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Firma Moll in Bad Staffelstein könnte Kurzarbeit anmelden

Die kriselnde Konjunktur in der Automobilindustrie macht auch den Zulieferern zu schaffen. Jetzt könnte Moll aus Bad Staffelstein Kurzarbeit anmelden.
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Ab nächstem Monat könnte es bei der Firma Moll zu Kurzarbeit kommen. Foto: Niklas Schmitt
Ab nächstem Monat könnte es bei der Firma Moll zu Kurzarbeit kommen. Foto: Niklas Schmitt

Die Krise der Autohersteller wirkt sich auch auf Firmen der Region aus. Die Firma Robert Hofmann aus Lichtenfels hat bereits vor kurzem Kurzarbeit angemeldet.

Der Batteriehersteller Moll aus Bad Staffelstein plant seine Kurzarbeit gerade. Die Ursache dafür dürfte in einer schwachen Konjunktur zu suchen sein. Das zumindest sagt Bernd Schmitt, Personalleiter bei Moll: "In der Automobilindustrie ist momentan viel Unsicherheit. Davon sind wir auch betroffen."

Betroffen sein werden ab Juli auch um die 140 Mitarbeiter. Dies ist zumindest die Größenordnung, die Schmitt bekanntgeben kann. Sicher sei die Zahl aber noch nicht. "Das festigt sich gerade", sagt er und meint, er stehe in engem Kontakt mit dem Betriebsrat. Wie viele und welche Bereiche in die Kurzarbeit eintreten müssten, stehe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Vieles ist zu bedenken

Kurzarbeit heiße, dass die Mitarbeiter für einige Tage zu Hause bleiben müssen. Das Entgelt für die nicht geleistete Arbeit werde ganz oder in Teilen von der Agentur für Arbeit übernommen . Bis zu einem Jahr darf eine solche Kurzarbeit laut Gesetz höchstens dauern.

"Das ist aber nicht das Ziel", sagt Schmitt. Wie lange die Kurzarbeit bei der Firma Moll geplant sei, könne er erst nach einigen Planungen sagen. Die Abrufe würden schwanken, die Urlaubszeit stehe an, das müsse man alles bedenken.

Weniger Stellenangebote

Fest steht, dass dies in eine Entwicklung passt, die Matthias Klar, Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit Bamberg-Coburg, schildert: "In den ersten vier Monaten des Jahres meldete die Industrie im Raum Lichtenfels 78 Stellenangebote. Im Vorjahr waren es 141."

Im Bereich der Automobilzulieferer und Industrie im Landkreis Lichtenfels gibt es momentan 198 Arbeitslose - 38 Personen und 23,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Stellenpool im Verarbeitenden Gewerbe, also unter anderem Zulieferer der Industrie, so teilte Klar mit, ging im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent zurück auf 84 Stellenangebote.Betroffen davon seien aber weniger Fachkräfte, sondern vielmehr Ungelernte. Auch Schmitt sagt, dass die Notwendigkeit der Kurzarbeit nicht im Fachkräftemangel begründet sei.

Vielmehr verlieren laut Arbeitsagentur ungelernte Produktionshelfer und Zeitarbeiter ihre Stellen. "Ein Berufsabschluss verbessert die Chance auf eine dauerhafte berufliche Zukunftsperspektive immens", sagt Klar.

Ausdruck der kriselnden Industrie

Weiter erklärt er, dass im Raum Bamberg-Coburg vor allem Fachkräfte sehr gefragt seien - etwa drei Viertel aller Stellen seien für Fachkräfte ausgeschrieben. "Jedoch kommen 42,8 Prozent der Arbeitslosen lediglich für einen Hilfsarbeiterjob in Frage", so Klar.

Nun muss man diese beiden Entwicklungen genau unterscheiden. Denn die schlechte Auftragslage der Firmen ist etwas anderes als der Fachkräftemangel. Dennoch ist beides Ausdruck einer kriselnden Industrie. Wenn es auf der einen Seite keine Aufträge gibt, so dass man Kurzarbeit anmelden muss, besteht auf der anderen Seite keine Möglichkeit, weder Hilfs- noch Facharbeiter einzustellen.

In der Firma Moll wird indes weiter überlegt: "Wir versuchen, noch betriebliche Wartungsarbeiten durchzuführen", sagt Schmitt. Erst in der kommenden Woche wird endgültig darüber entschieden, wie genau die Kurzarbeit umgesetzt wird. Im Landkreis Lichtenfels hatten, so die Statistik der Arbeitsagentur, im November 2018 acht Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Das sind vier mehr als im Vorjahr. Damit stieg auch die Zahl der Kurzarbeiter von 27 auf 584.

Das Ziel von Kurzarbeit ist es, Entlassungen zu vermeiden und die Facharbeiter über eine konjunkturelle Schwächephase hinaus im Unternehmen zu halten. Denn haben die Arbeiter einmal den Betrieb verlassen, sind sie schwer zu ersetzen oder zurückzugewinnen. Das zeigen auch die Zahlen der Arbeitsagentur.

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