Bad Staffelstein
Tourismus

Genusswandern bei galliger Gluthitze

Neun Aufrechte trotzten den tropischen Temperaturen und entdeckten einen Klassiker im Staffelsteiner Land: Roggen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Heißer Tag hin oder her - wo es richtig warm ist, zeigt Roggenbäckerin Karin Schorn. Ihr Backofen war ein Hingucker. Foto: Markus Häggberg
Heißer Tag hin oder her - wo es richtig warm ist, zeigt Roggenbäckerin Karin Schorn. Ihr Backofen war ein Hingucker. Foto: Markus Häggberg
+3 Bilder

Absagen. Die trudelten ob der vorhergesagten Hitze vor allem am Dienstag bei Hildegard Wächter ein. Sollte eine Genusswanderung also erstmals ausfallen? Das tat sie nicht. Am Mittwoch zogen immerhin neun Personen los, einen "Klassiker" zu entdecken. Licht und Schatten einer Wanderung.

Von wegen Klassiker - so ein bisschen irrtümlich war das Motto der vom Kur- und Tourismusservice mitinitiierten Genusswanderung schon. Immerhin ist der Roggen in Deutschland erst seit dem 6. bis 5. Jahrhundert vor Christus nachweisbar. Weit später als in Vorderasien also. Derlei wusste auch Hildegard Wächter zu erzählen. Die Genusswanderführerin zeigte sich am Mittwoch wie immer thematisch gut vorbereitet und führte in Geschichtliches ein. Aber sie führte außerdem nur neun Personen an, da ungefähr die gleiche Anzahl an Wanderern abgesagt hatte.

Erfrischende Brunnen

37 Grad Hitze sind nicht jedermanns Geschmack und man war froh, entlang der Lautergrund-Strecke auf erfrischende Brunnen zu stoßen. Viel Licht - viel Sonne. Zielort der von der Alten Darre aus startenden Tour war das Tun von Karin Schorn in Stublang.

Die Frau, die nebenberuflich backt und für Verkostung sorgte, weiß dem Sommer noch ein wenig mehr Wärme abzugewinnen, steht sie doch an mehreren Tagen am Backofen und hat sich einen Ruf als Spezialistin für Roggenbrot erarbeitet. Als die Wandergruppe ihre Backstube betrat, hielt sich dort noch jede Menge Restwärme. Die verkraftete die Wandergruppe mit Humor.

Jedenfalls tauchten jede Menge Fragen seitens der Besucher auf: Wie viele Brote lassen sich in den Ofen einschießen? Woher kommt der weitest entfernte Kunde? Darum geht es in den Genusswanderungen: ums Kennenlernen kulinarischer Vorzüge der Heimat. Im Falle der roggenkundigen Schorn, die mit ihrem Brot auch die Klause auf dem Staffelberg beliefert, waren die Antworten mitunter erstaunlich. So wurde Brot aus Stublang mitunter schon postalisch nach Hamburg versendet. Nach der Begutachtung des Ofens, der schon über 30 Jahre in Gebrauch ist und eine Familientradition begründete.

Letztlich, wie so oft, führte die Route auf den Staffelberg. Doch wo mochte der Anstieg bei dieser Hitze günstig sein? Wächter kalkulierte derlei bei der Routenplanung der insgesamt 13 Kilometer langen Strecke mit ein und wählte zum Anstieg ein Teilstück des Loffelder Rundweges. Viel Wald - viel Schatten.

Es waren schweigsame Etappen darunter, da die Wandernden auf den wurzelgesäumten Weg zu achten hatten. Und auf manche Seltenheit entlang des Wegrands, wie beispielsweise das auf 500 Metern Höhe auftauchende Schwarze Kohlröschen.

Diese, der Familie der Orchideen zugehörige Pflanze ist allgemein sehr selten, schien am Staffelberg aber einen Ort häufiger Vorkommnis zu haben. Auch wenn es ungemein heiß war, hielt die Wanderung eben doch auch viel Genuss bereit. Oder wie sagte Wanderer Ralf Schedel: "Ich habe das Mitgehen schon rechtzeitig im Voraus festgelegt. Das Wetter hatte keinen Einfluss auf meine Teilnahme."

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren