Lichtenfels
Ideenwettbewerb

Flechtknoten auf dem Kreisel

Das Logo der Stadt könnte in dreidimensionaler Gestalt als Blickfang dienen. Jedenfalls gefiel dieser Entwurf der Wettbewerbsjury am besten.
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Der "Flechtknoten", der schon das Logo der Stadt Lichtenfels ziert, könnte an einem Verkehrskreisel im Mittelpunkt stehen. Grafik: Projektbüro Greenpillow
Der "Flechtknoten", der schon das Logo der Stadt Lichtenfels ziert, könnte an einem Verkehrskreisel im Mittelpunkt stehen. Grafik: Projektbüro Greenpillow
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Mit Flechtobjekten den Titel Deutsche Korbstadt stärker ins Bewusstsein rücken: Das hatte sich die Stadt schon vor Jahren zum Ziel gesetzt. Für den Verkehrskreisel beim Stadtteil Kösten war bereits ein geflochtenes Segel mit rund zwölf Metern Spannweite auserkoren, entworfen von der Innenarchitektin Franziska Eckert. Allerdings hatten sich die Kosten für die Umsetzung durch das Innovationszentrum Lichtenfels derart verteuert, das der Auftrag im September 2018 zurückgezogen wurde. Ein Ideenwettbewerb wurde ausgelobt, der weitere Anregungen liefern sollte. Am Donnerstagnachmittag begutachtete die Jury (bestehend aus dem Gestaltungsbeirat der Stadt, unterstützt von Günter Mix als Vertreter des Flechthandwerks) die eingereichten Skizzen und Modelle. "Mit Abstand", wie Bürgermeister Andreas Hügerich im Anschluss berichtete, rangierte dabei der Entwurf des Lichtenfelser Projektbüros Greenpillow vorn. Dessen Inhaber Markus Püls und Benjamin Apel zeichneten schon 2015 für das im Zuge des Corporate-Design-Prozesses erwählte Logo der Stadt, den grünen Flechtknoten, verantwortlich. Seither wird dieses Symbol auf allen Werbemitteln und im Schriftverkehr eingesetzt.

Nun stellen drei Hohlkugeln aus Stahl dieses Logo in dreidimensionaler Form dar. Die Assoziation zum Flechtknoten wird auf den ersten Blick erzeugt. Es muss also nicht immer natürliches Material sein, wenn es darum geht, an die Bedeutung von Geflecht am Obermain zu erinnern. Die 3D-Skulptur verbinde die Flechterei mit dem Streben der Stadt, moderne Wege zu beschreiten, beschreiben die beiden Ideengeber ihre Intention. "Mit unserem Entwurf wollen wir die veränderte Außenwirkung der Stadt Lichtenfels darstellen. Eine neue Selbstverständlichkeit, die als Standort neuer Technologie und Bildung positiv beeinflusst wird." Sie schlagen die Umsetzung in drei unterschiedlich großen, durchbrochenen Kugeln vor, die kleinste rund 76 Zentimeter im Durchmesser, die nächste 1,20 Meter und die größte zwei Meter. Beim Umfahren dieses Trios ermöglichen die Durchbrüche unterschiedliche optische Reize. Für den Siegerbeitrag gab es 2000 Euro.

Stadtrat ist in Entscheidung frei

Auf Platz zwei, dotiert mit 1000 Euro, kam Irmgard Wissing, die das Märchen "Hans im Glück" in den für sie typischen und in Lichtenfels schon bekannten Figuren aus Weide in verschiedenen Stationen nachgestellt hat.

Das Metall-Objekt des Baden-Württembergers Michael Kussel soll eine aufgeplatzte Samenkapsel darstellen - aus Sicht der Jury die drittbeste Idee und damit 500 Euro wert. Für die Plätze 4 und 5 gab es als Anerkennung je 250 Euro, die an Teilnehmer aus Lichtenfels und Weimar gingen.

Was die Umsetzung anbelangt, ist der Stadtrat in seiner Entscheidung übrigens frei. Für gestalterische Elemente zum Themenbereich Korbstadt wird üblicherweise ein gewisser Posten im Haushalt vorgesehen. Heuer waren es 78 000 Euro.

Die Preisträger

1. Preis Greenpillow apel püls solutions GbR, Markus Püls und Benjamin Apel, Lichtenfels

2. Preis Irmgard Wissing aus Senden

3. Preis Metallkunst Michael Kussel aus Owingen

Anerkennungen gab es für Kristina Kanaan, Lichtenfels, und die Weimarer Architekten Michael Degener und Samuel Schubert.

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