Lichtenfels
Märchenwald

Gespensterschloss wird gruseliger

Das Gespensterschloss im Lichtenfelser Märchenwald bekommt nicht nur einen neuen Anstrich. Seit Wochen wird an einem gruseligeren Interieur gearbeitet.
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Manfred Popp hat die gruseligen Motive nicht nur selbst erdacht. Er bringt sie auch mit Leuchtfarbe auf die Tischlerplatte. Popp
Manfred Popp hat die gruseligen Motive nicht nur selbst erdacht. Er bringt sie auch mit Leuchtfarbe auf die Tischlerplatte. Popp
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Die grellrote Fratze mit dem aufgerissenen Mund springt einem förmlich entgegen. Spitze Zähne und Krallen stechen hervor. Das Monstergesicht mit seinen Kulleraugen löst bei mir trotzdem als erste Reaktion ein Schmunzeln aus. Also wenn ich das zum Lachen fände, dann müsse er etwas falsch gemacht haben, meint Manfred Popp - und schmunzelt dann selbst. Er legt gerade in einer der Hallen des Bauhofs letzte Hand an mehrere zwei Meter hohe Bilder auf Tischlerplatte. Die Motive sind seiner Fantasie entsprungen. Sie zeigen, neben besagtem roten Monster, noch ein grünes und ein dreiäugiges, und sollen ins Innere des Gespensterschlosses im Lichtenfelser Märchenwald einziehen. Nur ein Foto erlaubt der Ideengeber, denn gruselige Momente leben schließlich von der Überraschung.

Hinzu kommen werden neue Klangbilder, mit Kettenrasseln oder Heulen, geeignet, um die Besucher des düsteren Anwesens zu erschrecken. Womöglich bewegungsabhängig gesteuert. Die Tontechnik ist besser geworden seit der Eröffnung des Märchenwaldes im Jahr 2000. Damals habe er noch diverse Geräusche selbst aufgenommen, die mit CD-Player abgespielt wurden, erinnert sich der einstige städtische Mitarbeiter, den der Märchenwald auch im Ruhestand nicht loslässt. An Ideen mangele es ihm nicht, die kämen, "wie wenn man einen Wasserhahn aufdreht". Das passt zur Intention der Stadtverwaltung, im Märchenwald Liebgewonnenes, aber auch immer wieder Neues zu bieten. Im vergangenen Jahr wurden ein Hexenbesen, auf dem Kinder reiten können, und ein Rapunzelturm angeschafft. Im Frühjahr dieses Jahres wurde die Sanierung des Gespensterschlosses ins Auge gefasst. Das ist eine der Attraktionen des Märchenwaldes von Anfang an, und die Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Schon Mitte September hat sich Popp daran gemacht, dem rund 20 Quadratmeter großen "Gemäuer", 2,50 Meter hoch (ohne die Zinnen) einen neuen Anstrich zu verpassen, und das Innenleben neu zu gestalten. Er geht dabei akribisch vor, die Wirkung ist ihm wichtig. Gern hat er in all den Jahren beobachtet, wie unterschiedlich die Besucher an die Sache herangegangen sind, manch Knirps die Hand des Vaters nicht loslassen wollend.

Zwischen Farbeimern und hölzernen Rahmen steht auch eine Box, in der sich ein Schädel und andere "Ausstattungsgegenstände" befinden. Mit meinen Nachfragen gestehe ich ein, dass mein Besuch des Gespensterschlosses viele Jahre zurückliegt und ich mich an Einzelheiten nicht mehr erinnere. "Das Gerippe im Verlies kennen alle Kinder" sagt Manfred Popp, zumindest bei den Lichtenfelsern ist er sich da sicher. Das ist für ihn auch eine Erklärung dafür, warum im Gegensatz zu den Anfangsjahren im Märchenwald nichts mehr demoliert wird. Die Kleinen werden groß und erinnern sich. "Das ist ein Stück eigene Kindheit. Das macht man nicht kaputt."

Weihnachtsmarkt

Der Lichtenfelser Weihnachtsmarkt wird am Freitag, 29. November, eröffnet. Die rund 20 Hütten seien ausgebucht, war aus dem Rathaus zu erfahren, und die Zahl der Standbetreiber, die nicht über den gesamten Zeitraum bleiben, auf unter ein Drittel zurückgegangen. Oftmals handelt es sich um kleine Händler oder Hobby-Handwerker, für die es personell nicht einfach ist, die Öffnungszeiten abzudecken. Deshalb strebte die Stadtverwaltung bei der Einteilung zumindest eine durchgängige Besetzung für die erste oder zweite Hälfte der Adventszeit an. "Unser Ziel ist es, dass im nächsten Jahr vielleicht alle von Beginn an dabei sind", sagt Citymanager Steffen Hofmann, der sich über den Zuspruch freut. Auch das gastronomische Angebot wurde ausgeweitet. Besondere Attraktion - vor allem für Familien - bleibt der Märchenwald.

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