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Gähnende Leere bei Schützenfest: Oberfränkische Traditionsveranstaltung vor dem Aus?

Der hohe personellen und finanzielle Aufwand rechnen sich nicht. Das wird Konsequenzen haben. Ein Schützenfest wie bisher wird es in Michelau in den nächsten Jahren nicht mehr geben.
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Massiv betroffen waren die Schausteller. Selbst am Kindernachmittag, wo es Freifahrten und freie Getränke gab, herrschte auf dem Vergnügungsgelände zumeist erschütternde Leere.  Fotos: Klaus Gagel
Massiv betroffen waren die Schausteller. Selbst am Kindernachmittag, wo es Freifahrten und freie Getränke gab, herrschte auf dem Vergnügungsgelände zumeist erschütternde Leere. Fotos: Klaus Gagel
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Ernüchterung und fehlende Besucher bei Schützenfest in Michelau: Die interessanteste Nachricht war am Rande des Schützenfestes hinter vorgehaltener Hand zu hören. Und sie betraf nicht die bevorstehende Königsproklamation. "Ein Schützenfest wie bisher wird es in Michelau in den nächsten Jahren nicht mehr geben," hieß es in Schützenkreisen. Zu groß war die Ernüchterung über die niedrigen Besucherzahlen.

Vier Tage Festbetrieb mit einem hohen personellen und auch finanziellen Aufwand rechnen sich nicht angesichts leerer Tische und eines wenig frequentierten Festzeltes. Man kann es sich deshalb bei den Schützen vorstellen, das Schützenfest auf einen Festtag zu reduzieren. Das Angebot für die Besucher würde wohl ebenfalls entsprechend verkleinert. Die Hauptattraktionen wie die Königsproklamation könnten bleiben.

Ernsthafte Vorüberlegungen

Das alles ist noch kein Beschluss, aber es handelt sich um ernstzunehmende Vorüberlegungen. Massiv betroffen wären wohl die Schausteller mit ihrem Vergnügungsangebot für die Kinder. Selbst am Sonntagnachmittag, eigentlich eine der "besten" Besucherzeiten, standen das Kettenkarussell und die Schiffschaukel stundenlang still. Auch am Kindernachmittag mit Freifahrten und Freigetränken herrschte am Festplatz meist gähnende Leere. Da lohnen sich die langen Anfahrten und die umfangreichen Aufbauarbeiten für die Schausteller nicht.

Fest steht, dass Michelau hinsichtlich Feste und Feiern damit ein Stück ärmer wäre. Ein Trend, der sich über Jahre zurückverfolgen lässt. Früher wurden große Feste auf dem Anger und in der Turnhalle gefeiert. Selbst "Truck Stop", Europas Nr. I für Country- und Westernmusik, gab in der Korbmachergemeinde ihre Visitenkarte ab.

Zumindest bei den Königsproklamationen war von diesen düsteren Wolken wenig zu sehen. Schon am Sonntagabend wurde der neue Jagdkönig bekannt gegeben. Es ist eine spezielle Disziplin, da die Rangfolge mit der Armbrust herausgeschossen wird.

Harald Gack Jagdkönig

In den Büchern der Michelauer Gesellschaft tauchte hier ein neuer Name auf. Mit einem 229,5-Teiler sicherte sich Harald Gack den Titel. Während der Oberschützenmeister Hans-Jürgen Schug noch mit der Laudatio beschäftigt war, legte Konrad Laux seinem Nachfolger die Königskette um. Platz 2 erkämpfte sich die noch amtierende Damenkönigin Christina Schug vor Udo Handke, Steffen Schramm und Jennifer Laux.

Das von den Schützen bestgehütete Geheimnis um das neue Königshaus wurde am Montagabend gelüftet. Endlich waren auch die Bänke und Tische gut gefüllt. Die untergehende Sonne im Rücken näherte sich das scheidende Königspaar zu den Klängen von Andrea Bocellis "Time to Say Goodbye" den applaudierenden Schützenfestbesuchern. Erwartungsgemäß wurden der Damenkönigin Christina Schug und dem Schützenkönig Udo Handtke die Königsketten abgenommen.

Im Anschluss gab der Oberschützenmeister das wohl gehütete Geheimnis um die Nachfolge preis. Aufgrund der Teiler hätte es eine Verlängerung der Amtszeit für die Damenkönigin gegeben, doch die ist auf Grund des Reglements für die kommenden Jahre gesperrt. So blieb ihr mit einem 76,9-Teiler der Rang der ersten Ritterdame vor Conny Gagel, 136,7 Teiler (2. Ritter). Als Königin darf sich für das Schützenjahr 2019/20 Jennifer Laux mit einem 131,8 Teiler fühlen.

Noch enger ging es bei den Herren zu. Neuer Schützenkönig wurde Christian Schug mit einem 49,5-Teiler. Dieser hat nun ein Luxusproblem, denn er ist nicht nur Träger der Königskette, sondern auch Inhaber der Kaiserkette. Den Platz hinter ihm belegt Walter Füglein als 1. Ritter mit einem 79,5-Teiler. Dass sein Spitzenplatz im zurückliegenden Jahr kein Zufall war, belegte der bisherige Schützenkönig Udo Handtke mit einem 154,1-Teiler. Er wurde damit 2. Ritter.

Erstmals eine Verlosung

Im Anschluss gab es erstmals eine Verlosung. Hier warteten attraktive Preise auf die Glücklichen, deren Los aus der Glückstrommel gezogen wurde.

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