Lichtenfels

Gespannte Neugier auf 2016

Wie die Menschen im Kreis Lichtenfels feiern und wie die ehemalige Staffelsteinerin Désirée Uhl in England das neue Jahr begrüßt, lesen Sie auf dieser Seite. Die Umfrage ergab, dass großer Wert darauf gelegt wird, den Silvesterabend und die Neujahrsnacht gemeinsam zu feiern.
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Franziska, Christiane, Veronika und Katharina (von links) von der Tanzsportgruppe Ebensfeld freuen sich auf die Silvesterfeier. Foto: Matthias Einwag
Franziska, Christiane, Veronika und Katharina (von links) von der Tanzsportgruppe Ebensfeld freuen sich auf die Silvesterfeier. Foto: Matthias Einwag
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Jahreswechsel  Wie die Menschen im Kreis Lichtenfels feiern und wie die ehemalige Staffelsteinerin Désirée Uhl in England das neue Jahr begrüßt, lesen Sie auf dieser Seite. Die Umfrage ergab, dass großer Wert darauf gelegt wird, den Silvesterabend und die Neujahrsnacht gemeinsam zu feiern. Wie ein Silvesterabend in Deutschland abläuft, wissen wir. Doch wie wird das neue Jahr in Großbritannien, dem Mutterland von Dinner for one, zelebriert? Wir fragten Désirée Uhl, die erste Staffelsteiner Thermenkönigin, die seit einiger Zeit im Land der Queen lebt und arbeitet.
"Also ich feier' dieses Jahr mit meinem frischgebackenen Ehemann - naja, wir hatten schon ersten Hochzeitstag, aber trotzdem noch relative Frische - alleine daheim. Es wird ein königliches Drei-Gänge Menü mit royalem Lachs geben.
Die Vorspeise wird spontan entschieden - hängt davon ab, was die Küchenschränke noch so hergeben.
Zum Nachtisch werde ich etwas traditionell Deutsches kochen, damit man die Heimat nicht vergisst. Vielleicht einen Apfelstrudel oder Bratäpfel.
Dann wird erstmal Dinner for one geschaut; eventuell werden ein paar Brettspiele gemacht oder ein lustiger Film angeschaut.
Wenn's dann Mitternacht ist - vorausgesetzt ich kann so lange wach bleiben, denn ich muss an dem Tag arbeiten - würde ich es auch wieder bevorzugen, drinnen, im Warmen, zu bleiben, im Castle sozusagen, und von unseren königlichen Balkon zuzuschauen. Ganz wie Prinz William und Kate damals bei ihrer Hochzeit.
Und vielleicht trinke ich auch ein Glas alkoholfreien Champagner oder Sekt, denn eigentlich mag ich keinen Alkohol, ganz im Gegensatz zu den meisten Franken.
Generell geht man hier in England zum pub und trinkt ein pint of lager - und dann gibt's meistens ein öffentliches Feuerwerk in jeder kleinen Stadt, das von einem Park oder der Stadtmitte aus abgefeuert wird. Manche schießen von daheim im Garten. Die Art der Raketen ist hier genau wie in Deutschland - zumindest sehen die am Himmel so aus. Das ist in meinen Augen Geldverschwendung. Wenn das Ganze nicht ganz so lang dauern würde und die Leute etwas Geld sparen würden, könnte das für was Sinnvolleres eingesetzt werden.
In London selber ist auch jedes Jahr ein großes Feuerwerk, wobei dann vom London Eye, dem Riesenrad, Feuerwerkskörper abgeschossen werden. Ich war da aber noch nie, denn es ist nicht so mein Fall, wenn man halb zertrampelt wird und in der Kälte rumsteht. Eine Therme bräuchte man halt rund um die Uhr, um schön warm zu bleiben.
Was die Queen dieses Jahr zu Silvester macht, ist laut der aktuellen news noch nicht bekannt, aber sie hat Weihnachten in ihrem Ferienschloss in Sandringham (drei Stunden nördlich von London an der Küste) verbracht, und vielleicht bleibt sie ja dort und macht sich an Ruhigen, ganz wie ich. Allen Leuten am Obermain wünsche ich: Happy new year 2016!"


Wie sechs Menschen aus dem Kreis Lichtenfels den Silvesterabend verbringen


Schwester Dorothea, Leiterin des Konradshofs, Vierzehnheiligen:

"Als Ordensfrau feiere ich Silvester im Mutterhaus. Da ist um 17 Uhr Vesper mit Gebetszeit und einem Jahresrückblick. Da schauen wir, was im Jahr in der Gesellschaft und in der Kirche so alles passiert ist. Danach esse ich mit den Schwestern und gegen halb neun gehe ich dann in den Konradshof. Da warten dieses Jahr fünf Familien auf mich. Viele der Frauen können oder wollen auch nicht zu Hause feiern. Da gibt es dann das klassische Raclette und auch sonst geht es sehr herkömmlich zu. Wir spielen etwas gemeinsam und kurz vor zwölf machen wir immer Bleigießen. Wir glauben zwar nicht daran, aber es ist ein schöner Gag. Um zwölf gibt es dann ein kleines Feuerwerk. Das gehört einfach zu Silvester. Ich wollte schon immer mal das Feuerwerk vom Staffelberg oben anschauen, aber das klappt organisatorisch mit den Kindern nicht. Und wenn ich mal in Berlin wäre, würde ich gern einmal den riesen Rummel am Brandenburger Tor miterleben."


