Redwitz
Gemeinderat

Fällung der Bäume an Redwitzer Wohnanlagen sorgt für Zündstoff

Die in Redwitz gefällten Bäume seien "tot im Kern" gewesen, rechtfertigte Maximilian Hugel die Maßnahmen bei den Wohnanlagen. Die Mieter sind jedoch sauer.
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Die Fällung der Bäume, hier im Bild die Baumstümpfe in der Siemensstraße, wurde bei der Gemeinderatssitzung begründet. Foto: Thomas Micheel
Die Fällung der Bäume, hier im Bild die Baumstümpfe in der Siemensstraße, wurde bei der Gemeinderatssitzung begründet. Foto: Thomas Micheel

Maximilian Hugel von der Firma Hugel Hausmeisterservice Kronach, der in Redwitz alle Wohnanlagen vertritt und für die Baumfällungen verantwortlich war, hob eingangs der Gemeinderatssitzung hervor, dass es sich um acht Fällungen und 15 Pflegemaßnahmen gehandelt habe. Einige gefällte Bäume seien "tot im Kern" gewesen oder hätten die Sicherheit der Mieter gefährdet. Alle Fällungen seien somit begründet gewesen.

Die Wohnanlage selbst soll "aufgehübscht" werden, um die Mieter zu halten. Daher müsse bei den Außenanlagen Platz geschaffen werden, um Neues zu pflanzen. Hugel versicherte, dass man auf die Interessen der Mieter eingehe, was als Folge die Rückschnitte nach sich gezogen habe. Die dafür angefallenen Kosten gehörten zu den Betriebskosten und gingen zu Lasten der Mieter. Daher wolle man jährliche Pflegemaßnahmen und damit Kosten für die Mieter vermeiden.

Hugel sah sich von einer örtlichen Partei in Facebook persönlich an den Pranger gestellt. Es gehe mit den Fällungen und Rückschnitten nicht, wie behauptet, um eine Ersparnis der Arbeit beziehungsweise der Kosten der Laubentfernung. Vorausschauend ließ er wissen, dass im Frühjahr zum Beispiel ein Spielbereich aufgestellt werde. Ebenso stehe in der kommenden Zeit die Sanierung der Treppenhäuser an.

Hugel teilte mit, dass die Mehrfamilienhäuser schon lange saniert würden. So werde seit fünf Jahren fast jede Leerstandwohnung von innen neu saniert. Jetzt gingen die Sanierungsarbeiten in den Außenbereich. In einer weiteren Planungsphase stehe eine neue Zentralheizung für die Wohnungen an.

Jochen Körner gab weiter, dass sich Mieter über die erfolgten Fäll- und Rückschnittsarbeiten bei ihm beschwert hätten. Ihm sei es auch ein Rätsel, wie ein Baum so verstümmelt werden konnte wie in der Buchenstraße. Auf Anfrage von Jürgen Gäbelein konnte Hugel nicht bestätigen, dass die Mieter über die anstehenden Arbeiten informiert worden waren.

Bürgermeister Christian Mrosek (CSU) erinnerte daran, dass bereits bei der letzten Sitzung die gesetzlichen Voraussetzungen sowie die Vor- und Nachteile einer Baumschutzverordnung erläutert worden seien. Es sei festgestellt worden, dass ein Großteil der gefällten oder stark zurückgeschnittenen Bäume in der Siemens-, Buchen- und Eichenstraße nicht unter eine Baumschutzverordnung gefallen wären.

Kreisgartenfachberater Michael Stromer hob den Wert der Bäume hervor. Ein Instrument, um Bäume zu erhalten, sei eine Baumschutzverordnung, die es aber in keiner Gemeinde im Landkreis Lichtenfels gebe. Er sah aber die Gefahr, dass vor Inkrafttreten einer Verordnung viele Bäume fallen. Bisher brauche man diese Verordnung nicht. Doch wisse er nicht, wohin die Reise geht, da die Töne schärfer würden.

Das Gremium war sich einig darin, dass eine Baumschutzverordnung zurzeit nicht nötig sei.

Kindergartenneubau gefordert

Architekt Norbert Schaller stellte dem Gemeinderat das Sanierungsgutachten für den Altbestand des Kindergartens Redwitz vor. Der gesamte Kindergarten sei auf Mängel untersucht worden. Dabei sei ein trockener und guter Zustand des Dachstuhls festgestellt worden. Auch die Außenwände seien trocken und gut isoliert. Er stellte die Arbeiten für Fenstererneuerung, Heizung, Sanitär und Elektro vor.

Pfarrer Daniel Schwarz sah keinen Sinn darin, das Alte zu erhalten. Er befürwortete einen Neubau. Dieser sei gerechtfertigt, um den heutigen Anforderungen entsprechen zu können.

Erzieherin Renate Benson erkannte bei der Vorstellung des Architekten keinen neuen Raum. Dieser sei nötig, um der Förderung und der Inklusion gerecht zu werden. Es werde mehr Platz gebraucht. Kindergartenleiterin Maja Baczyk wies ebenso auf die nötigen Räume wie Therapieraum und Speisesaal hin.

Bürgermeister Mrosek erklärte, dass der Architekt lediglich den Auftrag für ein Sanierungsgutachten erhalten hätte. Von Forderungen eines Neubaus sei dem Gemeinderat nichts bekannt gewesen. Diese seien ihm erst anfangs der Woche zugegangen.

Das Gremium machte unmissverständlich klar, dass man von einer Sanierung ausgegangen sei. Daher müssten die Vertreter des Kindergartens darstellen, was nötig ist, um gute pädagogische Arbeit zu leisten.

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