Bisher war es undenkbar, etwa 1500 Bücher in einer Handtasche oder einem Rucksack zu transportieren. Inzwischen ist das möglich - modernen Lesegeräten wie E-Book-Readern und Tablet-PCs sei Dank. Diese ermöglichen es auch, von überall aus auf das Angebot des Bibliothekenverbundes "Franken-Onleihe" zuzugreifen. Hier können seit dem ersten Februar elektronische Bücher, Zeitungen und Zeitschriften ausgeliehen werden.

Die Leiterin der Stadtbücherei Lichtenfels, Christine Wittenbauer, zieht eine rundum positive Bilanz: "Das Angebot wird sehr gut angenommen. Viele Nutzer haben sich sogar extra deshalb bei uns angemeldet." Wittenbauer vermutet, dass viele das Angebot nutzen, weil sie beispielsweise nicht zu den Öffnungszeiten in die Bücherei kommen können, oder zu weite Anfahrtswege hätten.


Auch für Ältere geeignet



Auch für Senioren sei das Projekt laut Wittenbauer interessant. Für sie hätte die neue Art des Ausleihens unter anderem den Vorteil, dass auf den modernen Lesegeräten die Schriftgröße eingestellt werden kann. Außerdem müssten die älteren Leute keine weiten Wege auf sich nehmen, sondern könnten ihre Lieblingsbücher bequem von zu Hause aus ausleihen.

Bis auf kleinere technische Schwierigkeiten gab es keine Probleme - "bisher konnten wir überall weiterhelfen", sagt Wittenbauer. Alles, was man braucht, ist ein gültiger Bibliotheksausweise sowie ein PC, einen E-Book-Reader, ein Smartphone oder ein Tablet. Die erforderlichen Programme können von der Homepage des Verbundes heruntergeladen werden. Nur mit dem Kindle von Amazon kann die Franken-Onleihe nicht genutzt werden, da der Kindle nicht mit dem sogenannten Epub-Format kompatibel ist.

Leihgeräte gibt es indes nicht. "Uns wäre es nur möglich, ein oder zwei Reader anzuschaffen, und das wäre dann zu wenig. Zudem haben die meisten Nutzer ohnehin ihr eigenes Gerät", sagt Wittenbauer. Zu Beginn gab es Online über 5000 Medien. Inzwischen ist das Angebot auf über 6000 angewachsen - und jede Woche kauft der Verbund neue Medien hinzu. Nur PC-Spiele und Audio-CDs gibt es bislang nicht. "Für die nächste Zeit ist das auch nicht angedacht", sagt Wittenbauer. Eine endgültige Entscheidung sei diesbezüglich aber noch nicht gefallen.


"Absolut zufrieden"



"Es sind zwar erst rund fünf Monate vergangen, aber wir sind wirklich absolut zufrieden", sagt Wittenbauer. Jede Bücherei leistet ihren - auch finanziellen - Beitrag zu dem Projekt. "Je mehr wir sind, je mehr in den Topf einfließt, desto mehr Möglichkeiten haben wir auch." Deshalb sei es wünschenswert, dass sich in Zukunft noch mehr Büchereien in der Region der "Franken-Onleihe" anschließen. Von insgesamt 50 Büchereien haben sich 16 für die Franken-Onleihe entschieden.

"Wir haben es keine Sekunde bereut, Gründungsmitglied des Verbundes zu sein und würden jederzeit wieder mitmachen", so Wittenbauer. Weitere Informationen und das gesamte Angebot gibt es im Internet unter www.franken-onleihe.de.