Prächting
Einsatz

Feuerwehren "retten" in Prächting einen "Verletzten" mit der Drehleiter

Bei einer Übung im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche wurde ein Brand am Landgasthof Hummel in Prächting simuliert.
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Beim simulierten Einsatz im obersten Stockwerk des des Landgasthofes Hummel in Prächting leistete die Drehleiter der Ebensfelder Wehr gute Dienste. Foto: Mario Deller
Beim simulierten Einsatz im obersten Stockwerk des des Landgasthofes Hummel in Prächting leistete die Drehleiter der Ebensfelder Wehr gute Dienste. Foto: Mario Deller
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Aus einem oberen Stockwerk des Landgasthofes Hummel in Prächting strömt dichter Rauch. Kurz darauf ertönt die Sirene. Doch die unaufgeregte Miene der rund 30 interessierten Bürger, die am Montagabend das Geschehen entspannt verfolgten, lässt schon erkennen, dass es sich hier nicht um einen echten Brand handelt. Dieser war im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche nur simuliert. Wie wichtig und wertvoll die Arbeit der Feuerwehren ist, zeigte dieser Einsatz aber sehr eindrucksvoll.

Teamwork muss funktionieren

Ankuppeln der Schläuche an in der Straße verborgene Hydranten, zügiges Ausrollen der Schläuche, einigen Aktiven werden in Windeseile und dennoch sorgfältig Atemschutzgeräte angelegt, eine Trage wird aus einem von mehreren angerückten Feuerwehrfahrzeugen geholt - dies sind nur einige wenige Fertigkeiten, die die Feuerwehrleute oftmals geübt haben und die im Einsatzfall abgerufen werden müssen. Funktionierendes Teamwork ist dabei die Grundvoraussetzung. Die Feuerwehren aus Dittersbrunn/Kümmel/Sträublingshof, Unterneuses, Ebensfeld, Kleukheim und Prächting arbeiteten unter Einsatzleiter Karl-Heinz Nüsslein, Kommandant der Prächtinger Wehr, Hand in Hand.

Der - in diesem Falle von einer im Gebäude deponierten und angeworfenen Nebelmaschine dargestellte - "Brand" wurde durch das Ineinandergreifen der zahlreichen einstudierten Aufgabenbereiche gelöscht. "An erster Stelle steht natürlich immer die Personenrettung", betont Georg Gäbelein von der Ebensfelder Wehr. Und weil die "verletzte" Person sich in einem oberen Stockwerk befand und aufgrund der simulierten Situation nur eine Rettung über den Balkon möglich war, kam die Drehleiter zum Einsatz, auf der die Verletztentrage befestigt wurde.

Früher durften bei derartigen Übungen in luftiger Höhe noch Freiwillige aus Fleisch und Blut den Verletzten mimen. Dieses Risiko gehen die Feuerwehren heutzutage nicht mehr ein. "Sollte wider Erwarten etwas passieren, wären wir von der Feuerwehr in der Verantwortung", erklärt Georg Gäbelein am Rande.

80 Kilo schwerer Dummy

Der Dummy, den es vom Balkon aus auf die Drehleiter zu hieven galt, wog dennoch 80 Kilogramm. Eine leichte Stoffpuppe zu verwenden, wäre nicht im Sinne der Sache, es soll schließlich eine möglichst realistische Situation geschaffen werden.

Nach rund einer Stunde war die Aktion der Feuerwehr abgeschlossen. "Respekt, wie gut das funktioniert und dass da jeder weiß, was er zu tun hat", meinte ein Bürger.

Auch Bürgermeister Bernhard Storath lobte anschließend die Arbeit der Wehren der Marktgemeinde Ebensfeld. Angesichts der bei der Übung zum Einsatz gekommenen technischen Ausstattung mit Fuhrpark und Gerätschaften betonte er: "Entscheidend sind immer die Aktiven, denen mein großer Dank gilt."

Gute Leistung attestiert

Bei einer Nachbesprechung am Prächtinger Feuerwehrhaus bescheinigte Einsatzleiter Nüsslein den mitwirkenden Feuerwehrleuten eine gute Leistung. Dem schloss sich auch Kreisbrandmeister Christian Schilder an. Er schlüpfte an diesem Abend einmal ganz bewusst in die Rolle des neutralen Beobachters, weil man als solcher einen ganz anderen Blick aufs Geschehen hat, als wenn man als Aktiver mitten im Geschehen ist.

Die Veranstaltung klang mit einem Imbiss am Feuerwehrhaus aus. Das "Feuer" am Gasthof war gelöscht - und die Hochachtung vor denen, die diesen wichtigen Dienst am Nächsten tun, ein Stück gewachsen. Drehleiter, Hydrant und Atemschutzmaske retten im Notfall mitunter Leben - dank derer, die für Lehrgänge und Übungen ihre Freizeit opfern und beim Ertönen der Sirene alles liegen und stehen lassen, um zu helfen.

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