrüßt Resi Alin die rund 20 Teilnehmer der Wanderung am Samstagnachmittag, organisiert von der Umweltstation des Landkreises in Weismain. "Heute essen wir aber nur noch rund 50 Arten." Dabei sind Giersch, Löwenzahn und so viele andere Kräuter sehr gesund: Sie enthalten unter anderem Gerb- und Bitterstoffe, Eisen, Magnesium, Vitamin D und E, Calcium et cetera. "Giersch zum Beispiel hat circa 140 bis 200-mal so viel Vitamin C wie eine Zitrone - wenn man ihn nicht endlos kocht", verrät die Wanderführerin. Man erkenne ihn an seinem Blattstiel, der bis zu 20 Zentimeter groß werde. Die eigentlichen Blätter gliedern sich dreifach in Fiederblättchen auf. Giersch schmeckt ein bisschen wie Petersilie und ist deshalb für Salate oder Spinat geeignet. Man könne ihn aber auch zum Aufpeppen in Apfelsaft verrühren, schlägt Rosi Alin vor. Bei der zweistündigen Wanderung rund um Horsdorf beantwortet sie die immer wieder neue Frage der bunt gemischten Teilnehmerschar: "Kann man das essen?" und gibt Tipps für Rezepte sowie zur Handhabung: Sie bittet, nur so viel zu ernten, wie man braucht und das am besten zur Mittagszeit. Dann sind die Kräuter aufgeblüht. Mit einer Küchenschere oder einfach zwischen Daumen und Zeigefinger funktioniere das Ernten sehr gut. Dass man Gewächse an Straßen- und Feldrändern meiden solle, wissen die meisten Teilnehmer. "Ich verlese die Kräuter zu Hause dann immer schön auf dem Küchentisch und trockne sie mit einem Küchentuch oder der Salatschleuder", berichtet Resi Alin. Vorsicht sei geboten bei Scharbockskraut oder Herbstzeitlosen. Sie lassen sich aber gut von anderen Kräutern unterscheiden.

Köstlich im Pfannkuchen

Löwenzahn, Sauerampfer, Wiesenschaumkraut, Huflattich oder Gänsefingerkraut eigneten sich aber wunderbar für die Küche. Letzteres habe sie beispielsweise erst kürzlich in Pfannkuchen gegessen und für köstlich befunden.

Doch auch als Apotheke ist die heimische Kräuterwelt gut aufgestellt: Die klein geschnittenen Blüten der Schafgarbe etwa könne man zu Tee verarbeiten, Gänseblümchen als Zutat von Hustensaft - "oder einfach Gänseblümchen aufs Butterbrot", zwinkert sie den beiden Kindern im Teilnehmerkreis zu. Doch die beiden pflücken schon wieder Klee, von dem man übrigens auch Blüten und Blätter essen oder verarbeiten kann. Einige haben es gewusst, für andere ist es neu.

"Ich habe Zeit und koche sehr gerne mit Kräutern aus meinem eigenen Garten. Ich möchte nun die Wildkräuter kennenlernen", verrät Frau Schubert aus Lichtenfels. Auch Frau Kajak möchte etwas Neues lernen: "Ich habe einen grünen Daumen und bewege mich gern in der Natur. Wildkräuter interessieren mich sehr." Die Berlinerin verbringt mit ihrer Freundin einen Kuraufenthalt. Am Morgen hatten die beiden, wie sie wissen ließen, bereits den Staffelberg bestiegen. Durch Zufall sei sie auf das Angebot der Umweltstation aufmerksam geworden und habe sich sehr gefreut.

Resi Alin bietet einmal im Jahr eine Kräuterwanderung sowie eine spezielle Bärlauchwanderung an. Nähere Informationen gibt es bei der Umweltstation in Weismain.

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