Lichtenfels
Weinfest

Frankenweine laden auf den Marktplatz

Noch bis zum 16. Juni findet in Lichtenfels das mittlerweile dritte Weinfest statt.
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Ein lauer Abend bei städtischer Geselligkeit. Das Weinfest zog schon am ersten Abend Scharen an. Foto: Markus Häggberg
Ein lauer Abend bei städtischer Geselligkeit. Das Weinfest zog schon am ersten Abend Scharen an. Foto: Markus Häggberg
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Gegen 18.15 Uhr begann das verstärkte Eintrudeln. Donnerstagabend also und die Menschen kamen, steuerten den Raum mit den 160 Bierbankgarnituren am Marktplatz an. Zu dieser Zeit spielten die Rossinis glatt Queens Klassiker "Radio Gaga" in einer Gitarre-Kontrabass-Version, auf 50er-Jahre getrimmt. Das Weinfest, das noch bis 16. Juni dauern wird, hat viele Gesichter, die Begegnung ist das prominenteste darunter.

Weingläser vor dem Bass gesichert

Zwölf Stunden Arbeit und das vier Tage lang. Christiane Becker lächelt bei diesen ihr bevorstehenden Aussichten dennoch. Die Frau, die im Dienst des Weinbaus Keller in Ramsthal steht, hat das Publikum gut im Blick. Neben der Bühne und nahe der Baustelle, auf der das "Deichmann-Haus" stand, weist sie Mitarbeiterinnen zum Bedienen ein, wird mit ihnen Tage zwischen Abwasch, Ausschank, Freundlichkeit, Service und Erklärungen verbringen. Beim Weinfest in Lichtenfels, dem dritten überhaupt, welches von den Veranstaltern Zametzer.& Krohn ausgerichtet wird, ist Christiane Becker erstmalig. Direkt in der Korbstadt war sie noch nie, aber mit dem Motorrad in der Gegend drumrum schon. Weil ihr Ausschank in unmittelbarer Nähe zur Bühne steht, sind die Weingläser dort etwas besser gesichert, damit der von der Bühne herübertönende Bass keines vom Regal holt. Christiane Becker lacht, wenn sie daran denkt, dass ihr in Lichtenfels das blühen könnte, was ihr auch in Erlangen beim Weinfest tagelang gedieh: "Irgendwann ist man mal froh, wenn man nichts mehr reden muss. Wenn mich dann noch einer und noch einer fragt, wo Ramsthal liegt, flipp ich aus."

Promis sind verspätet

18.40 Uhr. Eigentlich ist man schon ein bisschen überfällig, verspätet geradezu. Aber der Tross aus Verantwortlichen steht noch abseits der Bühne beisammen, im Plausch mit sich und manchen Gästen. Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD), Citymanager Steffen Hofmann, die Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer, Ausrichter und Eventgastronom Joachim Krohn sowie Vertreterinnen der drei Kellereien machen sich in einer Pause der Rossinis, die wie Carabinieri gekleidet sind, aber doch auf den Weg zur Bühne und zum Mikrofon. Wohl 300 Leute sind jetzt schon da, hören ihre Grußworte. Joachim Krohn kann es nicht glauben, dass es schon das dritte Weinfest in Lichtenfels ist. "Immer wenn ich nach Lichtenfels komme, ist das ein wenig wie Kurzurlaub", sagt er und Weinkönigin Carolin zitiert gar Churchill: "Man muss dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen." Das Gute wird an diesem Wochenende aus 30 unterschiedlichen Frankenweinen bestehen, aus Käse- und Wurstangeboten und aus Sau am Spieß.

Insgesamt werden 7000 Besucher erwartet

7000 Besucher stünden über die Tage zu erwarten, überschlägt Joachim Krohn gedanklich. 160 Bierbankgarnituren sind hierfür aufgebaut, 20 weniger als im Vorjahr. Aber da gab es ja auch die Baustelle "Deichmannhaus" noch nicht, da stand die Bühne woanders und die Feuerwehrzufahrt war auch anders geregelt. Aber "Faktor Nummer Eins ist das Wetter", sagt Krohn und mit diesem dürfte er Glück haben. Darauf angesprochen, was denn so das schönste Lob für das Lichtenfelser Weinfest sei, welches ihm unterkomme, deutet der Mann auf die Tischdecken, auf die Kerzen, auf die Dekorationen am Tisch und sagt: "Was ich mehrfach gehört habe, ist, dass die Veranstaltung eine besondere Wertigkeit hat." Ein Problem, Mitmacher unter den Winzern zu finden, gebe es jedenfalls nicht. Seit drei Jahren sind es dieselben und das hat seinen Grund: "Das ist unsere Philosophie - alle, die mit uns in einer Stadt starten, haben das Vorrecht dabei zu bleiben." Dabei spricht der Mann auch schon von 2020. Die Sponsorentreue sei schließlich positiv, die Anwohner übten keine Beschwerden und auch wenn die Architektur an der Stelle des Deichmannhauses avantgardistisch ausfallen sollte, könne man diese gewiss "optisch ins Weinfest einbinden".

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