Lichtenfels
Gebäude Marktplatz 2

Gesucht: der beste Entwurf

Fünf Architekten arbeiten bis Mai Überlegungen für das stadtbildprägende Gebäude Marktplatz 2 in Lichtenfels aus.
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Foto: R+G Beteiligungs-GmbH
Foto: R+G Beteiligungs-GmbH
Neben dem Rathaus bestimmt vor allem ein Gebäude das Bild des Lichtenfelser Marktplatzes: das mit der Hausnummer 2. Zuletzt wurden dort Lederwaren und Geschenkartikel verkauft. Weil zuvor eine Schuhhandelskette eingemietet war, ist es für etliche Lichtenfelser immer noch das "Deichmann-Haus". Seit 2014 steht es leer und es ist in keinem guten Zustand. Die R+G-Beteiligungs-GmbH, ein Unternehmen der Hofmann-Gruppe, hat das Haus im vergangenen Jahr gekauft und möchte dort ein Zentrum für 3D-Druck entstehen lassen. Angedacht sind Räume, in denen die faszinierende Technologie für jedermann erlebbar wird. Ein Abriss und ein Neubau werden in Erwägung gezogen, da eine Sanierung als unwirtschaftlich erscheint. Der Bauherr hätte schon loslegen können, denn er hatte einen genehmigungsreifen Bauantrag vorgelegt. Weil aber das Gebäude an derart prominenter Stelle steht, kamen die Beteiligten überein, einen "Temporären Gestaltungsbeirat" ins Leben zu rufen. Das ist ein befristet tätiges, beratendes Gremium, dem Architekten, Vertreter von Stadt, Landratsamt und Denkmalpflege angehören. Am Montag hörte der Stadtrat einen ersten Sachstandsbericht aus den drei bisherigen Sitzungen dieser Runde. Fünf vom Bauherren ausgewählte Architekten sind jetzt aufgerufen, bis Mai einen Entwurf für das Vorhaben abzugeben.


Auf dem Weg zur besten Lösung

Durch diese Mehrfachbeauftragung erhofft man sich, "die beste Lösung" zu finden, wie Rita von Frantzky informierte. Sie ist für die Stadt als Sanierungsberaterin (Bayerngrund-GmbH) tätig. Dem Bauherren wurde für dieses Vorgehen aus dem Stadtrat Respekt gezollt, denn er hat die Kosten dafür alleine zu tragen. An den Kosten für den Gestaltungsbeirat selbst beteiligt sich die Stadt; genannt worden war hier eine Summe von 4000 bis 8000 Euro. Auch die Regierung von Oberfranken hat eine Förderung in Aussicht gestellt.
Nach dem Abgabetermin wird laut von Frantzky eine Jury den Entwurf auswählen, der umgesetzt wird. Eine Präsentation ist für Ende Mai vorgesehen. Die Bauarbeiten sollen dann möglichst noch im Herbst begonnen werden. Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD), der wie seine beiden Stellvertreter dem Gestaltungsbeirat angehört, beschrieb die bisherigen Treffen als lehrreiche Zeit und wichtigen Prozess, währenddessen sich sämtliche Beteiligten "sehr bewegen mussten".
Wie zu erfahren war, wird ein - eventuell teilweiser - Erhalt bestehender Gebäudesubstanz nicht ausgeschlossen. Diese Entscheidung sei offen, hieß es. Stefan Mehl, einer der Geschäftsführer der R+G-Beteiligungs-GmbH, äußerte jedoch auf Nachfrage, die Wahrscheinlichkeit sei aufgrund des baulichen Zustandes eher gering. Tatsächlich wolle man den Architekten da aber nicht vorgreifen.
Ans Werk machen sich fünf Architekten, einer davon aus Berlin, die weiteren aus Bayern beziehungsweise der Region.
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