Marktgraitz

Fehlbetrag wurmt Marktgraitzer Räte

Das Marktgraitzer Gremium fordert für die Kita St. Michael mehr Planungssicherheit vom Träger ein.
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Gesprächsthema im Gemeinderat waren die Kosten des Kindergartens. Fotos: Roland Dietz
Gesprächsthema im Gemeinderat waren die Kosten des Kindergartens. Fotos: Roland Dietz
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Für den ausgeschiedenen Gemeinderat Jürgen Schilling (CSU) wurde zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung Christa Schlawne als Gemeinderätin vereidigt und von Bürgermeister Jochen Partheymüller (BB) offiziell begrüßt.

Sie wird Mitglied des Grundstücks-, Bau - und Umweltausschuss sein, ebenso stellvertretendes Mitglied des Finanzausschusses sowie dem Verkehrs-, Sport- und Kulturausschuss angehören. Jochen Partheymüller wünschte ihr eine glückliche Hand bei allen Entscheidungen und eine gute Zusammenarbeit im Gremium.

36 000 Euro fehlen

Viel Gesprächsbedarf gab es beim Defizitausgleich der Kindertagesstätte St. Michael für das Kindergartenjahr 2017/2018. Im Jahre 2015 hatte im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages der Markt Marktgraitz die Kindertagesstätte St. Michael übernommen, wobei weiterhin die katholische Kirchenstiftung der Betriebsträger war. Nach einem Defizitvertrag ist die Gemeinde zum Bau und Grundstücksunterhalt verpflichtet. Dies schließt mit ein, sich zu 75 Prozent an den ungedeckten Betriebskosten zu beteiligen, die nicht durch Elternbeiträge, gesetzliche Förderanträge oder Eigenmittel gedeckt sind. Die nun abgelegte Abrechnung für das Jahr 2017/2018 weist einen Jahresfehlbetrag von knapp 36 000 Euro aus, wovon der Markt Marktgraitz knapp 27 000 Euro zu tragen hat. Im Jahr 2016/2017 lag dieser Fehlbetrag für die Gemeinde noch bei 11 000 Euro gelegen.

Mit Durchpusten und fragenden Blicken reagierten die Räte auf diese Tatsache. Auf Anfrage von Richard Geßlein (CSU) und Michael Schmölzing (FW) antwortete Verwaltungsrat Heinrich Dinkel, dass Kosten durch die Tariferhöhung im Personalbereich ebenso wie bei der Verwaltung durch das HPZ der Caritas wesentlich gestiegen seien. Die Zahlen der Kinder in den letzten Jahren, die den Kindergarten besuchten, waren konstant, könnten in naher Zukunft rückläufig sein. Deswegen wurden bereits mit der Gemeinde Redwitz Gespräche geführt, um mögliche Ausgleiche zu schaffen. In den nächsten beiden Jahren werden 24 Kinder den Kindergarten wieder verlassen. Bis jetzt gibt es für das nächste Jahre nur fünf Neuanmeldungen.

Auch Verpflegung kostet mehr

Hier kritisierte Anton Hügerich (FW), wenn es schon um eine Finanzierung von rund 30 000 Euro gehe, es früher klar werden sollte, mit welchen Kosten genau zu rechnen sei. Georg Bülling (CSU) machte auch auf die gestiegenen Verpflegungskosten (+3500 Euro) aufmerksam. Michael Herrmann (CSU) meinte: "Wir haben einen schönen Kindergarten und sind stolz darauf." Was hier die Pädagogen leisteten, sei in Zahlen nicht messbar. "Unsere Kinder sind uns die Kosten wert."

Mit der Aufforderung, demnächst mehr Planungssicherheit seitens des Trägers zu bekommen, wurde letztendlich einstimmig beschlossen sich am Defizit gemäß des Vertrages mit 75 Prozent also mit 26 824,64 Euro zu beteiligen. "Mit Bauchschmerzen", wie Michael Schmölzing bemerkte.

Die Diskussion wurde weitergeführt über die Anschaffung eines Sonnensegels mit einer Größe von 5x5 Metern (Kosten rund 2000 Euro) und eines Sandkasten im Kleinkindbereich. Aufgrund mangelnden Schattens konnte der Garten in letztjährigen heißen Sommer kaum genutzt werden. Für den maroden Sandkasten sollte nach Möglichkeit eine sogenannte "Mosaik-Schlange" für 380 Euro angeschafft werden. Der Aufbau würde durch die Eltern erfolgen und die Gemeinde das nötige Material beitragen. Ein bereits aufgestelltes Segel sei vergangenes Jahr wetterbedingt kaputt, erklärte der Bürgermeister. Er favorisiere bei einer Neuanschaffung große Sonnenschirme, die auch leichter zu handhaben seien. Alle Gemeinderatsmitglieder stimmten dem Vorhaben zu, jedoch werde man sich über die Modalitäten nochmals genau informieren.

Erste Vorschläge zur energetischen Sanierung des "Oudlahauses" (Gebäudehülle und Heizung) liegen seitens der Energieagentur Nordbayern von Sachbearbeiter Markus Ruckdeschel vor. Diese Möglichkeiten werden an die Sanierungsplaner des Hauses weitergegeben. Ebenfalls wurde mit der Energieagentur Nordbayern über mögliche Photopholtaikanlagen auf gemeindlichen Liegenschaften diskutiert. Bürgermeister Jochen Partheymüller stellte dazu fest, dass die Dachfläche der Schule schon durch Solaranlage und Fenster sehr reduziert sei. Bei der Überlegung, beim Turnhallendach tätig zu werden, müsse aber erst der Eigenbedarf an Strom untersucht werden, um hier weiter zu verfahren.

Gegen den Bauantrag von Viola Seubold und Steffen Riedel zur Errichtung eines Wohnhauses mit Doppelgarage in der Gemarkung Marktgraitz gab es keine Einwände. Ebenso wurde dem Bauantrag von Monika Trinkwalter auf Anbau einer Aufzugsanlage an das bestehende Pflegeheim "Am Eichberg" das Einvernehmen erteilt.

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