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Lichtenfels
Stadtentwicklung

Es tut sich was in der Bamberger Straße

Auf einer Strecke von rund 850 Metern reihen sich in der Kreisstadt einige Bau- und Umbauprojekte aneinander. Die erste Neueröffnung steht im alten Güterbahnhof an.
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Stefan Büttner (Mit-Inhaber der Sportpraxis Faulstich) im neuen Bistro "Fitness-Küche".Popp
Stefan Büttner (Mit-Inhaber der Sportpraxis Faulstich) im neuen Bistro "Fitness-Küche".Popp
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Im alten Güterbahnhof stehen die Zeichen auf Veränderung. Die Sportpraxis Faulstich, der seit vergangenem Jahr das gesamte Gebäude gehört, erweitert und bezieht die Fläche des früheren Fahrradgeschäftes mit ein. Ihre Mitarbeiterzahl ist seit dem Umzug aus dem Stadtkern hierher 2009 von zirka 15 auf mittlerweile 32 angewachsen und der Platzbedarf damit gestiegen. Der Teilbereich, in dem sich bis zum Juni das Mühlenhofbäckereicafé befand, zieht bereits jetzt neugierige Blicke auf sich. Man hat gehört, es wird dort wieder ein Café geben und kann hinter der Glastür bereits einen möblierten Gastbereich und eine chromblitzende Küchenzeile wahrnehmen. Im Februar soll offizielle Eröffnung sein, wie Stefan Büttner aus der Geschäftsleitung der Sportpraxis berichtet. Der eigens angestellte Koch Sven Jahn ist bereits an Bord der "Fitness-Küche", wie dieses Bistro heißen wird. Es wird ein öffentliches Lokal sein, nicht nur für Physiotherapie-Patienten, Fitnessstudio-Besucher oder Mitarbeiter - mit dem gleichen Blick auf die kommenden und gehenden Züge, wie man ihn vom einstigen Café aus hatte.

Dessen Betreiber Stefan Dinkel, der Chef der Serkendorfer Bäckerei, hat inzwischen seine Pläne für ein neues Ladencafé in Lichtenfels aufgegeben. Zunächst, nach dem Ende seines Mietvertrages, hatte er die Räume in der Bamberger Straße 34 dafür ins Auge gefasst - dort, wo Barbara Reichert ihren Tante-Emma-Laden und Mike Müller seinen Schuh-Reparatur-Dienst aufgegeben haben. Nun aber fehlen ihm zwei Leute in der Backstube. Mehr zu produzieren sei bei dem personellen Engpass nicht zu schaffen, wie er erklärt. Lichtenfels war einmal der umsatzstärkste Standort. Jetzt konzentriert sich der Familienbetrieb auf den Stammsitz Serkendorf, wo im Sommer die Eröffnung des angebauten Cafés ansteht - und ist weiterhin auf Mitarbeitersuche. In der Kreisstadt ist nurmehr zweimal wöchentlich der Verkaufswagen unterwegs.

Bäcker auf Mitarbeitersuche

Christina Ballreich (vormals Kugler), die Eigentümerin des Gebäudes Bamberger Straße 34, bedauert zwar, dass Dinkel nun nicht ihr Mieter wird. Bevor man die Suche nach einem Ersatz aktiv angehen wird, werde man die Renovierung zu Ende führen, sagt sie und hofft, anschließend "etwas Schönes" zu finden, was dorthin passt.

Direkt nebenan stehen ebenfalls Bauarbeiten an.

Das Hotel "Preußischer Hof" hat im Herbst vergangenen Jahres den Eigentümer gewechselt; die bisherigen Inhaber haben sich aus Altersgründen zurückgezogen.

Citymanager Steffen Hofmann ist mit dem neuen Betreiber im Gespräch und "sehr froh darüber", dass das Haus umfassend und zügig saniert und modernisiert werde - damit es wieder für Gäste zur Verfügung steht. "Wir sehen da absolut Bedarf." Während die Übernachtungszahlen in Lichtenfels in den letzten Jahren gestiegen sind (auf 126 875 im Jahr 2018) hat man unter anderem durch den Wegfall des City-Hotels am Bahnhof, das 2015 zum Heim für Flüchtlinge umfunktioniert wurde, insgesamt weniger Betten.

39 Reihenhäuser

Pläne für zwei Boardinghäuser - Beherbergungsstätten also, die insbesondere Mitarbeiter oder Geschäftspartner von Firmen ansprechen könnten - bestehen weiterhin in Lichtenfels, und zwar ebenfalls entlang der Bamberger Straße. Sie sind Teil des Vorhabens auf dem einstigen Güterbahnhofsgelände. Der hessische Investor Christoph Straube (Geschäftsführer des Immobilienunternehmens "Wohnen & Leben") ist bestrebt, dem Stadtrat im Frühsommer die fertige Planung vorlegen zu können. Ein Entwurf war bereits im Juli 2019 vorgestellt worden. Daran wolle man im Großen und Ganzen festhalten, versichert Straube auf Nachfrage. Ein neues Stadtviertel mit Mehrfamilienhäusern, 39 Reihenhäusern und eben jenen Apartmenthäusern ist angedacht.

Auch eine Kindertagesstätte?

Aktuell gebe es Überlegungen, eine Kindertagesstätte und Seniorenwohnungen mit einzuplanen, was noch geprüft werde. Weil das Areal, wie andere ehemalige Bahngelände auch, als belastet gilt, waren Bodenuntersuchungen vorgenommen worden. Die Nähe zur Bahnlinie musste in Bezug auf den Schallschutz berücksichtigt werden. Die erforderlichen Gutachten seien auf eigene Kosten eingeholt worden, so der Investor, der betont, dass dort "eine schöne Community" entstehen soll.

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