Marktgraitz
Kirche

Gemeinschaft stiften war sein Ziel

In Marktgraitz wurde Pfarrer und Dekan Michael Schüpferling nach 13-jährigem Wirken feierlich verabschiedet.
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Blumen zum Abschied erhielt Michael Schüpferling von Freund und Bürgermeister Jochen Partheymüller. Foto: Roland Dietz
Blumen zum Abschied erhielt Michael Schüpferling von Freund und Bürgermeister Jochen Partheymüller. Foto: Roland Dietz
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Zum letzten Mal zog am vergangenen Sonntag Pfarrer und Dekan Michael Schüpferling festlich in sein Marktgraitzer Gotteshaus "Zur heiligsten Dreifaltigkeit" mit vielen Amtskollegen ein. Pfarrer Schüpferling, der künftig die Pfarrei St. Theresia in Erlangen übernimmt, sagte, dass er diese Messe mehr als Dankgottesdienst als eine Verabschiedung sehe. Jedoch war die Stimmung schon von einer gewissen Melancholie geprägt.

Die Lieder des Kirchenchors und des Kinderchores, die zusammen mit dem Organisten Thomas Bähr und der Singgemeinschaft Marktgraitz-Mannsgereuth den Gottesdient musikalisch ausgestalteten, "Weder Angst noch Trauer können uns scheiden" oder "Unser Pfarrer, der muss gehen" brachten dies zum Ausdruck.

In seiner letzten Ansprache erklärte der scheidende Geistliche, dass er immer bestrebt gewesen sei, Gemeinschaft zu stiften. Selbst als er kritisiert worden sei, dass er mit nicht so christlichen Menschen im Kontakt gestanden habe, habe er dies nie aus den Augen verloren. Schüpferling: "Abschied nehmen will gelernt sein, aber irgendwann müssen wir von allem Abschied nehmen, bei Pfarrern ist dies schon zu Beginn einer Amtszeit vorgegeben. Einer, der dies nicht schafft, hat keinen guten Draht zu seiner Herde." Dieser gute Draht sei in seiner 13-jährigen Zeit in Marktgraitz jedoch ständig gewachsen.

"Einem Pfarrer gehört nicht eine Gemeinde und einer Gemeinde gehört kein Pfarrer", sagte Schüpferling, dennoch sei es wichtig, dass beide ihren Weg gemeinsam gehen. Ziel sei es für beide, in Zukunft auch nach einer solchen Trennung die Mitte des Glaubens Jesus Christus nicht zu verlieren und in Gebet und Freundschaft verbunden zu bleiben. In Zeiten, in denen es den Kirchen nicht so gut geht, heiße dies auch, zusammenzurücken, um Kirche in der Zukunft im großen Maße erlebbar zu machen. Er dankte allen, die in den 13 Jahren für die Pfarrgemeinde da waren und ihn unterstützt haben.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Tanja Schilling dem Geistlichen für die schöne Zeit in der Pfarrgemeinde Marktgraitz. Mit den Worten "Herr Pfarrer, vergessen sie die Graatzer nicht" überreichte sie ihm einen Wanderstock den er für seinen geplanten Pilgerweg nach " Santiago de Compostela" sicherlich gut gebrauchen kann.

Bürgermeister Jochen Partheymüller lobte das Wirken von Michael Schüpferling in den letzten 13 Jahren. "Freund ist jemand, dem man die Hand reicht, der das erwidert und wenn die Herzen dabei gegenseitig berührt werden." Dies sei für ihn persönlich und für die Pfarrgemeinde immer so gewesen. Als äußeres Zeichen überreichte er ihm einen Blumenstrauß und einen Hut für die Pilgerreise, damit die solarempfindlichen Stellen auf seinem Haupt auch geschützt werden. Weiter verabschiedeten ihn mit herzlichen und humorvollen Worten, stellvertretender Dekan Georg Birkel, vom Dekanatsrat Lichtenfels Anita Rauch, die evangelische Dekanin Stefanie Ott-Frühwald, Regionaldekan Thomas Teuchgräber, Landrat Christian Meißner, der Redwitzer Bürgermeister Christian Mrosek, Kirchenpfleger Arnold Kalt und die Ministrantin Ann Kathrin Schilling.

Auf den Punkt brachte die Abschiedsreden Günter Dippold, Erster Vorsitzender des Caritas-Kreisverbandes Lichtenfels: "Du hattest immer ein offenes Ohr für alle und hast in einer für Kirche nicht leichten Zeit immer ein positives Wirken an den Tag gelegt, sowie alle Herausforderungen angenommen und gemeistert. Kurzum auf fränkisch: Es hot scho gepasst!" Im Anschluss hatten die Gläubigen und die Marktgraitzer Vereine die Möglichkeit, sich von Pfarrer Michael Schüpferling im Pfarrheim zu verabschieden.
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