Lichtenfels
Stadtratssitzung

Gelungene Planung für Güterbahnhofsgelände

Dem Lichtenfelser Stadtrat gefällt die vorgelegte Planung für das Gelände am ehemaligen Güterbahnhof. Aber es gibt einen Wermutstropfen.
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Derzeit wird das an die Bahngleise angrenzende Areal vor allem von Kaninchen gerne besucht.
Derzeit wird das an die Bahngleise angrenzende Areal vor allem von Kaninchen gerne besucht.
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Im Sommer 2017 hatte das Immobilienunternehmens "W&L" aus Bad Soden das Gelände am ehemaligen Güterbahnhof von einer Tochterfirma der Deutschen Bahn (DB) erworben. Das Ziel, dort in eine neue Stadtsiedlung zu investieren, hat mit dem jetzt vorgelegten Planentwurf konkrete Formen angenommen. Auf der innerstädtischen Brache soll "Wohnraum für jeden Geldbeutel" entstehen, wie es Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) formulierte. In der jüngsten Stadtratssitzung sprach er von einem "ganz enormen Schub für die Stadtentwicklung".

Der angehende Bauherr hatte zwar zu dem Termin nicht selbst nach Lichtenfels kommen können, doch Diplom-Ingenieur Frank Schönfelder von der von ihm beauftragten Planungsgruppe Strunz in Bamberg erläuterte eingehend dessen Vorstellungen. Entlang der Bamberger Straße sind vier Mehrfamilienhäuser mit rund 50 Wohnungen angedacht. Innerhalb der Fläche sollen zudem 38 Wohneinheiten in Reihenhäusern beziehungsweise Doppelhaushälften entstehen. Den Abschluss im Norden und im Süden würde je ein Block mit 40 bis 50 Apartments bilden. In diesen Bereichen wäre der Lärmschutz Richtung Bahn, Straße und Sportplatz am schwierigsten zu lösen. Die Nutzung als Unterbringungsmöglichkeit für Geschäftspartner oder Hospitanten erscheint am ehesten vertretbar: Wer nur für eine begrenzte Zeit bleibt, ist nicht im gleichen Maße schutzbedürftig wie einer, der dort lebt. An den anderen Stellen wird mit einer zehn Meter hohen Lärmschutzwand und Vorhangfassaden geplant.

Grün, aber belastet

Schön soll das Ganze auch aussehen - mit viel Grün. Den Stadträten gefällt das. Gegen den Entwurf hatten sie nichts einzuwenden. Einen Wermutstropfen stellt allerdings die Vergangenheit des Geländes dar. Der Güterbahnhofsbereich gilt als kontaminiert, ein Bodengutachten, bereits 2017 im Auftrag der DB erstellt, weist einen erheblichen Teil belasteter Fläche aus. Aus diesem Grund vermeidet es die Planung, an kritischen Stellen in die Tiefe zu gehen: keine Kellergeschosse, Abdichtung nach oben, Tiefgaragen mit Stellplätzen für die Bewohner dort, wo die Proben unproblematische Ergebnisse brachten. Ingenieur Schönfelder verneinte eine konkrete Gesundheitsgefährdung. Dem Gutachten eines Erlanger Büros zufolge wäre ein Komplett-Austausch des Bodens nicht erforderlich. Kein Hehl machte er daraus, dass weitergehende Untersuchungsergebnisse das Projekt wegen der Finanzierbarkeit in Frage stellen könnten.

Dr. Andrea Starker (CSU) sagte, sie habe "Bauchschmerzen wegen der Bodenbelastung". Die Bemerkung, eine Gesundheitsgefährdung bestehe nicht, erschien ihr "locker dahingesagt". "Solche Schäden können ja auch sehr viel später auftreten." Es gelte, dies im Vorfeld zu bedenken.

Bürgermeister Hügerich betonte, dass es noch keinen abschließenden Bericht gibt. In Abstimmung mit dem Landratsamt als verantwortlicher Behörde werden möglicherweise noch weitere Untersuchungen stattfinden. Die Erkenntnisse werden dann auch im Bauleitverfahren öffentlich gemacht.

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