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Fotografie

Fotoprojekt: 365 Bilder in 365 Tagen

Das Bewusstsein für die Heimat stärken - dieses Ziel hat sich der Lichtenfelser Klaus Wendel mit seinem Fotoprojekt "365 Tage Lichtenfels" gesetzt.
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Für seine Aufnahmen wartet Hobby-Fotograf Klaus Wendel auch bei Minusgraden auf den perfekten Moment. Sein aktuelles Lieblingsbild zeigt Kloster Banz. Foto: Klaus Wendel
Für seine Aufnahmen wartet Hobby-Fotograf Klaus Wendel auch bei Minusgraden auf den perfekten Moment. Sein aktuelles Lieblingsbild zeigt Kloster Banz. Foto: Klaus Wendel
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Klaus Wendel hat am 1. Februar sein Fotoprojekt "365 Tage Lichtenfels" gestartet. Wie der Name schon verrät, möchte er ein Jahr lang jeden Tag ein aktuelles Foto seiner Heimatstadt "und allem was dazu gehört" aufnehmen. Die Bilder veröffentlicht der 44-Jährige auf seiner Homepage "Wendel-Photography" und teilweise auch auf Facebook.

Hinter dem Projekt des Hobby-Fotografen stehen gleich mehrere Ziele: Einzigartige Motive finden, durchdachtes Fotografieren und vor allem Dinge zu zeigen, an denen man im Alltag schnell vorbei läuft und einfach übersieht. So zum Beispiel alte Tafeln an Häuserfassaden, Spuren von Kanoneneinschlägen oder besondere Aussichten beim Spazierengehen über mehrere Dörfer hinweg. "Das ist Heimatliebe", erklärt der gebürtige Lichtenfelser. "Wir haben hier ein wunderschönes Paradies. Man muss nur eben auch mal den Berg hochlaufen oder stehen bleiben und sich genau umsehen, um das zu erkennen." Und genau das sei heutzutage selten geworden.


Heimatbewusstsein wecken

"Vor allem junge Leute gehen weniger in die Natur und erkunden die Heimat, sondern sehen sich stattdessen Bilder davon im Internet an", so der Lichtenfelser. Allgemein seien die Menschen, seitdem es Kamerahandys gebe, von der Flut an Fotos übersättigt. "Viele wissen einfach nicht mehr, was dahinter steckt. Gute Bilder werden immer weniger wertgeschätzt", klagt Klaus Wendel.
Genau das ließ ihn im vergangenen Jahr an seinem langjährigen Hobby zweifeln. "Ich hatte deswegen überlegt, das Fotografieren aufzugeben." Nachdem er 15 Jahre lang gerne fotografiert hatte, durchlebte er eine regelrechte Krise. Schließlich gab ihm ein Freund den Tipp zum 365 Tage Projekt. "Das hat mich wieder motiviert weiterzumachen."

Dem 44-Jährigen ist es wichtig, dass die Motive gut durchdacht und aktuell sind. Dabei will er den Menschen neue Eindrücke von Lichtenfels zeigen. Dank eines befreundeten Architekten kann Klaus Wendel ab und zu auf einen Turm oder ein Gerüst steigen, wodurch sich ganz neue Perspektiven ergeben. "Der Betrachter soll das Gefühl haben, mittendrin im Bild zu sein." Doch nicht immer ist der Weg zum perfekten Foto so kompliziert. Kleine Details, beispielsweise an Gebäudefassaden, seien genauso interessant und schnell geschossen.


Leidenschaft am Projekt

Im Alltäglichen das Besondere finden, das ist nicht immer einfach. Es ist anstrengend, so Klaus Wendel, weil er ja selbst hier aufgewachsen ist und alles nicht mehr so bewusst wahrnimmt. Wenn er in eine fremde Stadt fährt, würden ihn viele neue Eindrücke direkt ins Auge fallen. Diesen "Blick von Außen muss ich erst wieder lernen."

Um Neues überhaupt zu entdecken, müsse man sich viel Zeit nehmen. Bei Wind und Wetter geht der Lichtenfelser täglich nach draußen. Bei Spaziergängen mit dem Hund oder Radtouren eröffnen sich ihm häufig neue Perspektiven oder Fotoideen."Ich bin selbst immer wieder fasziniert, wenn ich etwas entdecke, das ich noch nicht gekannt habe", gesteht der 44-Jährige. Für ihn sei das eine Art Erholung und Stressabbau.Aus kommerziellen Gründen mache er das Ganze nicht. "Ich bezeichne mich selbst auch nicht als Fotograf, sondern als Knipsologe", erklärt er. "Ich möchte mich gar nicht aufdrängen. Ich mache das für mich selbst." So lautet auch seine wichtigste Regel: "Just for fun!" Der Spaß und die Lust bei dem Projekt haben absolute Priorität.

Durch "365 Tage Lichtenfels" hat der Hobby-Fotograf seine Flaute anscheinend überwunden. Wenn das Projekt am 31. Januar 2019 endet, dann "kommt eben das nächste." Und von der "wunderschönen Heimat" könne der "Knipsologe" ohnehin gar nicht genug Fotos schießen.

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