Christiane Lorenz, Bad Staffelstein:

"Ich mache am Silvesterabend traditionell Fondue zu Hause mit der Familie. Wir lassen den Abend gemütlich angehen und schauen gerne Filme am Fernsehen und gestalten ein familieninternes Schnauzturnier. Zunächst essen wir gemeinsam, das ist uns immer sehr wichtig. Mein 21-jähriger Sohn wird anschließend mit seinen Freunden eine Party besuchen, Wir anderen wollen dann von Romansthal aus auf den Staffelberg laufen, um uns von oben das Feuerwerk anzusehen. Im Gepäck haben wir einen Kinderglühwein und ein paar Kekse, um das neue Jahr freudig zu begrüßen. Das haben wir schon im vergangenen Jahr gemacht, aber da nahm uns der Nebel die Sicht - also hoffen wir, dass wir heuer mehr Erfolg haben und ein tolles Feuerwerk sehen werden. Gegenseitig beschenken wir uns mit Glücksschweinchen aus Marzipan. Selber zünden wir nur ganz wenige Raketen, und das auch nur, weil meinem achtjährigen Sohn Feuerwerk sehr gefällt."



Nicole Trapper, Kreisbrandmeisterin, Bad Staffelstein:

"Für mich darf das klassische dinner for one am 31. Dezember nicht fehlen! Ich kann mich jedes Jahr aufs Neue über die großen und kleinen Missgeschicke von Butler James amüsieren. In diesem Sinne: Skål!
Der Silvesterabend sollte auf jeden Fall etwas Besonderes sein. Deswegen gehört es für mich auch dazu, diesen Abend mit meinen Freunden und den Menschen zu verbringen, die mir etwas bedeuten. Ins neue Jahr feiere ich gemeinsam mit meinen Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Bad Staffelstein rein. Eine anonyme Riesen-Party an Silvester wäre nichts für mich."
Und was gibt's bei der Feuerwehr am letzten Abend des Jahres zu essen? Nicole Trapper antwortet heiter: "Hoffentlich was G'scheit's! Denn ohne Mampf - kein Kampf." Und sie fügt an: "Falls sich eine Rakete verirren sollte, sind wir, Eure Feuerwehr, natürlich trotz unserer Party für Euch einsatzbereit."



Georg Hagel, Basilikaorganist, Vierzehnheiligen:

"Mein Ritual an Silvester hat sich in den letzten Jahren geändert. Früher, als ich noch Single war, war ich um 24 Uhr immer oben auf dem Turm von Vierzehnheiligen, um die Glocken läuten zu sehen und ins Land zu schauen. Doch jetzt bin ich an Silvester lieber zu Hause am Feuer mit Frau und Kindern. Der Silvesterabend an sich ist für mich nichts Besonderes, da ich immer Dienst habe: Die Organisation und Durchführung des Silvester-
Konzertes in der Basilika muss gemacht werden und am nächsten Morgen ist wieder um 7.30 Uhr Orgeldienst zum Neujahrsfest. Doch eigentlich würde ich an Silvester gerne einmal am Coburger Flugplatz mit einer Cessna in die Nacht starten und über dem Feuerwerk vom Obermaintal fliegen. Stattdessen wird es dieses Silvester ein "à la carte"-Essen von der Wirtschaft geben, wo ich mit den Künstlern des Silvester-Konzertes nach getaner Arbeit immer noch einkehre."



Madeleine Zapf, Thermenkönigin, Bad Staffelstein:

"Neben Weihnachten gehört auch der Silvestertag zu den Tagen, auf die ich mich sehr freue. Jedes Jahr verläuft ein wenig anders, dennoch versuche ich ca. zwei Wochen vorher einen Plan vom Silvestertag zu haben. Wenn es nach mir allein ginge, hätte ich gern eine Silvesterparty mit meinen Freunden, mit viel Deko, Bleigießen, Raclette, Fondue, Spielen und Silvester-Raketen. Dieses Jahr kommt diesem Wunsch schon ganz nahe - zumindest das Essen wird reichhaltig werden. Mit meinem Freund und ca. zehn Freunden werde ich bei einem Kumpel in Altenkunstadt feiern. Jeder bringt eine Leckerei mit zur Party - deutsch-russisches Dinner wird es geben. Bei der Deko werde ich mich leider nicht austoben können, da es nicht bei uns zuhause sein wird und der Großteil der Gäste Männer sind, die darauf keinen so großen Wert legen. Ansonsten werden wir den Sekt und die Gläser bereitstellen, um pünktlich um 0 Uhr auf das neue Jahr anzustoßen. "



Sabine Rübensaal, Lichtenfels:

"Der Besuch eines Jahresabschlussgottesdienstes gehört für meinen Mann und mich absolut zu Silvester dazu. Seit vielen Jahren schreibe ich um die Jahreswende einen Rundbrief an Freunde und die Familie und lasse dabei das vergangene Jahr Revue passieren. Das ist vielleicht nichts Besonderes, aber oft wird mir dann erst so richtig bewusst, wie gut es uns geht. Ideal ist es, wenn man Silvester versöhnt mit sich und Gott und der Welt das Jahr abschließen und zuversichtlich in das neue einsteigen kann. Und dann noch mit der Familie und guten Freunden feiert. Wo ich aber schon immer mal das neue Jahr begrüßen wollte, ist auf dem Staffelberg. Bis jetzt war ich aber zu bequem dazu. Oder den Jahreswechsel mal in einer Metropole wie New York zu verbringen, das wäre natürlich auch super. Dieses Jahr gibt es wahrscheinlich ein Mitbringbufett. Das obligatorische Raclette-Essen gab es bei uns schon zur Nikolausfeier."

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